Den Übeltätern auf der Spur

Müllentsorgung im Wald bei Frankenberg: Förster Debes hat Verursacher ermittelt

Hausrat im Wald: Förster Volker Debes entdeckt immer wieder Müll im Wald, wie diese Möbelreste am Parkplatz an der Landesstraße Frankenberg/Somplar. Die umweltgefährdenden Ölfässer, die nebenan lagen, hat er schon entfernt.
+
Hausrat im Wald: Förster Volker Debes entdeckt immer wieder Müll im Wald, wie diese Möbelreste am Parkplatz an der Landesstraße Frankenberg/Somplar. Die umweltgefährdenden Ölfässer, die nebenan lagen, hat er schon entfernt.

Das Revier von Volker Debes (Forstamt Frankenberg) ist besonders häufig von illegaler Müllentsorgung betroffen. Der Förster mit Detektivinstinkt hat schon etliche Verursacher ermittelt.

Frankenberger Land – Ob Hausrat, Möbel, Farb- und Mineralölreste oder Reifen – illegale Müllablagerung in Wald und Flur kommen immer wieder vor. Sie gefährden die Umwelt und ihre Entsorgung verursacht hohe Kosten, für die die Forstämter und Kommunen aufkommen müssen. Besonders häufig betroffen davon ist das Revier des Rodenbacher Försters Volker Debes.

Insbesondere im Wald an der Landesstraße Frankenberg/Somplar und im Biotop-Komplex Goldbachtal muss er immer wieder Müll entfernen. Sogar Ölfässer sind darunter.

„Es ist erstaunlich, welche Mühen manche Verursacher auf sich nehmen, um den Müll in den Wald zu fahren“, sagt er. Dabei sei es doch einfacher, meist kostenlos oder zumindest kostengünstig, sich des Mülls auf legale Weise zu entledigen.

Die Verursacher meinten oft, unerkannt zu bleiben und ungestraft davon zu kommen mit ihren heimlichen Aktionen. Doch Förster Debes kommt immer wieder Übeltätern auf die Schliche.

Zum Beispiel in dem Fall, als jemand nahe der Nabu-Viehweide im Goldbachtal eine ausgemusterte Küche samt Kühlschrank abgeladen hatte. Auf einem der Kartons fand Volker Debes eine Lieferadresse. Zusammen mit dem Ordnungsamt Frankenberg machte er die Verantwortlichen ausfindig. Sie zahlten nicht nur ein Ordnungsgeld an die Stadt, sondern auch eine Strafe.

Ebenfalls im Biotop-Komplex Goldbachtal fand der Förster Hausrat und Möbel. „Ein Ehemann hatte die Sachen seiner Frau auf diese Weise entsorgt, nachdem sie ihn wegen häuslicher Gewalt verlassen hat“, schildert Debes. In dem Unrat befand sich ein Schreiben vom Sozialamt, das den Verursacher entlarvte.

In einem anderen Fall entdeckte Debes im Wald zwischen Frankenberg und Somplar Hausrat, Lösungsmittel und Sperrmüll, darunter auch ein alter Koffer. „Mal sehen, ob das Namensschild noch drin ist“, dachte sich der Förster mit Detektivinstinkt. Und tatsächlich. Es war drin. In allen drei Fällen hat er Anzeige erstattet. Wie hoch die Strafe für die Täter ausfiel, das hat er nicht verfolgt.

Und dann gibt es seiner Schilderung nach noch die Dauertäter: Der Malerbetrieb, der immer wieder Farbreste in den Wald werfe und der Reifenhändler, der die Reifen am Waldparkplatz ablädt, statt die Entsorgungskosten zu zahlen. Besonders oft fand Förster Debes Müll in der Natur, als im Frühjahr wegen Corona die Mülldeponien geschlossen waren.

Von Martina Biedenbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.