Diskotheken waren monatelang zu

Disko mit 2G: Ein Abend im Utopia in Geismar

An der Theke: (von links) Paul Rockmann (19), Patrik Spors (18), Melina Doutheil (18) und Fabian Wroblewski (19).
+
An der Theke: (von links) Paul Rockmann (19), Patrik Spors (18), Melina Doutheil (18) und Fabian Wroblewski (19).

Nach monatelanger Corona-Pause sind die Diskotheken Utopia und Bonkers in Geismar und Frankenberg seit September wieder offen. Allein ins Utopia seien seitdem rund 2500 Gäste gekommen, berichtet Inhaber Lothar Battefeld. Am Freitagabend (29.10.2021) war auch die HNA vor Ort.

Frankenberg - Die Disko öffnet an diesem Abend um 21 Uhr, bereits eine halbe Stunde vorher versammeln sich die ersten Gäste vor dem Eingang. Masken müssen sie nicht tragen, da das Utopia mit der 2G-Regel öffnet, also nur Geimpfte und Genese einlässt.

Viele junge Besucher warten dick eingepackt im Kalten auf den Einlass. Einige Frauen überprüfen noch einmal Make-up und Frisur, es werden Fotos gemacht und der ein oder andere hält ein Bier in der Hand. Die Stimmung ist gut, man hört viel Gelächter und aufgeregte Stimmen.

„Jedes Wochenende unterwegs“

Auch Thomas Rößner (23) und Kevin Kümmel (21) stehen in der Warteschlange. Die beiden jungen Männer sind extra aus Korbach angereist. „Wir sind schon vor Corona viel feiern gegangen und fanden es schade, dass es dann so lange ausgefallen ist. Jetzt sind wir wieder jedes Wochenende unterwegs“, erzählt Kevin Kümmel.

Luca-App: Patrik Spors (18) registriert sich am Eingang des Utopia.

Die Vorfreude auf eine tolle Diskonacht liegt in der Luft. Inhaber Lothar Battefeld sieht die Wiedereröffnung nach der coronabedingten Schließung der Diskotheken etwas nüchterner: „Die Euphorie der Gäste wird bis Ende des Jahres wieder auf dem Normalstand liegen.“

Kontrolle: Impf- oder Genesenennachweis, Personalausweis, „Muttizettel“

Als sich die Türen endlich öffnen, beginnt die Nachweiskontrolle: Zwei Türsteher kontrollieren die Impf- oder Genesenennachweise sowie die Personalausweise der Gäste. Außerdem wird kontrolliert, ob sich die Gäste vor Ort in der Luca-App einloggen. Bei Minderjährigen werden zusätzlich sogenannte „Muttizettel“ kontrolliert – die Erlaubnis der Eltern für den Diskobesuch.

Mit 2G-Regel offen

Seit Mitte September sind Utopia und Bonkers wieder geöffnet. In beiden Diskos gilt die 2G-Regel – nur Geimpfte und Genese dürfen rein. Mit dieser Regelung entfallen die Masken- und Abstandspflicht. Im Utopia können 500 Gäste pro Abend feiern – wie bereits vor Corona. Gäste müssen neben einem Impf- oder Genesenennachweis auch ihren Personalausweis vorzeigen und sich über die Luca-App registrieren. Würde das Utopia mit der 3G-Regel öffnen, also auch für Getestete, dürften nur 60 Leute rein und müssten Maske tragen.

Im Vergleich zu früher sind die coronabedingten Einlasskontrollen ungewohnt, doch viele der Gäste halten schon alle notwendigen Nachweise bereit, bevor sie beim Türsteher ankommen. Die Warteschlange bewegt sich zügig voran, alles läuft reibungslos. Diskussionen kämen jedoch immer wieder mal vor, erzählt Battefeld. Er kennt die üblichen Ausreden, dass beispielsweise der Ausweis zu Hause vergessen wurde. Eingelassen werde aber nur, wer alle nötigen Dokumente vorweisen kann.

Die meisten Besucher zeigen einen digitalen Impfausweis vor, nur einige haben den gelben analogen Impfausweis dabei. Manchmal macht die Internetverbindung während des Einloggens in die Luca-App Probleme. Doch nach einem erneuten Versuch funktioniert auch das.

Eintrittspreis unverändert

Im nächsten Schritt geht es zur Kasse, wo Inhaber Battefeld persönlich abkassiert. Er wechselt mit allen Gästen ein paar Worte. Die Eintrittspreise haben sich laut Battefeld zur Wiedereröffnung nicht erhöht. Gäste, die bereits vor 22 Uhr im Utopia ankommen, zahlen zwei Euro, danach vier. Als Konkurrenz für die Diskotheken sieht Battefeld besonders die privaten Kellerbars an. Diese seien wesentlich attraktiver als früher, weil man sich Musik heutzutage problemlos überall herunterladen und abspielen kann. Für Battefeld steht aber fest: „Die Disko hat immer noch eine gewisse Anziehung.“

Am Eingang: Kevin Kümmel (21, links) und Thomas Rößner (23).

Einlasskontrolle, Kasse und Garderobe hinter sich gelassen, hallt den Gästen bereits die Musik aus dem Inneren der Diskothek entgegen. „Wir freuen uns darauf, endlich wieder zu tanzen, zu trinken und Leute zu treffen“, sagt Melina Doutheil. Die 18-Jährige und ihre Freunde nehmen an der Bar Platz.

Sowohl die Gäste als auch das Personal scheinen froh und erleichtert darüber, dass die aktuellen Corona-Lockerungen eine Partynacht wieder erlauben.

„Zwischen Oktober und März muss Geld reinkommen“

„Es wurde Zeit“, stellt Lothar Battefeld fest. Er und sein Sohn Benjamin, der den Club Bonkers in Frankenberg leitet, hätten die Schließungen der Clubs einigermaßen gut verkraftet. „Wir haben Glück, dass uns die beiden Gebäude gehören und wir keine Pacht zahlen müssen.“ Aber: „Zwischen Oktober und März muss Geld reinkommen, sonst hat man verloren.“ Dies sei die wichtigste Zeit für die Branche.

Auch eineinhalb Stunden nach der Öffnung stehen draußen weitere Gäste an. Die Party im Utopia hat gerade erst begonnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.