Heimische Händler ziehen Bilanz

So lief das Weihnachtsgeschäft im Frankenberger Land

Im Einzelhandel gilt in vielen Läden die 2G-Regel, es dürfen also nur Geimpfte und Genesene herein. Das machte sich auch beim Weihnachtsgeschäft bemerkbar.
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Im Einzelhandel gilt in vielen Läden die 2G-Regel, es dürfen also nur Geimpfte und Genesene herein. Das machte sich auch beim Weihnachtsgeschäft bemerkbar.

„Je mehr Beschränkungen, desto schlechter der Umsatz.“ So fasst André Kreisz als Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins in Frankenberg das Weihnachtsgeschäft der heimischen Einzelhändler unter den aktuellen Corona-Einschränkungen zusammen. In Modehäusern und vielen anderen Geschäften gilt aktuell 2G, Kunden müssen also geimpft oder genesen sein.

Frankenberger Land - „Die Bewertung des Weihnachtsgeschäfts 2021 fällt sehr differenziert aus, denn die einzelnen Branchen unterliegen sehr unterschiedlichen Restriktionen“, erläutert Kreisz. „Folglich geht es dem Lebensmitteleinzelhandel sehr gut, den Geschäften des täglichen Bedarfs in zentralen Lagen mittelprächtig. Geschäfte und Gastronomie, die unter 2G-Bedingungen arbeiten, sind von einem normalen Weihnachtsgeschäft weit entfernt. Insgesamt führen leere Straßen auch zu weniger Umsatz. Für diese Erkenntnis muss man kein Prophet sein.“

Als Geschäftsführer des Modehauses Eitzenhöfer in der Bahnhofstraße stellt André Kreisz fest, „dass wir mit der 2G-Regel deutlich besser fahren als mit Geschäftsschließungen“. Und traditionell seien die Tage zwischen den Jahren nochmal starke Umsatzbringer. „Trotz des Mehraufwands können wir unsere Saisonware absetzen und gehen vermutlich aufgrund unserer vorsichtigen Einkaufspolitik Ende Januar mit einem sauberen Lager in die nächste Saison und damit optimistisch in die nächste Einkaufsrunde.“

Auch das Modehaus Heinze in der Frankenberger Fußgängerzone sei „bisher ganz gut durchgekommen“, sagt Geschäftsführer Hans-Heinrich Heinze. Allerdings könne man den Umsatz unter Corona-Bedingungen nicht mit dem Weihnachtsgeschäft in normalen Jahren vergleichen. Auf die 2G-Regelung ab Mitte Dezember hätten die Kunden „sehr verständnisvoll reagiert“, berichtet Heinze.

Von Lieferengpässen betroffen

Gefragt waren vor Weihnachten vor allem Klassiker wie Hemden, Socken oder Gutscheine, berichtet Heinze und erzählt von Liefer-Engpässen: „Drei Tage vor Weihnachten sind mir die Herren-Schlafanzüge in der Hauptgröße ausgegangen. Das wird mir garantiert nicht wieder passieren.“

Positiv habe sich das Konzept der Stadt Frankenberg mit dem umgestalteten Ederufer sowie der stilvollen Weihnachtsbeleuchtung in der Fußgängerzone ausgewirkt, lobt Hans-Heinrich Heinze. Sein Dank gilt seinen Mitarbeitern, unter denen es eine „sehr hohe Impfbereitschaft“ gebe. Viele ältere Kunden gingen aus Sorge vor einer Corona-Infektion nicht in die Geschäfte, hat der Geschäftsführer beobachtet. Für diesen Kundenkreis habe das Modehaus einen Lieferservice angeboten.

Kontrollen verliefen reibungslos

„Wir sind sehr froh, dass unser Geschäft in der Vorweihnachtszeit geöffnet bleiben durfte“, sagt Tanja Schiemann, Inhaberin des Geschäftes Tandeco für Wohnideen, Mode und Geschenke in Battenfeld, mit Blick auf den Lockdown im vergangenen Jahr. „Trotz 2G sind uns unsere Kunden treu geblieben“, berichtet Schiemann. „Die Kontrollen am Eingang verliefen reibungslos.“

Es sei „schon eine Umstellung“ für sie und ihre Mitarbeiterinnen gewesen, gleich am Eingang nach einem Impf- oder Testnachweis zu fragen. Vereinzelt hätten Kunden auch noch einmal zum Auto gehen und das Handy oder einen Nachweis holen müssen. Das alles sei jedoch in einer freundlich-angenehmen Atmosphäre abgelaufen. „Ich denke, wir haben das Beste aus der Situation gemacht“, sagt Schiemann.

Handelsverband Hessen unzufrieden

Das für die Branche wichtige Jahresende sei enttäuschend verlaufen, teilte der Handelsverband Hessen mit: „Die Verschärfungen der Corona-Maßnahmen und die damit ausgebliebenen Kundenfrequenzen trafen viele Handelsunternehmen mit voller Wucht, in teils existenzbedrohender Weise.“ Der Handel in Hessen habe Umsatzverluste von bis zu 30 Prozent gemessen am Weihnachtsgeschäft im Vorkrisenjahr 2019 verzeichnet. Zwei Drittel der Befragten zeigten sich in einer Umfrage des Verbands unter 1000 Betrieben unzufrieden mit den bisherigen Geschäften, im innerstädtischen Handel waren es 80 Prozent. (dpa)

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