Niedrige Milchpreise zwingen, Kosten im Griff zu haben

Berghofen: Neuer Stall bietet Platz für 350 Kühe

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In ihrem neuen Stall: Die Eheleute Silke und Hans-Helmut Rindte mit ihrem Sohn Mike (rechts), der in Gießen Agrarwissenschaften studiert hat.

Berghofen. Für rund drei Millionen Euro hat die Familie Rindte in Battenberg-Berghofen einen neuen Stall für Milchkühe gebaut.

Gegen den Trend: In Zeiten, in denen immer mehr Landwirte aufgeben, hat die Familie Rindte im Battenberger Stadtteil Berghofen für rund drei Millionen Euro einen völlig neuen Stall gebaut. Die Eheleute Hans-Helmut und Silke Rindte sowie deren Sohn Mike mit Partnerin Michaela halten rund 350 Kühe.

Für Sonntag, 28. Juni, lädt die Familie zu einem Tag der offenen Tür ein. Die Vereine des Dorfes werden für die Bewirtung sorgen.

„Im oberen Edertal gibt es nur noch eine Handvoll Milchviehbetriebe“, sagt Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg. Laut Eckel stehen in Waldeck-Frankenberg nur noch 23.000 Milchkühe. Früher waren es mal doppelt so viele. „Aber die erzeugte Milchmenge ist gleich geblieben“, zeigt der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes auf, wohin die Reise geht. Es geht um Effizienz. Wer bei den aktuellen Milchpreisen von nur 28,5 Cent pro Liter überleben will, der muss seine Kosten im Griff haben.

Plan wuchs über Jahre

Der Plan, einen neuen Stall zu bauen, ist bei der Familie Rindte über viele Jahre gewachsen. „Wir hatten früher 120 Kühe. Auf 180 zu gehen, hätte sich nicht gerechnet“, sagt Mike Rindte (29), der in Gießen Agrarwissenschaften studiert hat. Nach vielen Besuchen bei Berufskollegen und Gesprächen mit Architekten haben die Rindtes schließlich einen Milchvieh-Stall mit 276 Plätzen neu gebaut. Die Tiere werden in vier Gruppen gehalten. Dazu kommt ein so genannter Repro-Stall für hochtragende und kranke Kühe. Einen „Tiefstreustall“ nennen das die Agrarfachleute.

Das Prunkstück - gleichzeitig teuerste Investition - ist ein Melk-Karussell, in dem 40 Kühe gleichzeitig gemolken werden. Die Kapazität der Anlage ist bei weitem nicht ausgelastet. „Man könnte 150 bis 200 Kühe in einer Stunde melken“, sagt Mike Rindte.

Am früheren Standort - am Rande des Dorfes - betreiben die Rindtes noch einen „Jungviehstall“ für den Nachwuchs der Kühe, überwiegend schwarzbunte Holsteins. Der neue Stall liegt etwa 600 Meter außerhalb des Dorfes.

Die Familie Rindte hat viele züchterische Erfolge vorzuweisen - darunter drei Kühe mit einer Lebensleistung von mehr als 100.000 Litern Milch. Mit 14,5 Jahren ist „Caline“ die älteste Kuh-Dame im Stall.

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