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Deutsch-Israelischer Schüleraustausch der Edertalschule

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Von: Michael Cebula

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Zu Gast in Frankenberg. 13 Schüler aus Israel erkunden Deutschland und das Frankenberger Land für eine Woche. Hier werden sie von Bürgermeister Rüdiger Heß vor dem Rathaus in Empfang genommen.
Zu Gast in Frankenberg. 13 Schüler aus Israel erkunden Deutschland und das Frankenberger Land für eine Woche. Hier werden sie von Bürgermeister Rüdiger Heß vor dem Rathaus in Empfang genommen. © MICHAEL CEBULA

13 Schülerinnen und Schüler von der Kalay High School, Givatayim (nahe Tel Aviv) aus Israel sind derzeit in Frankenberg und an der Edertalschule für einen Schüleraustausch zu Gast. Der Austausch sollte bereits vor zwei Jahren stattfinden, dies war aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich.

Frankenberg – „Wir wollten mit dem Austausch erreichen, dass sich die Schüler auf Augenhöhe begegnen und frei sein können vom Vorurteil, dass Deutsche Nazis sind“, sagt Lehrer Marco Böhnisch von der Edertalschule Frankenberg. Alexandra Wiegand, Lehrerin und Organisatorin des Schüleraustauschs, erzählt: „Wir freuen uns sehr, dass wir nach der schrecklichen historischen Vergangenheit mit dem Austausch einen kleinen Teil zu einer positiven Gegenwart zwischen Deutschland und Israel beitragen können.“

Fünf Jahre lang bemühte sich Alexandra Wiegand, die selbst drei Jahre in Israel lebte, eine Partnerschaft zwischen der Edertalschule und einer israelischen Schule zu ermöglichen. Über die deutsche Botschaft in Tel Aviv führte der Weg zur Organisation „ConAct“, die den Kontakt zur Kalay High School aus Givatayim herstelle. Rüdiger Heß, Bürgermeister von Frankenberg, freut sich beim Empfang im Rathaus: „Großer Dank gilt Alexandra Wiegand, die nie aufgegeben hat, diesen einzigartigen Austausch für unsere Frankenberger Schülerinnen und Schüler möglich zu machen.“

„Antisemitismus beschäftigt uns im Alltag leider noch immer. Viele Synagogen müssen, wegen der Angst vor Übergriffen unter Polizeischutz stehen und es passieren nach wie vor schlimme Angriffe, wie der Anschlag 2019 in Halle“, berichtet Lehrer Böhnisch. Doch nach dem Anschlag ermutigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit seiner Rede die beiden Lehrer, den Schüleraustausch zwischen Deutschland und Israel zu bestärken.

„Dankbar für die gemeinsame Zeit“

„Und es hat sich gelohnt. Bevor die Gäste aus Israel gelandet sind, hatten sie die Frankenberger Schüler bereits eine Woche vorher über WhatsApp kennengelernt. Als wir sie dann am Flughafen abholten, war es so, als würde man vertraute Freunde sehen. Es entwickelten sich Freundschaften seit Tag eins“, freut sich Wiegand. „Alle sind dankbar für die gemeinsame Zeit, die man miteinander verbringt.“

Die Israelis sind für eine Woche in Deutschland zu Gast. Am Freitag waren sie gemeinsam mit den Schülern der Edertalschule am Edersee, machten eine Schifffahrt, fuhren mit der Sommerrodelbahn und besuchten Schloss Waldeck. Am Samstag wurde Frankfurt mit einer Stadtrundfahrt erkundet, das jüdische Museum und der Maintower besucht. Sonntag war Familientag, und man traf sich abends privat zum Bowlen. Vor dem Rückflug wird für drei Tage nach Berlin gefahren. Dort ist geplant das Haus der Wannsee-Konferenz, das Holocaust-Denkmal und die Gedenkstätte in Sachsenhausen zu besuchen.

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