Buchmarkt

Frankfurter Buchmesse: Impulsgeber für lokale Händler

Breit gefächert: Inge Jakobi hält mit dem Angebot in ihrer Buchhandlung für alle Generationen etwas bereit. Auch das E-Book wird bei ihr nachgefragt.
+
Breit gefächert: Inge Jakobi hält mit dem Angebot in ihrer Buchhandlung für alle Generationen etwas bereit. Auch das E-Book wird bei ihr nachgefragt.

Inge Jakobi schätzt die Frankfurter Buchmesse als wichtigen Ort der Anregung und Inspiration für die Branche ein. Die Inhaberin der gleichnamigen Buchhandlung in Frankenberg: „Die Buchmesse bringt uns Bücher nahe und ruft sie uns wieder ins Gedächtnis. Voriges Jahr, als die Messe pandemiebedingt nicht stattgefunden hat, sind viele Neuerscheinungen versunken.“

Frankenberg - Die Frankfurter Buchmesse ist gestern wieder gestartet und läuft noch bis einschließlich zum 24. Oktober.

„Ich habe noch nie so viele Kochbücher verkauft“, stellt Jakobi fest. Auch Ratgeber und Generationenromane seien aktuell stark nachgefragt.

Auch die Kinder- und Jugendbuchliteratur sei „noch nie so vielfältig wie heute“ gewesen, sagt Jakobi. Hier habe man sich vor allem mit dem Genre „Manga“, also mit japanischen Comics, eine „vollkommen neue Zielgruppe“ erschließen können.

Deutliche Tendenz: Rüdiger Richter (Buchhandlung Hykel) registriert eine Nachfrage nach schönen Geschichten.

Viele ihrer Kunden wüssten mittlerweile die Vorteile des E-Books zu schätzen: Es ist praktisch, Schriftgröße und Helligkeit können variiert werden, um nur einige Vorzüge zu nennen. Trotzdem sei vielen Kunden das haptische Buch, das sie anfassen und in dem sie blättern können, weiter am liebsten.

Kleinere Buchmesse als Vorteil für lokale Händler

Bei der vorigen Frankfurter Buchmesse im Jahr 2019 strömten insgesamt noch mehr als 300 000 Besucher auf das Messegelände. Pandemiebedingt sind dieses Jahr maximal 25 000 Besucher pro Veranstaltungstag zugelassen. Sie gilt für Autoren und Händler als Impulsgeber. Dass die Buchmesse dieses Jahr in deutlich kleinerem Umfang als üblich stattfindet, mache sie aus Sicht der lokalen Buchhändler sogar noch attraktiver, findet Rüdiger Richter. Er leitet die Buchhandlung Hykel in Frankenberg.

Jan Kanitz, Leiter der Stadtbücherei Frankenberg: Einzelne Kunden fragen nach ganz bestimmten Titeln.

Richter ist sich sicher: „Der Drang zum Buch ist da.“ Auch er kann eine deutliche Tendenz der aktuellen Interessen seiner Kunden erkennen: „Die Leute haben genug von düsteren Geschichten. Sie flüchten sich in schöne Geschichten, die aufbauen.“

Bestellung im lokalen Buchhandel genau so schnell wie bei Amazon

Jakobi und Richter sind sich einig: Mit dem Onlineversandhändler Amazon können sie in jedem Fall mithalten. „Auch hier bei uns kann der Kunde bis abends bestellen und am kommenden Tag ist die Bestellung da“, betont Jakobi.

Jan Kanitz, Leiter der Stadtbücherei Frankenberg, verzeichnet nach Veranstaltungen wie der Frankfurter Buchmesse ein erhöhtes Interesse an bekannten Büchern. „Einzelne Kunden fragen dann nach ganz bestimmten Titeln.“ Grundsätzlich habe die Bücherei jedoch ihren Stammkreis an Kunden, auf den sich die Frankfurter Buchmesse nicht besonders auswirke.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.