Broschüre zeigt weltweite Bedeutung der Fossilienfundstätte bei Frankenberg

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Broschüre über den Steinbruch bei Rodenbach vor: Sie haben an der Broschüre mitgewirkt (von links) Hartmut Kaufmann vom Stadtbauamt Frankenberg, Cathrin Vogell und Norbert Panek (beide Geopark) vor dem Alten Rathaus in Frankenberg.

Frankenberg. Der Steinbruch Hohenäcker bei Frankenberg ist eine weltweit bedeutende Fossilienfundstätte - genauso wichtig wie die Korbacher Spalte. Das zeigt eine Broschüre.

Die Korbacher Spalte ist weithin bekannt, doch welch ein prähistorischer Schatz der Steinbruch Hohenäcker zwischen Frankenberg und Rodenbach mit seinen 250 Millionen Jahre alten Pflanzenresten birgt, ist noch nicht so richtig in der Öffentlichkeit angekommen. Das soll sich ändern. Eine Broschüre stellt die Stätte vor. Geplant ist zudem, das Areal touristisch zu erschließen.

Die Fülle der Fossilien im Steinbruch bei Rodenbach, vor allem urzeitliche Nadelgehölze, sei weltweit nahezu einmalig und wissenschaftlich erst wenig erschlossen. Das Senckenberg-Museum plane dort weitere Untersuchungen.

Das erläuterten die Autoren, Norbert Panek vom Geopark Grenzwelten und Hartmut Kaufmann, paläontologischer Fachmann und Mitarbeiter im städtischen Bauamt, bei der Vorstellung der Broschüre „Im Zeichen der Kornähre - Der Steinbruch Hohenäcker bei Frankenberg“, die der Geopark herausgegeben hat - als erster Band einer Reihe über bedeutende Fundstätten im Landkreis.

Die Stadt Frankenberg und der Geopark, dessen Träger der Landkreis Waldeck-Frankenberg ist, planen im Steinbruch 2016 einen Info-Pavillon zu errichten und die Besucher auf einem Rundweg über die Fundstelle zu führen. Fördermittel stehen in Aussicht. Zudem sollen Führer ausgebildet werden, die Interessierte vor Ort informieren.

„Während die Korbacher Spalte mit ihren Knochenfunden die Reptilien aus dem Oberen Perm repräsentiert, zeigen die Rodenbacher Mineralisationen genau die Pflanzen, von denen sie sich möglicherweise ernährt haben“, erläutert Kaufmann.

Band über Korbacher Spalte

Über die Korbacher Spalte bereitet der Geopark ebenfalls eine Veröffentlichung vor, als Band II der Reihe. Sie soll voraussichlich im Mai erscheinen, wenn der Kalkturm als weithin sichtbare Eintrittstelle zur Korbacher Spalte eingeweiht wird.

Die Fundstätten bei Korbach und Rodenbach sollen, so die langfristige Planung, mit einem „Zeichsteinpfad“ verbunden werden, erläuterte Panek. Und da der Landkreis noch weitere bedeutende Fundstätten zu bieten hat, soll es auch weitere Broschüren geben, etwa über den Fund des 370 Millionen Jahre alten Panzerfisches bei Bad Wildungen.

Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß und Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf zeigten sich optimitisch, dass sich dieses Potenzial auch touristisch nutzen lasse.

Wo die Broschüre zu erhalten ist, wie die Fossilien entstanden sind und was die Wissenschaft dazu sagt, das lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe der HNA Frankenberger und Waldecker Allgemeine

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