Bald-Landrat Engelhardt nach Wahlsieg: „Mir hat etwas gefehlt“

Einst Bürgermeister in Frankenberg, bald Landrat an der Bergstraße: Christian Engelhardt hat am Sonntag die Stichwahl gewonnen.

Frankenberg. Von 2004 bis 2011 war er Bürgermeister in Frankenberg, jetzt kehrt Christian Engelhardt in die öffentliche Politik zurück: Er ist am Sonntag zum Landrat des Kreises Bergstraße in Südhessen gewählt worden.

Seit 2013 ist der 42-Jährige Geschäftsführender Direktor des Hessischen Landkreistags in Wiesbaden und arbeitet dort eher im Hintergrund. Dies sei auch ein Grund gewesen, an der Bergstraße zu kandidieren.

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„Wenn man einmal die Luft der Wahlpolitik geschnuppert hat, dann fehlt einem das, wenn man es nicht mehr macht“, sagte Engelhardt der HNA am Montag, als er schon wieder in seinem Büro in Wiesbaden war. Am Tag zuvor hatte er als CDU-Kandidat mit 53,9 Prozent in der Stichwahl gegen den Landtagsabgeordneten Gerald Kummer (SPD, 46,1) gewonnen. Amtsinhaber Matthias Wilkes (CDU) war nach zwei Amtsperioden nicht mehr angetreten.

„Es gab Konflikte in der CDU an der Bergstraße“, berichtete Engelhardt. „Die haben jemanden gesucht, der in der Lage ist, die Wahl zu gewinnen, und haben mich gefragt.“ Als er über die Kandidatur nachgedacht habe, habe er festgestellt, dass ihm in seinem Job beim Landkreistag fehle, etwas konkret zu gestalten und ein direktes Feedback der Bürger zu bekommen, sagte Engelhardt und nannte als Beispiel den Umbau der Bahnhofstraße in Frankenberg. „Ich wollte aber nicht um jeden Preis etwas anderes machen, ich fühle mich wohl in Wiesbaden“, stellte er klar.

Der Wahlkampf sei „unglaublich anstrengend“ gewesen. „Das ging weit über eine Bürgermeisterwahl hinaus.“ Zu Terminen sei er in den vergangenen Wochen 20 000 Kilometer gefahren. „Und die Gegenkandidaten waren echte Kaliber.“ Trotzdem hatte sich Engelhardt schon in der ersten Wahl am 22. März gegen seine damals noch drei Konkurrenten durchgesetzt, mit 47,7 Prozent aber die absolute Mehrheit verpasst.

Die Stichwahl am Sonntag sei er ganz entspannt angegangen. „Da ich in Wiesbaden eine Stunde weg wohne, hatte ich kein Gefühl, wie die Wahl ausgeht“, sagte Engelhardt, der an der Bergstraße zuvor eher unbekannt war, aber die Unterstützung einer starken CDU hatte. Am Abend stand fest: Er hatte sich gegen Gerald Kummer durchgesetzt. Für negative Stimmung auf allen Seiten sorgte allerdings die niedrige Wahlbeteiligung von 21,8 Prozent. Es gab deshalb Stimmen, Engelhardt solle die Wahl gar nicht erst annehmen, andere fragten, welchen Sinn Direktwahlen von Landräten noch hätten.

Christian Engelhardt kann das egal sein, wenn er am 15. September sein neues Amt antritt. Bis dahin hat er noch einiges zu tun. Er muss für sich, seine Frau Daniela und die beiden Töchter (7 und 4) ein neues Haus suchen, eine Schule und einen Kindergarten. „Und ich muss viel Sport treiben, im Wahlkampf habe ich zugenommen“, sagt er.

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