Vorsorge für den Ernstfall

DRK Frankenberg informiert über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Weisen auf Vorträge hin: (von links) Birgit Huft und Alexandra Wege von Betreuungsverein des DRK Frankenberg sowie die Referentinnen Kerstin Fuchs (Rengershausen) und Katharina Tils (Gemünden).
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Weisen auf Vorträge hin: (von links) Birgit Huft und Alexandra Wege von Betreuungsverein des DRK Frankenberg sowie die Referentinnen Kerstin Fuchs (Rengershausen) und Katharina Tils (Gemünden).

Der Betreuungsverein des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Frankenberg, lädt zu Vorträge über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung ein. Auch für junge Leute ist diese Vorsorge wichtig.

Frankenberg – Die Corona-Pandemie mit vielen, plötzlich lebensbedrohlich Erkrankten hat es noch einmal sehr deutlich gemacht: Es ist wichtig, sich mit einer Patientenverfügung und einer Vorsorgevollmacht auf den Ernstfall vorzubereiten. Das gilt für die Betroffenen, die nicht mehr selbst für sich entscheiden können, ebenso wie für ihre Angehörigen.

Alexandra Wege und Birgit Huft vom Betreuungsverein des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Frankenberg, werben dafür, sich mit diesen Themen, die für viele immer noch Tabu-Themen sind, auseinanderzusetzen. Sie laden alle Interessierten – und insbesondere ehrenamtliche Betreuer – zu Vorträgen von zwei Fachfrauen zu den folgenden Themen ein:

Vorsorgevollmacht

Die Gemündener Rechtsanwältin Katharina Tils informiert am Donnerstag, 8. Juli, über die Vorsorgevollmacht, mit der man eine andere Person bevollmächtigt, im Falle einer Notsituation alle oder bestimmte Aufgaben für den Vollmachtgeber zu entscheiden und zu erledigen – ob das rechtliche oder geschäftliche Angelegenheiten oder Entscheidungen über die Behandlung im Krankheitsfall sind. „Eine solche Vorsorgevollmacht ist auch wichtig, um von Ärzten Auskunft über den Zustand des Patienten zu bekommen. Rein rechtlich müssten die Ärzte diese Auskunft selbst langjährigen Ehepartnern verweigern, wenn keine Vollmacht vorliegt“, erläutert Katharina Tils die Bedeutung.

Was vielen nicht bewusst ist: Auch junge Leute ab 18 Jahren brauchen eine solche Vorsorgevollmacht, denn mit der Volljährigkeit sind die Eltern nicht mehr entscheidungsbefugt. Wenn keine Regelung vorliegt, muss das Betreuungsgericht eingeschaltet werden und entweder einen gesetzlichen Betreuer bestellen oder einen Familienangehörigen als ehrenamtlichen Betreuer einsetzen. Dann obliegt auch der Familienangehörige als Betreuer der Kontrolle des Gerichts. Das kann man durch die Vorsorgevollmacht verhindern.

Patientenverfügung

Die Juristin Kerstin Fuchs aus Rengershausen informiert am Donnerstag, 13. Juli, über das Rechtsinstrument der Patientenverfügung. Darin legt man selbst fest, welche Behandlungen man für sich bei lebensbedrohlichen Erkrankungen wünscht, welche lebensverlängernden Maßnahmen ergriffen werden sollen und welche nicht. Es ist eine Vorsorge für den Fall, dass man selbst nicht mehr entscheidungsfähig ist.

Die Juristin rät dazu, diese Verfügung möglichst persönlich zu gestalten und sich darüber auch mit Angehörigen auszutauschen, damit diese den Willen genau kennen. Dann könnten sie diesen auch gegenüber den Ärzten, die letztlich die Entscheidung treffen, besser vertreten.

Kerstin Fuchs wird in ihrem Vortrag auch auf die besondere Situation bei der Covid-Intensivbehandlung eingehen. Ärzte und Angehörige müssten in der Corona-Pandemie unter besonderen Bedingungen über die Einleitungen von lebensverlängernden Maßnahmen, insbesondere die invasive Beatmung, entscheiden. Das sei besonders schwierig am Anfang der Pandemie gewesen, als man wenig über die Erfolgsaussichten und Auswirkungen wochenlanger Beatmung wusste, schildert Fuchs. Von Martina Biedenbach

Uhrzeit und Anmeldung

Die beiden Vorträge finden jeweils von 18 bis 20 Uhr in den Räumen des DRK, Auestraße 25, in Frankenberg statt. Teilnehmer müssen einen tagesaktuellen Coronatest oder einen Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen. Es besteht Anmeldepflicht. Anmeldung ist möglich bis Montag, 5. Juli, unter Tel. 0 64 51/23 08 144 oder 0 64 51/23 08 146. Vortragsbesucher können auch die Mitarbeiter-Parkplätze in der Berleburger Straße nutzen, heißt es in der Ankündigung.

Anmeldung

Die beiden Vorträge finden jeweils von 18 bis 20 Uhr in den Räumen des DRK, Auestraße 25, in Frankenberg statt. Teilnehmer müssen einen tagesaktuellen Coronatest oder einen Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen. Es besteht Anmeldepflicht. Anmeldung ist möglich bis Montag, 5. Juli, unter Tel. 0 64 51/23 08 144 oder 0 64 51/23 08 146. Vortragsbesucher können auch die Mitarbeiter-Parkplätze in der Berleburger Straße nutzen, heißt es in der Ankündigung.

Von Martina Biedenbach

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