Geopark Grenz-Welten setzt digitales Projekt um

Die Kornähre wächst virtuell vor dem Frankenberger Steinbruch Hohenäcker

Vergangenheit und Zukunft: Ein 250 Millionen Jahre altes Pflanzenfossil wächst mitten unter den Premieren-Besuchern der neuen Kornähren-Augmented-Reality im Steinbruch Hohenäcker.
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Vergangenheit und Zukunft: Ein 250 Millionen Jahre altes Pflanzenfossil wächst mitten unter den Premieren-Besuchern der neuen Kornähren-Augmented-Reality im Steinbruch Hohenäcker.

Wer sich schon immer gefragt hat, wie wohl die sogenannte Frankenberger Kornähre aussah, die vor 250 Millionen Jahren im Bereich des heutigen Steinbruchs Hohenäcker wuchs, bekommt nun eine visuelle Antwort.

Frankenberg - Benötigt werden dafür lediglich ein Smartphone mit QR-Code-Scanner und ein Ausflug zur Geostation an der Straße zwischen Frankenberg und Rengershausen, direkt am Abzweig nach Rodenbach.

Dort hat der Nationale Geopark Grenz-Welten in Zusammenarbeit mit dem Softwareentwickler MT Intertex aus Schreufa, dem Bauhof der Stadt Frankenberg und der Ederbergland-Touristik ein neues Augmented-Reality-Projekt umgesetzt, das die fossile Pflanze naturgetreu zum Leben erweckt. Unter Augmented Reality versteht man eine computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung.

Motto: Vergangenes lebendig machen

Unter dem Motto „Vergangenes lebendig machen“ hatte schon im Sommer vergangenen Jahres der Procynosuchus, prominentester Bewohner der Korbacher Spalte in der Erdzeit des Perm, das digitale Licht der Welt erblickt. Bereits 1600 Mal ist der Urzeitdackel seitdem per Scan auf Smartphones hochgeladen worden, berichtet Sebastian Freitag vom Softwareentwickler MT Intertex. Nicht zuletzt die guten Erfahrungen mit dem virtuellen Procynosuchus haben den Geopark bestärkt, weitere Projekte in der Augmented Reality anzugehen, ergänzt Geoparkleiterin Kim Peis. Die Frankenberger Kornähre im Steinbruch Hohenäcker ist nun das zweite derartige Angebot in den Grenz-Welten.

Bei einem kleinen Rundgang durch den Steinbruch erfahren Interessierte an drei Stationen mit jeweils einem QR-Code Wissenswertes über das urzeitliche Zechsteinmeer mit seinem Deltasystem und über die Kornähre als einzigartige Vertreterin der Pflanzenwelt aus der Oberpermzeit rund 250 Millionen Jahre vor unserer Zeit.

So kann die Fossilienfundstätte ohne Führung erkundet werden, die Informationen können auf dem Smartphone mit nach Hause genommen werden. Die QR-Codes stellen einen vor allem für jüngere Menschen attraktiven Türöffner in die Welt des Geoparks dar und bringen die spannenden Funde der Grenz-Welten auf spielerische Weise nahe.

Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß dankt dem Geopark und den Softwareentwicklern, dass durch ihren Einsatz nun die heimische Region von vor 250 Millionen Jahren sichtbar gemacht wird. Die ehemalige Ziegelei der Firma Bötzel, der heutige Steinbruch Hohenäcker, sei noch bis in die 1990er-Jahre hinein aktiv gewesen und es sei schön, sie mit der virtuellen Kornähre nun wieder mit Leben erfüllt zu sehen. „Bitte genau so weitermachen“, wünscht sich Bürgermeister Heß an den Geopark gerichtet.

„Team Klimawandel“ bei der Kreisverwaltung

Dieser Bitte sowie selbstverständlich auch dem Dank schließt sich Landrat Dr. Reinhard Kubat an. Einen Besuch sei der Steinbruch Hohenäcker dank des digital lebendig gewordenen Pflanzenfossils nun doppelt wert. Der Landrat sieht den Einsatz des Geoparks aber auch noch in einem anderen Zusammenhang als wichtig an und erklärt: „Die Corona-Pandemie wird irgendwann vorbei sein, die Herausforderungen des Klimawandels bleiben und brauchen unsere ganze Aufmerksamkeit.“ Daher habe er bei der Kreisverwaltung ein „Team Klimawandel“ aufgestellt, dem auch Geoparkleiterin Kim Peis angehört.

Um die wichtigen Themen des Geoparks einer noch größeren Interessentenschar nahezubringen, könne eine Mehrsprachigkeit der Informationstafeln mit englisch und niederländisch angedacht werden. „Vergangenes lebendig machen und gleichzeitig das Lebendige von heute zu erhalten: Das sollte unser gemeinsames Ziel sein“, so der Landrat.  

Der Steinbruch Hohenäcker hat als Fundstätte der 255 Millionen Jahre alten Kornähre große wissenschaftliche Bedeutung.

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