"Es läuft noch sehr schleppend"

Gastronomie wieder geöffnet, doch Frankenberger Wirte von Resonanz enttäuscht

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An mehreren Tischen: Einen besonderen Anlass hatte die Familie Görg aus dem niederbayerischen Ascha im „Bellavista“ in Frankenberg zu feiern – wenn auch an verschiedenen Tischen. Am Samstag hatte die Familie in Frankenberg einen Werkvertrag für ein Finger-Haus abgeschlossen. Im Bild: am (vorde ren Tisch von links) Josef Urbauer (Finger-Haus), Bellavista-Mitarbeiter Deniz Korkutata, Enrico Görg und Susan Görg mit Sohn Corwin Elias; (am hinteren Tisch) Anja Nestler und Marcel Görg. Fotos: mjx

Nach den Corona-Lockerungen durften die Restaurants am Wochenende erstmals wieder öffnen. In den Frankenberger Gaststätten war die Resonanz der Gäste allerdings noch zurückhaltend.

Frankenberg – Die Zwangspause wegen Corona ist zu Ende: Nach Wochen der Schließung dürfen die heimischen Gastronomen seit Freitag wieder Gäste empfangen. Unter den Corona-Auflagen verlief der Neustart am Wochenende im Frankenberger Land allerdings sehr zaghaft. Die Gästezahlen waren überschaubar: In einigen Restaurants saßen die Menschen zu zweit oder zu viert zusammen, viele der mit Abstand hergerichteten Plätze blieben leer. Wir haben einige Eindrücke in der Frankenberger Gastronomie gesammelt.

Am Wochenende spielte zum Glück das Wetter mit. In der Außengastronomie einiger Gaststätten ließen sich die Besucher gerne bedienen. Im Altstadt-Café am Obermarkt saßen die Gäste im Außenbereich beispielsweise weit auseinander und genossen die Sonne.

„Unsere Außenterrasse wird angenommen, ansonsten kommen die Leute nicht“, klagte Ali Yando vom Antalya-Grillin der Bahnhofstraße. „Endlich wieder auswärts essen“, freuten sich dort aber Wenke und Frank Leismann aus Bad Berleburg - Samstagmittag saßen sie mutterseelenallein im Lokal.

In der Fußgängerzone durfte auch Frank Krones vom Gasthaus Vöhl seine Stammkunden in der Mittagssonne begrüßen. Die Tische standen weit auseinander. „Es läuft noch sehr schleppend“, sagte Krones. Wegen der Abstandsregelung könne keine Gemütlichkeit aufkommen. Die Regierung sollte die „Schrauben weiter lockern“, forderte er. Für den Sonntagmittag war Krones allerdings zufrieden: „Da haben wir schon 15 Anmeldungen.“

„Nach acht Wochen müssen wir unsere Kneipen wieder unterstützen. Und außerdem müssen wir unsere sozialen Kontakte wieder pflegen“, hielten die Freundinnen Katharina Henkel aus Röddenau, Chantal Beil aus Frankenberg und Sabrina Nicolaus aus Willersdorf derweil den gebührenden Abstand zu den anderen Gästen und genossen ihre Getränke. „Das bringt Lebensqualität zurück“, freuten sich auch Matthias Bartelt aus Kassel und Verena Völlmecke aus Frankenberg über ihr Eis im Sonnenschein.

Freuen sich über geöffnete Kneipen: Im „Bavaria“ am Frankenberger Obermarkt genossen die Lehrer (von links) Renè Koch, Marco Seibert und Kevin Kulss Leberkäs und Bundesliga-Fußball im Fernsehen.

Ins „Geronimo“in der Straße „Auf der Nemphe“ kommen am Samstagabend normalerweise rund 150 Gäste. Diesmal kamen den ganzen Abend über etwa 40 bis 50 Besucher – die meisten saßen wegen der milden Temperaturen draußen auf der Terrasse. „Für die aktuelle Situation und den Re-Start bin ich zufrieden“, sagte Geschäftsführer Konstantinos Malis. Er bilanzierte vor allem, dass die Gäste die Hygiene- und Abstandsregeln einhielten.

„Das lohnt sich nicht. Am Freitag hatten wir nur vier Gäste“, schimpfte Demir Kadir im Restaurant „Milano“ in der Forststraße. „Für zehn Gäste müssen wir fünf Mitarbeiter bereithalten“, klagte er. Das Restaurant wolle er aber weiter öffnen: „Wir haben auch einen Abhol- und Lieferservice.“

Auch im Bellavista“ waren am Samstagabend nur etwa zehn Gäste, darunter die Familie Görg aus dem niederbayerischen Ascha im Landkreis Straubing. Enrico, Susan und Sohn Corwin Elias freuten sich darüber, in Frankenberg überhaupt ein offenes Restaurant zu finden – in Bayern haben die Lokale wegen Corona aktuell noch komplett geschlossen.

Ein kleines „Lehrertreffen“ gab es im „Bavaria“am Obermarkt: Dort stimmten sich die „Pauker“ René Koch, Marco Seibert, Kevin Kulss und Christian Leppin bei Essen und Bundesliga-Fußball im Fernsehen auf die kommenden Wochen ein. „Auf meinen 35 Quadratmetern darf ich wegen Corona nur sieben Gäste bewirten“, klagte Gastwirt Lars Greese:

Sein Unbreakable“in der Uferstraße muss Alex Ries derzeit noch geschlossen halten. Sein Lokal ist zu klein, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Dort lief aber der Abholservice. „Ich bin zufrieden“, sagte Ries.

Ein Reihe weiterer Gaststätten werden im Laufe dieser Woche öffnen   mjx

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