HNA-Serie „Faszination Oldtimer

Karl-Heinz Tripp aus Frankenberg fährt Cabrios: Triumph TR 6 und Mercedes 280 SL

Britisch und quietschgelb: Karl-Heinz Tripp an seinem Triumph TR 6 (Baujahr 1972). Das Dach des Cabrios bleibt in der Regel geöffnet. Der Frankenberger: „Ich fahre nur bei schönem Wetter.“
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Britisch und quietschgelb: Karl-Heinz Tripp an seinem Triumph TR 6 (Baujahr 1972). Das Dach des Cabrios bleibt in der Regel geöffnet. Der Frankenberger: „Ich fahre nur bei schönem Wetter.“

Das Thema Mobilität begeistert viele Menschen. Aber dazu zählen nicht nur moderne Fahrzeuge. Eine große Faszination üben Oldtimer aus. In unserer Serie „Faszination Oldtimer“ stellen wir Besitzer mit ihren Fahrzeugen vor.

Frankenberg – Karl-Heinz Tripp sieht sich gerne Wetterberichte an. Besonders dann, wenn er mit seinen Oldtimern auf Tour gehen möchte. „Ich fahre mit ihnen nur bei schönem Wetter“, betont der Frankenberger. Sprich: wenn die Sonne scheint.

Diese grundsätzliche Einstellung kommt bei Oldtimer-Besitzern nicht selten vor. Bei Karl-Heinz Tripp aber muss man wissen, dass er eine Liebe für offene Autos hat. Der 63-Jährige besitzt zwei Cabriolets: einen Mercedes 280 SL (Baujahr 1985) und einen Triumph TR 6 (Baujahr 1972). Mit ihnen und zusammen mit seiner Ehefrau Ingrid unternimmt er Rundfahrten in unserer Region, zum Beispiel zum Edersee oder durchs Sauerland. „Das dient auch schon mal zum Runterkommen bei Stress oder Hektik“, schildert Tripp.

Gerade in der Zeit, als er noch berufstätig war, war das Dahingleiten mit seinen Cabrio-Oldies besonders entspannend. Cruisen erdet. Der Hochbautechniker war 40 Jahre beim Frankenberger Fertighaushersteller Finger-Haus angestellt – bis zu seinem kürzlichen Renteneintritt als Vertriebsleiter.

Entspannend bleibt das Fahren mit dem Mercedes 280 SL oder dem Triumph TR 6 aber auch im Rentenstand. Obwohl er jetzt mehr mit seinen Schätzchen unternehmen könnte: „Die Pandemie-Lage wird irgendwann wieder Oldtimer-Wettbewerbe zulassen – aber auch dann werden wir nicht an solchen Veranstaltungen teilnehmen“, unterstreicht der 63-Jährige. Entschleunigung bleibt Trumpf – und Spontaneität. Denn manchmal wissen Karl-Heinz und Ingrid Tripp bis zum Einsteigen noch nicht so recht, wohin es denn eigentlich gehen soll: „Der Weg ist das Ziel.“

Auch mitten in der Natur macht der Mercedes 280 SL (Baujahr 1985) eine gute Figur.

Einen besonderen Liebling unter ihren alten Schätzchen haben sie nicht. Jedes Fahrzeug hat seine eigenen, besonderen Eigenschaften. Letztlich fällt die Wahl, mit welchem Auto man unterwegs sein möchte, auch schon mal kurzfristig aus: Steht den Tripps mehr der Sinn nach einer sportlicheren Tour, ohne aber gleich rasen zu wollen, dann wählen sie den britischen Triumph TR 6, möchten sie es aber dann doch etwas gemütlicher angehen, dreht sich der Zündschlüssel im Mercedes 280 SL. Und das, obwohl das deutsche Fabrikat mit 185 PS rund 80 Pferdestärken mehr unter der Motorhaube hat als die Maschine von der Insel.

Wichtig ist, den Wind um die Nase zu spüren. Daher muss das Verdeck – wann immer es nur geht – geöffnet bleiben. Es motiviert zusätzlich, dass viele Menschen am Straßenrand sich freuen und winken, wenn die beiden Cabrios an ihnen elegant vorbeiziehen: „Es ist schon schön, wenn die Leute Gefallen an unseren Fahrzeugen haben.“

Auch wenn die Tripps keinem Oldtimer-Verein angehören und nicht an Oldtimer-Rennen teilnehmen, haben sie öfters regionale Oldtimer-Treffen besucht. „Da stößt man auf Gleichgesinnte, sieht sich deren alte Fahrzeuge an und tauscht Erfahrungen aus“, erzählt Karl-Heinz Tripp. Klassische „Benzin-Gespräche“ eben.

Dass sich der heute 63-Jährige derart für Kraftfahrzeuge interessiert, kommt nicht von ungefähr. Er hat es im Blut: „Ich bin in diese Welt hineingeboren worden. Mein Vater war Autoschlosser. Ich habe viel von ihm gelernt.“

Schließlich funkte es bei ihm fahrzeugmäßig mächtig. Tripp liebt Oldtimer seit seinem 18. Lebensjahr. Begonnen hat diese Liebe aber mit Motorrädern. Damals konnte er sich kein neues Motorrad leisten, er ging noch in die Lehre. So freute er sich über ein altes Motorrad der Marke Hoffmann, das er geschenkt bekam. Das Motorrad war sehr verrostet und war sein erstes Restaurierungsobjekt.

Es folgten weiterhin alte Zweiräder: zwei NSU Fox mit 98 ccm (Vier-Takter) bzw. 125 ccm (Zwei-Takter) sowie eine 250er-BMW. „Diese Maschinen wurden damals im Rahmen meiner Möglichkeiten restauriert, von mir gefahren und dann wieder verkauft.“

Bei so viel Vorbildung und Erfahrung war es denn auch kein Wunder, dass Tripp später bei seinem ersten Oldtimer-Wagen sogar das Getriebe selbst auswechselte. Es war ein Triumph Spitfire. Da war er Anfang 40, als die Liebe zu alten Autos bei ihm endgültig die Oberhand gewann.

Seine tief verwurzelte Leidenschaft hat Tripp auch an seine Kinder weitergegeben – eine Tochter und zwei Söhne. Als die beiden jungen Männer heirateten, liehen sie sich von den Eltern für ihre standesamtlichen Trauungen den bereits erwähnten Mercedes 280 SL beziehungsweise einen Triumph Spitfire 1500 (Baujahr 1979) als Hochzeitswagen aus. Das hatte Stil – und machte Ehepaar Tripp auch deswegen sehr stolz.

Bei diesem Spitfire handelte es sich um einen anderen Wagen als um das besagte Einsteigermodell. Den Hochzeits-1500er gibt es nicht mehr: „Leider hatte das Auto einen Motorschaden, und so wurde es verkauft.“ Nachfolger wurde der Triumph TR 6.

Alte Motorräder wie zu Beginn seines Oldtimer-Interesses übrigens besitzt Karl-Heinz Tripp heute noch, und zwar wieder eine 250er-BMW (Baujahr 1959) und ein Vespa-Motorroller P80X (Baujahr 1980). Diese Maschinen hegt und pflegt er ebenso wie die beiden Oldtimer-Cabrios.

Die Wagen sind nicht nur im technisch sehr guten Zustand, auch optisch glänzen die beiden Veteranen. Die Original-Lacke und auch die Chrom-Teile zeigen weder Bläschen noch „Pickel“. „Es geht mir neben der Freude an solchen eleganten Fahrzeugen auch darum, wirtschaftliches Kulturgut für die Nachwelt zu bewahren.“ Und bei allem Hang zur umfangreichen Pflege duldet Tripp auch Patina auf den Ledersitzen: „Das dokumentiert gelebtes Autoleben.“

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