Förster brachte die Polizei mit Fotos auf die richtige Spur

Autofahrer versteckte sich nach Unfall zwei Tage im Wald

Frankenberg. Ein aufmerksamer Revierförster hat dazu beigetragen, dass die Frankenberger Polizei eine Unfallflucht mit hohem Schaden klären konnte.

Der flüchtige Unfallverursacher hatte seinen beschädigten Wagen unweit der Unfallstelle im Wald abgestellt, der Mann selbst hielt sich tagelang im Wald nahe seines Heimatortes versteckt.

Zu dem Verkehrsunfall mit einem Gesamtschaden von mehr als 10.000 Euro war es am Mittwoch vergangener Woche auf der Landesstraße zwischen Somplar und Frankenberg unweit der Meiserburg gekommen. Der Unfallverursacher stieß mit seinem Audi A4 seitlich mit dem Audi A3 einer 44-Jährigen aus Hallenberg zusammen. Beide Fahrerseiten streiften sich auf ganzer Länge, die linken Außenspiegel der Autos rissen ab und wurden gegen den nachfolgenden Wagen eines 33-Jährigen geschleudert. Der Unfallverursacher setzte seine Fahrt in Richtung Somplar fort.

Nach der Unfallflucht veröffentlichte die Polizei einen Zeugenaufruf. Durch Zeugenangaben und Recherchen der Polizei war bekannt, dass es sich bei dem flüchtigen Audi um einen älteren, kupferroten A4 der Baujahre 1994 bis 2000 handelt. Auch die Buchstabenkombination des Kennzeichens hatten die Geschädigten abgelesen.

Nach der Veröffentlichung des Falls meldete sich ein Revierförster bei der Polizei, wie diese berichtete. Er hatte einen so beschriebenen Wagen am Abend nach dem Unfall im Wald abgestellt gesehen. Der Förster hatte auch ein Foto des Wagens gemacht und so nicht nur das Nummernschild festgehalten, sondern auch den Schaden dokumentiert. 

Die Polizei, die über die Kennzeichenkombination und die seltene Farbe des Wagens inzwischen bereits ebenfalls einen 34 Jahre alten Mann aus dem Frankenberger Land als Fahrzeughalter ermittelt hatte, fuhr mehrfach in dessen Wohnort – von dem Mann fehlte aber jede Spur.

In dieser Woche dann machten sich die Beamten erneut auf den Weg. An der Anschrift des Fahrzeughalters stand ein älterer Audi A4. Der Wagen war jedoch nicht mehr beschädigt. Der 34-Jährige räumte die Unfallflucht ein und gab an, den Wagen mit Ersatzteilen repariert zu haben, berichtete die Polizei.

Er sei nach der Kollision weitergefahren, weil er um seinen Führerschein fürchtete. Er sei vermutlich zu schnell unterwegs gewesen, gab der Mann der Polizei gegenüber an. Alkohol sei aber nicht im Spiel gewesen. Er selbst habe sich zwei Tage im Wald nahe seines Wohnorts versteckt – ebenfalls aus Angst vor Führerscheinverlust. Der stehe laut Polizei angesichts des hohen Schadens jetzt ohnehin im Raum. Zudem ist mit der Aufklärung des Falls dafür gesorgt, dass die beiden geschädigten Fahrer nicht auf ihrem Schaden sitzen bleiben. 

www.112-magazin.de

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