150 Zuhörer bei Diskussion zum Thema Flüchtlinge in Frankenberg

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Podiumsrunde: (von links) Moderator Simon Schüler, Integrationsbeauftragter Uwe Jansen vom Landkreis, SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer und Herbert Keim vom Netzwerk Integration in Frankenberg.

Frankenberg. In Frankenberg kümmern sich viele Ehrenamtliche um die Flüchtlinge, aber der Bund sollte die Kommune mehr unterstützen, war Tenor einer Diskussionsrunde.

Die Flüchtlingssituation im Altkreis Frankenberg und welche Herausforderungen daraus entstehen: Dieses Thema stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, zu der die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung in einen Nebensaal der Ederberglandhalle eingeladen hatte. Das Interesse der Bevölkerung an diesem Thema war groß: 120 Stühle waren gestellt, die reichten aber bei Weitem nicht aus - rund 150 Menschen verfolgten die Diskussionsrunde.

Auf dem Podium saßen die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer, Herbert Keim vom Frankenberger Netzwerk Integration und Uwe Jansen als Integrationsbeauftragter des Landkreises. Die Diskussionen leitete Simon Schüler von der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Dass die Flüchtlingssituation im Altkreis momentan sehr gut läuft, brachte Daniela Sommer zum Ausdruck - „weil wir hier viele Ehrenamtliche haben, die ihr Bestes geben“. Es gebe eine gute Willkommenskultur, die Flüchtlinge würden gut aufgenommen. Sie forderte aber nicht nur eine Willkommenskultur, sondern auch eine Willkommensstruktur: „Wir brauchen Rahmenbedingungen mit Mindeststandards beispielsweise für Wohnungen und Betreuung“.

„In Frankenberg wird in der Bevölkerung keine Stimmunggegen die Flüchtlinge gemacht“, sagte Herbert Keim. Es habe von Nachbarn des Flüchtlingswohnheims anfangs zwar einige Bedenken gegeben, „die haben sich aber nicht bewahrheitet“. Für die Flüchtlinge gebe es Deutschkurse und Freizeitangebote. Jetzt würden bereits erste Patenschaften arrangiert.

Es würden aber noch mehr Leute gebraucht, die organisieren können. Vor allem im Bereich Sport und Freizeit würden noch Helfer gesucht, die unter anderem eine Hallenaufsicht übernehmen können: „Dazu braucht man keinen Übungsschein.“

Kritik richtete Keim in Richtung Bundespolitik: „Wir würden gerne auf das Lob der Politiker verzichten, wenn die ihre Arbeit machen würden.“ Schon seit Ende vergangenen Jahres seien die Flüchtlingszahlen bekannt: „Integration kostet Geld. Bisher mussten die Gemeinden zahlen. Das ist aber Bundessache.“ (mjx)

Welche weiteren Kritikpunkte geäußert wurden, das lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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