Im Kreis Waldeck-Frankenberg

Corona-Krise: Ab Montag gilt die Maskenpflicht - Ansturm auf Stoff zum Nähen

Marvin Freitag verkaufte die Stoffe sogar durch das geöffnete Ladenfenster. Im Laden durften gleichzeitig immer nur zwei Kunden sein.
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Marvin Freitag verkaufte die Stoffe sogar durch das geöffnete Ladenfenster. Im Laden durften gleichzeitig immer nur zwei Kunden sein.

Ab Montag gilt wegen der Corona-Krise eine Maskenpflicht. Deswegen gibt es jetzt einen Ansturm auf Stoff, um diese selbst zu nähen.

  • Die Corona-Krise wirkt sich stark auf den Alltag in Deutschland aus.
  • Ab Montag gilt eine Maskenpflicht.
  • Im Kreis Waldeck-Frankenberg wird deswegen nun der Stoff zum Selbstnähen knapp.

Frankenberg – Nachdem am Dienstag beschlossen wurde, dass es ab kommendem Montag wegen des Coronavirus auch in Hessen eine Mundschutzpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gibt, ist die Nachfrage, wie berichtet, nicht nur nach Masken in Apotheken und Baumärkten gestiegen, sondern auch nach Stoffen zum Selbernähen.

Maskenpflicht wegen Corona: Massenandrang bei Firma Mütze Textilband in Schreufa

Massenandrang herrscht seit Dienstag bei der Firma Mütze Textilband im Gewerbegebiet in Schreufa. Dort bildeten sich lange Schlangen vor der Ladentür. „Allein am Mittwoch hatten wir etwa 250 Kunden“, berichtete Geschäftsführer Matthias Freitag.

Sabina Althaus aus Hallenberg kaufte Stoffe für Masken für die ganze Familie ein.

An einem einzigen Tag seien rund 230 laufende Meter Baumwollstoffe verkauft worden. „Das reicht für 4600 Masken“, erklärte Freitag.

Das Lieblingsdesign bei den Kunden sei „schlichte schwarze Baumwolle“, desweiteren gepunktete und karierte Stoffe und Stoffe mit Sternen.

Ansturm auf Stoff wegen Corona-Maskenpflicht: Schlangen mit 30 Personen bilden sich

Der Verkauf der Stoffe für die begehrtenMasken habe sehr gut funktioniert, berichtete Freitag, die Kunden hätten Verständnis für die Wartezeiten gehabt. „Wegen der Sicherheitsregelungen durften immer nur zwei Kunden gleichzeitig im Laden sein“, sagte der Geschäftsführer.

Viele Kunden kaufen derzeit bei Mütze Textilband Stoff für selbstgenähte Masken.

Mitunter habe es Schlangen mit 30 Personen gegeben. „Alle waren sehr geduldig“, sagte Freitag. Wegen des Andrangs sei im Laden und am Ladenfenster mitunter sogar gleichzeitig verkauft worden.

Gummiband für Masken wegen Corona-Maskenpflicht bereits ausverkauft

Allerdings bedauerte der Geschäftsführer, dass Gummiband, um die Masken hinter dem Kopf zu befestigen, bereits ausverkauft sei: „Das ist nachbestellt, das kommt nächste Woche wieder“, berichtete Freitag. Aktuell gestalte sich auch der Nachschub von Nähzubehör sehr schwierig: „Auch die Paketdienste brauchen länger.“

Wegen der großen Nachfrage hat Mütze Textilband Sonderöffnungszeiten eingerichtet – neben den gewohnten Öffnungszeiten hat der Laden nun auch morgen und am nächsten Dienstag jeweils von 9 bis 13 Uhr geöffnet. „Dann sollten alle Kunden mit Masken eingedeckt sein“, meint Freitag.

Maskenpflicht wegen Corona: Viele nähen Masken selbst

Unter den Kunden von Mütze Textilband war auch Mehmet Seker. Er kaufte für seine Mutter jede Menge Baumwollstoff für die Herstellung von Schutzmasken ein.

Leman Seker stellt in ihrer Änderungsschneiderei in der Fußgängerzone in diesen Tagen jede Menge Mund-Nasen-Bedeckungen her.

Leman Seker betreibt in der Frankenberger Fußgängerzone eine Änderungsschneiderei, aktuell schneidert und verkauft sie aber vor allem Schutzmasken – das Stück für fünf Euro.

Etwa 40 Masken stellt sie pro Tag her, erzählt sie. In den Stoff näht sie auch Draht für besseren Halt ein. „Nicht jeder hat eine Nähmaschine zum Selbermachen, deshalb biete ich diese Masken an“, sagt Leman Seker.

Viele Schutzmasken hat sie auch auf Vorrat genäht: „Wartezeiten gibt es bei mir daher nicht.“ Die Öffnungszeiten der Änderungsschneiderei: montags bis freitags von 9.30 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 9.30 bis 13 Uhr.

Maskenpflicht wegen Corona: Hier gibt es in Waldeck-Frakenberg noch Masken

Auf unseren Aufruf, wo es noch Masken gibt, haben sich gemeldet: 

  • Fotowelt Dietrich, OP-Schutzmasken, einzeln 2 Euro oder 50er-Pack 100 Euro; Uferstraße 3, Frankenberg, Tel. 06451/717517, Öffnungszeiten von 9 bis 18 Uhr.
  • Christa Schäfer aus Halgehausen näht Masken auf Bestellung (wenn Gummiband vorhanden), Tel. 06456/1949.

Weitere Geschäfte, die Masken verkaufen, und Menschen, die selbstgenähte Masken abzugeben haben, können sich an die Redaktion wenden: Tel. 06451/723318, E-Mail frankenberg@hna.de.

Alle Infos und Neuigkeiten rund um Corona in Waldeck-Frankenberg finden Sie in unserem News-Ticker.

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Von Gerhard Meiser

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