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Vor 25 Jahren: Pläne für McDonald’s-Filiale in Frankenberg wurden konkret

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Von: Klaus Jungheim

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Neubaupläne: Auf diesem Gelände zwischen der damaligen Tankstelle Honsel (vom Baum verdeckt) und der alten Ziegelei in Frankenberg baute im Laufe des Jahres 1998 die Schnellrestaurant-Kette McDonald’s eine Filiale. Zum Zeitpunkt dieses
Neubaupläne: Auf diesem Gelände zwischen der damaligen Tankstelle Honsel (vom Baum verdeckt) und der alten Ziegelei in Frankenberg baute im Laufe des Jahres 1998 die Schnellrestaurant-Kette McDonald’s eine Filiale. Zum Zeitpunkt dieses © Klaus Jungheim (Archiv)

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern, sagt ein Sprichwort. Alte Zeitungen können aber noch sehr interessant sein. Das zeigen wir in unserer Serie „Vor 25 Jahren“: Wir schauen uns die HNA von damals an und erinnern in loser Folge an spannende, ernste und unterhaltsame Themen aus der Zeitung.

Frankenberg – Eröffnung 1995 in Diemelstadt an der Autobahn, 1997 in Korbach am Kreisel und geplant für 1998 in Frankenberg an der Ruhrstraße: Die Schnellrestaurant-Kette McDonald’s wollte den Landkreis – so hatte es den Anschein – von Norden nach Süden aufrollen. Während aber im Waldecker Land die Filialen schon liefen, gab es für eine Eröffnung in der Illerstadt bislang nur Pläne. Die wurden vor 25 Jahren aber konkret. Von Seiten der McDonald’s-Hauptverwaltung Deutschland in München wurde ein entsprechendes Vorhaben auf HNA-Anfrage im Januar 1998 bestätigt.

Als Standort für den „Hamburger-und-Pommes-Palast“ hatten die Bayern das Gelände zwischen der alten Ziegelei und der damaligen Tankstelle Honsel vorgesehen, wie die HNA vor einem Vierteljahrhundert berichtete. Auf dieser Fläche standen Hallen leer, in denen einst das Haustechnik-Unternehmen Cordes (Heizung, Lüftung, Sanitär-Installationen) tätig war (später Siegener Straße).

McDonald`s in Frankenberg 2023: So präsentiert sich das Schnellrestaurant an der Frankenberger Ruhrstraße heute, aufgenommen am 17. Januar. Die Kastanie vom alten Bild oben steht heute noch und gibt dem Freisitz einen angenehmen Charakter.
McDonald`s in Frankenberg 2023: So präsentiert sich das Schnellrestaurant an der Frankenberger Ruhrstraße heute, aufgenommen am 17. Januar. Die Kastanie vom alten Bild oben steht heute noch und gibt dem Freisitz einen angenehmen Charakter. © Jörg Paulus

Nach den damaligen Angaben von Ursula Kafka, Pressesprecherin der McDonald’s-Hauptverwaltung Deutschland in München, handelte es sich bei dem Grundstück in Richtung Röddenau um eine Gesamtfläche von rund 2600 Quadratmetern. Das Restaurant-Gebäude selbst sollte auf rund 400 Quadratmetern rund 80 Sitzplätze bieten, schilderte sie auf HNA-Anfrage. Gut 40 Arbeitsplätze könnten später eventuell angeboten werden, stellte sie in Aussicht

Der Fast-Food-Riese plante von Anfang an die Einrichtung eines „McDrive“: Eilige Kunden werden direkt am Autoschalter bedient, brauchen also gar nicht mehr aus dem Wagen auszusteigen.

Noch nicht abgeschlossen allerdings waren im Januar 1998 die Vertragsverhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer, einem Korbacher Unternehmer. Das stellte dennoch kein größeres Problem dar, denn diese Firma war auch Besitzer der Fläche, auf der in der Kreisstadt eine McDonald’s-Filiale errichtet worden war.

Was für Frankenberg seinerzeit auch noch ausstand, waren die erforderlichen Genehmigungen der Behörden und der Abriss der alten Gebäude. Nach Auskunft des Kreisbauamtes war kurz vor dem HNA-Bericht der Bauantrag gestellt worden.

McDonald’s-Sprecherin Ursula Kafka sagte im Januar 1998 abschließend gegenüber unserer Zeitung: „Sollten wir alle Genehmigungen noch bis August auf dem Tisch haben, dann könnte das Christkind in Frankenberg einen Big Mac essen.“

Die Unternehmens-Sprecherin sollte recht behalten: Am 23. Dezember 1998 wurde das McDonald’s-Restaurant in Frankenberg eröffnet. Der erste Tag wurde von vielen sehnlichst erwartet: Rund 100 besonders Hungrige warteten schon Minuten vorher ungeduldig vor der Tür – und strömten dann sichtlich erleichtert an die Verkaufstheke. Dicht an dicht standen dort die Gäste an den drei Kassen. Zumeist Schüler tummelten sich auf den Sitzplätzen, da an jenem 23. Dezember zugleich der letzte Schultag war. Mit Beginn der zweiwöchigen Weihnachtsferien wurden die ersten Hamburger, Cheeseburger, Pommes und Chicken-McNuggets mit Heißhunger ‘reingepfiffen.

Ehepaar Geisler war als Lizenznehmer im Gespräch

McDonald’s wollte vor 25 Jahren als Bauherr auftreten. Ausführende Baufirmen sollten dann ebenso aus unserer Region kommen wie der Architekt. Baukosten von rund 3,5 Millionen Mark wurden damals veranschlagt.

Verantwortlich für den laufenden Betrieb sollte ein sogenannter lokaler Franchise-Nehmer sein. Ein Lizenznehmer aus der Region also. Im Gespräch dafür waren vor 25 Jahren die Frankenberger Gastronomen Claudia und Reiner Geisler. Sie leiteten seinerzeit in Eigenregie auch das beliebte Hamburger-Schnellrestaurant in der Frankenberger Bahnhofstraße – das bis dahin einzige weit und breit im südlichen Kreisteil.

Das Ehepaar gab McDonald’s aber einen Korb. Claudia und Reiner Geisler betrachteten den vorgesehenen Standort an der Ruhrstraße als nicht optimal, außerdem betonten sie ihr eigenes Konzept, „mit dem wir glauben, besser zu fahren“.

Übrigens: Franchise-Nehmer wurde damals der aus Oldenburg stammende Betreiber Ralf Kassens.

Das sagte der damalige Kaufleute-Chef Günter Beil 

Für den damaligen Vorsitzenden des Kaufmännischen Vereins Frankenberg, Günter Beil, erschien eine McDonald’s-Ansiedlung in der Illerstadt vom Grundsatz her eine Bereicherung des gastronomischen Angebots: „Fast-Food ist nun einmal in weiten Bevölkerungskreisen ein wahrer Renner. Ein solches Schnellrestaurant würde die Palette bei uns ergänzen.“

Dem Frankenberger Kaufleute-Chef war aber vor 25 Jahren die wahrscheinliche Verkehrszunahme ein Dorn im Auge. Beil sagte im Januar 1998: „Wenn man bedenkt, was an der Kreuzung Röddenauer Straße/Ruhrstraße heute schon los ist, dann wage ich kaum an den Zeitpunkt ab der Restaurant-Eröffnung zu denken. Schließlich soll an dem Gebäude ja auch ein Autoschalter eingerichtet werden. Zwar wird die Südumgehungsstraße für Röddenau kommen, doch bis die fertig ist, gehen noch ein paar Jahre ins Land.“

Der Kaufleute-Vorsitzende Günter Beil hatte grundsätzlich nichts gegen McDonald’s einzuwenden – aber: „Die Verkehrszunahme bereitet mir Sorgen“.

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