Landwirte fühlen sich zunehmend unter Druck

Bauernverband und Landjugendgruppen aus dem Frankenberger Land feierten Kreiserntedankfest

Geismar – Neben Trockenheit, niedrigen Erzeugerpreisen und immer mehr Bürokratie beklagten die Landwirte  beim Kreiserntedankefest in Geismr auch die zunehmende Stimmungsmache gegen den Berufsstand in der Öffentlichkeit.

„Wie beim Schach, die Bauern werden zuerst geopfert“, sagte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Olaf Fackiner beim Kreiserntedankfest für das Frankenberger Land, das die Geismarer Landjugend ausrichtete.

Beim Gottesdienst verwies Pfarrerin Katharina Wagner auf die vielen Erntefrüchte. Mitwirkende waren der Posaunenchor unter Leitung von Helmut Scheffel und der Kirchenchor, dirigiert von Bettina Schmidt.

Nach einem Mittagessen im DGH zeigten die fünf Landjugendgruppen aus dem Altkreis Frankenberg ihr Können. Zum Auftakt tanzte die Geismarer Kinderlandjugend „Durch die Tore“ oder „Oxstädter Mühle“. Die Rosenthaler Landjugend zeigte mit „Mayim mayim“ einen israelischen Volkstanz. Vier Paare der Trachtengruppe Laisa tanzten den „Winneweh“, bevor die Basdorfer den „Tangermünder“ darboten. Fünf nicht mit nach Brasilien gereiste Paare der Hauberner Landjugend präsentierten den „Utrecht Hornpipe“.

Insgesamt zehn Paare aus allen fünf Landjugendgruppen tanzten gemeinsam zwei klassische hessische Volkstänze. Krönender Abschluss war der Bändertanz der Geismarer Gastgeber um die Erntekrone. Voller Konzentration entflechteten 16 Tänzerinnen und Tänzer die roten und weißen Bänder und erhielten jubelndem Applaus.

Olaf Fackiner beklagte zunehmenden Druck aus der Bevölkerung auf die Landwirte. Er betonte, dass immer die Lebensmittel produziert würden, die auch nachgefragt werden. „Wird vom Verbraucher mehr Bio gefordert, machen wir auch Bio“, sagte Fackiner. Vor dem Kreiserntedankfest hätten die Landwirte schon mal ironisch „Danke“ gesagt an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für immer neue Vorschriften (HNA berichtet) „Wir brauchen kein argentinisches Rindfleisch, sondern haben hier beste Lebensmittel“, warb Fackiner für die Regionalität.

Kreisbeigeordneter Heinrich Heidel, zugleich Ehrenvorsitzender des Kreisbauernverbandes, erinnerte auch an die Leistungen der Landwirte bei der Pflege der Kulturlandschaft im „größten und schönsten Landkreis“ Hessens. Er warb für ein besseres Miteinander von Landwirten und Verbrauchern. Der Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß freute sich über die verschiedenen Trachten der Landjugendgruppen, die für regionale Identität in Europa sorgen würden. Als Grundnahrungsmittel Nummer eins bezeichnete er gesundes Trinkwasser. „Klima- und Naturschutz geht uns alle an“, betonte Heß.

Der Geismarer Ortsvorsteher Klaus-Peter Stein würdigte das Engagement der Landjugend. Mit der Verschönerung der Verkaufshütte am DGH und dem Bau von „Schnuddelbänken“ hätten sich die Jugendlichen bei einer 48-Stunden-Aktion für ihr Dorf eingesetzt.

Zum Abschluss des Kreiserntedankfestes übergab die Geismarer Landjugend die Erntekrone an die Basdorfer Gruppe, die 2020 das Kreiserntedankfest ausrichtet.  sf

Rubriklistenbild: © Frank Seumer

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