Biebighausen war bis 1971 kleinste Gemeinde Hessens

Kinderreiches Dorf: Vier Kinder sind eine beachtliche Zahl – zumindest für das 20 Einwohner zählende Biebighausen. Dem Nachwuchs selbst reicht das nicht: „Mehr Kinder zum Spielen wären schön“, sagt die neunjährige Angelina (rechts) und Schwester Gina (13) stimmt ihr zu, in der Mitte sitzen ihr kleiner Bruder Ben (2) und ihr Cousin Marino (14) aus Dodenau. Foto:  Skupio

Biebighausen. Die HNA hat sich für ihre Serie "Kleinste Ortsteile" im 20-Einwohner-Dorf Biebighausen, einem Ortsteil von Hatzfeld, umgesehen.

Es gibt keinen Ortsvorsteher, kein Geschäft, keinen Dorfmittelpunkt und keinerlei Vereine. Warum Angelika Hoch trotzdem vor 30 Jahren von Schwarzenau nach Biebighausen zog? „Der Liebe wegen“, verrät ihre ehemalige Nachbarin Anne schmunzelnd, die sie ein Mal pro Woche besucht.

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„Viele haben mich gewarnt, dass ich viel auf dem Hof helfen müsse und einsam und allein wäre“, berichtet Hoch der HNA, die den kleinsten Stadtteil Hatzfelds mit seinen sieben Häusern besucht. Bis auf das Melken habe sie ihrem Mann Dieter bei allem geholfen, das habe ihr nichts ausgemacht. „Am liebsten war ich aber Hausfrau und Mutter.“

Allein ist die 68-Jährige keineswegs: Auf dem Hof toben vier ihrer Enkelkinder. Gina, Angelina und Ben Kurzeknabe wohnen direkt nebenan, Enkel Marino ist mit dem Rad aus Dodenau gekommen. Gegenüber wohnt noch der zweijährige Timon, der oft zu den Kurzeknabes zum Spielen kommt. „Wir kennen es nicht anders und könnten uns nicht vorstellen, dass ganz viele Häuser drum herum stehen“, sagt Annika Kurzeknabe. „Ein paar mehr wären schon besser“, wendet Tochter Gina ein.

Die Landwirtschaft haben die Hochs vor einigen Jahren aufgegeben. Der abseits gelegene Hof Debustal ist der einzige noch aktive Bauernhof im Dorf. Sonst gibt es keine Arbeit. „Hier kannste nur noch Steine klopfen“, sagt Hoch lachend.

Neben Friedhof und Bushaltestelle gibt es unten im Dorf eine Laterne für sieben Häuser, von denen nur drei in Reichweite der Laterne stehen. „Die Nachbarin hat eine weitere beantragt, aber das wurde abgelehnt“, sagt Hoch. Viel mehr stört sie aber der Durchgangsverkehr, der viel zu schnell an ihrem direkt an der Straße liegenden Fachwerkhaus vorbeirauscht.

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