Impfbereitschaft unter Ehrenamtlichen groß

Corona-Impfungen für Feuerwehrleute in Waldeck-Frankenberg auf Hochtouren

Frankenbergs Stadtbrandinspektor Martin Trost (vorne) – hier mit Benjamin Kubis (oben im Fahrzeug) – hofft, dass der Ausbildungsbetrieb bald wieder möglich ist. Seit ein paar Wochen dürfen sich auch Einsatzkräfte der Feuerwehr gegen Corona impfen lassen.
+
Frankenbergs Stadtbrandinspektor Martin Trost (vorne) – hier mit Benjamin Kubis (oben im Fahrzeug) – hofft, dass der Ausbildungsbetrieb bald wieder möglich ist. Seit ein paar Wochen dürfen sich auch Einsatzkräfte der Feuerwehr gegen Corona impfen lassen.

Laut Impfverordnung des Bundes dürfen sich mittlerweile auch Feuerwehrleute und Katastrophenschutzhelfer gegen das Coronavirus impfen lassen. Immer wieder gab es sowohl vom Landesfeuerwehrverband als auch von der SPD-Fraktion des Hessischen Landtages Kritik für die späte Impfberechtigung der Einsatzkräfte.

Waldeck Frankenberg - Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte unter allen aktiven Feuerwehrleuten und Katastrophenschutzhelfern eine Umfrage zur Impfbereitschaft gestartet. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der 4700 Impfberechtigten wollen das Angebot annehmen. „Alle anderen Impfwilligen haben größtenteils bereits eine Impfung über eine Berechtigung der anderen Priorisierungsgruppen erhalten“, heißt es vom Landkreis weiter. Seit einigen Tagen gibt es für die nun Berechtigten Sonderimpftermine im Impfzentrum des Landkreises.

Nach Auskunft der Kreisverwaltung können jedoch nicht alle Einsatzkräfte auf einmal geimpft werden, damit die Feuerwehr – falls Impfreaktionen auftreten sollten – handlungsfähig bleibe. Aktuell werde daher erst einmal zehn Personen pro Organisationseinheit bei den einzelnen Terminen geimpft.

Für die Einsatzkräfte sind die Impfungen ein Lichtblick, denn der praktische Ausbildungsbetrieb musste über Wochen und Monate komplett eingestellt werden. „Wir haben uns auf Online-Schulungen beschränken müssen. Aufgrund des guten Ausbildungsstandes in den Wehren war dies aber zu kompensieren. Die Sicherheit für die Bevölkerung war zu keiner Zeit eingeschränkt“, erklärt Korbachs Stadtbrandinspektor Carsten Vahland.

Praxisausbildung wieder gestartet

Seit einigen Wochen habe die Feuerwehr Korbach die Praxisausbildung nun wieder aufgenommen. Mit Tests und den Fortschritten im Bereich Impfungen sei Ausbildung jetzt wenigstens wieder eingeschränkt möglich. „Den ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden zolle ich großen Respekt für die Einsatzbereitschaft. Die schnelle Hilfe bei Unfällen und Bränden wird in der Gesellschaft immer als Selbstverständlichkeit angesehen“, betont Vahland. In Waldeck-Frankenberg gibt es keine Berufsfeuerwehren, die professionelle Hilfe wird komplett ehrenamtlich geleistet.

Die Impfbereitschaft in den Feuerwehren sei sehr hoch. „Es liegt allerdings noch eine gute Wegstrecke vor uns“, sagt der Korbacher. Trotz Impfbereitschaft sei allerdings Vorsicht geboten. „Wir arbeiten nur in kleineren Gruppen und testen die Kameradinnen und Kameraden regelmäßig. Wenn die Zweit-impfungen erfolgt sind, gehen wir davon aus, dass der Ausbildungsbetrieb weiter in Richtung Normalität geöffnet werden kann“, hofft Vahland.

Auch Frankenbergs Stadtbrandinspektor Martin Trost beschreibt die Zeit als schwierig: „Die Einsatzfahrzeuge wurden zur Einhaltung der Abstände mit weniger Personal und unter Einhaltung der Maskenpflicht besetzt“, sagt er. Außerdem bedauert er, dass sich das Impfangebot nur auf die volljährigen Mitglieder bezieht und somit die Ausbildung der Jugendfeuerwehren weiterhin nicht stattfinden könne.

Doch auch in Frankenberg ist die Bereitschaft, sich impfen zu lassen hoch: Laut Martin Trost sind etwa 300 Feuerwehrleute mindestens einmal geimpft. Die Einsatzkräfte haben Hoffnung. Die Impfung sei „ein Stück Sicherheit, welches die ehrenamtlichen Kräfte in jedem Fall verdient haben“, sagt Carsten Vahland.

Von Clara Pinto

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.