Bloggerin Franziska Seibel weckt Interesse für ernste Themen

In Frankenberg zuhause: die Bloggerin Franziska Seibel. Foto: Rösner

Frankenberg. Franziska Seibel formuliert ihre Gedanken aus, um Gefühle zu bewältigen. Vor allem aber will sie Menschen zum Nachdenken anregen.

„Wenn ich nicht schreiben würde, müsste ich in den Wald gehen und Bäume fällen." sagt sie. Sie veröffentlicht ihre Texte im Internet. So ist ihr neuer Weblog entstanden: Das Online-Tagebuch „www.ach-mensch.de“ behandelt ernste und alltägliche Themen.

Die 30-jährige Frankenbergerin schreibt intelligent und witzig. Ohne Umwege, manchmal selbstironisch, bodenständig und daher sympathisch. Vor allem unterhaltsam. „Direkt und frei heraus“, beschreibt sie ihren Stil. „Ich versuche, jedem Thema etwas Komisches abzugewinnen.“

„Auf dem Flohmarkt ist die Welt irgendwie noch in Ordnung“ heißt einer der Artikel von Franziska Seibel. „Was Twitter kann, was Facebook nicht kann“, lautet der Titel eines anderen. Einem ganz aktuellen politischen Thema widmet sich die Bloggerin in ihrem Text „Findest du das mit den Flüchtlingen immer noch gut?“ Die Autorin kritisiert die Gesellschaft, provoziert, spitzt die Dinge zu.

Gegensätze kommen bei ihren Lesern gut an. Generationen, Stadt und Land, Mann und Frau - was polarisiert, werde gelesen.

Ihren Blog betreibt Franziska Seibel professionell, und doch ist er nur ihr Hobby. Bis zu 800 Leser täglich hatte sie mit ihrem ursprünglichen Weblog vor ein paar Jahren erreicht. Jetzt will sie mit ihrem neuen Online-Tagebuch Leserinteresse wecken und darin in Zukunft auch mal Orte und Menschen aus der Region in den Fokus rücken. Wobei sie das Wort Tagebuch nicht mag, sagt sie. „Ich will nicht alles preisgeben.“ So wählt sie ihre Themen ganz bewusst aus. Es sind allgemeine Themen, die viele Menschen betreffen, denen sie aber eine persönliche, subjektive Note gibt.

Sie nennt es „Impulsbloggen“. „Ich sehe was, höre was, mache mir viele Notizen, sammele Zitate. Manche Einfälle habe ich, wenn ich an der Ampel stehe oder beim Zahnarzt sitze. Durch das Internet kommen die Themen oft auch ganz automatisch zu mir.“

Ihr Rezept für die Themenfindung: die Umgebung bewusst beobachten, denn der Alltag sei oft spannender als jede fiktive Geschichte.

Schon als Grundschulkind hat sie geschrieben. Damals waren es zum Beispiel Kurzgeschichten, „die alle in der Tonne gelandet sind“. Mittlerweile traut sich Franziska Seibel mehr zu. Gerne würde sie einmal ein Buch veröffentlichen. „Etwas in gedruckter Form wäre schön.“

Franziska Seibel würde sich freuen, wenn mehr Menschen in ländlichen Regionen bloggen würden. „Wer eine Meinung hat und gerne schreibt, sollte die Möglichkeit nutzen, gerade heutzutage, da es so viele anonyme Schreihälse im Internet gibt.“

Mehr von Franziska Seibel gibt es auf www.ach-mensch.de

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.