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Die Glockenläutanlage in der Frankenauer Kirche wird modernisiert

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Von: Susanna Battefeld

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Austausch: Günter Kisselbach (zweiter von rechts) baut derzeit moderne Motoren und Computersteuerungen für das Glockengeläut ein. Hier mit (von links) Küsterin Waltraud Tönges, Kirchenvorsteher Günther Schade – der einen alten Motor in der Hand hält – und Frankenaus Pfarrerin Henriette Quapp-Wahl.
Austausch: Günter Kisselbach (zweiter von rechts) baut derzeit moderne Motoren und Computersteuerungen für das Glockengeläut ein. Hier mit (von links) Küsterin Waltraud Tönges, Kirchenvorsteher Günther Schade – der einen alten Motor in der Hand hält – und Frankenaus Pfarrerin Henriette Quapp-Wahl. © Susanna Battefeld

Eine Fachfirma aus Baunatal installiert neue Motoren und elektronische Steuerungen für die Frankenauer Kirchenglocken

Frankenau – Das Glockengeläut der Frankenauer Kirche wird bald nicht nur wieder zuverlässig erklingen, wenn es eingeschaltet wird. Der Ton werde mit der neuen Technik auch noch viel feiner sein, verspricht Fachmann Günther Kisselbach, der derzeit mit Sanierungsarbeiten der Anlage beschäftigt ist.

Jede der vier Glocken erhält einen neuen Motor und eine neue elektronische Steuerung. Außerdem wird der Motor für das Uhrschlagwerk (Stundenschlag) vollständig mit Motor und Steuerung erneuert. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt rund 13 000 Euro.

Der Kirchenvorstand hatte sich in seiner jüngsten Sitzung für die umfangreichen Erneuerungsarbeiten durch die Firma Kisselbach ausgesprochen. Mit den dabei anfallenden Elektroarbeiten ist die Firma Schneider beauftragt worden.

Der größte Teil der Summe ist nach Angaben von Pfarrerin Henriette Quapp-Wahl bereits durch Spenden abgedeckt. „Wir sammeln weiter“, kündigt sie an, und ihr Mann Harald Wahl ergänzt lobend: „Auf die Frankenauer ist Verlass.“ Auch Flüchtlinge hätten sich beteiligt.

„Die Glocken sind immens wichtig für die Gemeinde“, betont Henriette Quapp-Wahl. In Frankenau werde nicht nur bei Gottesdiensten geläutet, es erklinge auch eine spezielle Totenglocke, wenn jemand gestorben sei. Ebenso werde auch ein freudiges Ereignis, wie die Geburt eines Kindes, mit der Kirchenglocke kundgetan.

„Mit den neuen Motoren kann jetzt genau eingestellt werden, wie weit die Glocke jeweils schwingt, also in welchem Grad sie ausschlägt“, erläutert Günther Kisselbach. Dadurch werde ein Drittel Strom gespart und auch Glockenwand und Klöppel geschont. „Auch der Ton ist dann schöner“, verspricht er. Die in Frankenau eingebauten Modelle seien die ersten ihrer Art in Europa.

Kisselbach kennt die Läuteanlage der Frankenauer Glocken wie die oft zitierte Westentasche, da er bereits als 14-Jähriger erstmals hoch oben im Kirchturm stand und mit einem Kollegen die erste elektronische Steuerung eingebaut hat. „Mein Chef – das war mein Onkel – hat solange mit dem Pfarrer im Garten Kaffee getrunken“, erinnert er sich.

Wenn alles nach Plan verläuft, werden die Arbeiten in der kommenden Woche abgeschlossen. Der Gottesdienstbetrieb werde durch den Austausch der Motoren nicht beeinträchtigt, versichert der Seniorchef des Familienunternehmens mit Stammsitz in Baunatal.

Deutschlandweit gebe es nur noch drei weitere Firmen, die auf Glocken- und Turmuhrenanlagen spezialisiert seien. » TAGEBUCH LINKS

Von Susanna Battefeld

Im Turm der Frankenauer Kirche hängen insgesamt vier Glocken. Sie sind aus Stahl und wurden Anfang der 1950er-Jahre aufgehängt.
Im Turm der Frankenauer Kirche hängen insgesamt vier Glocken. Sie sind aus Stahl und wurden Anfang der 1950er-Jahre aufgehängt. © Susanna Battefeld
Schaltanlage der Glocken in der Frankenauer Kirche.
Schaltanlage der Glocken in der Frankenauer Kirche. © Susanna Battefeld

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