Warum um die Ecke-Denken hilft

DRK-Kreisverband Frankenberg bietet Gedächtnis-Training an – Den Teilnehmern macht es Spaß

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Beim Gedächtnistraining des DRK-Kreisverbandes werden Seele, Körper und Geist angesprochen, wie hier Kursorganisatorin Regine Frese (links) und Kursleiterin Julitta Wittke-Begere (rechts) verdeutlichen. 

Frankenberg – Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Frankenberg bietet seit einigen Monaten Gedächtnis-Trainings an. Die HNA hat an einem Kursabend teilgenommen.

 „Fitness fürs Gehirn“ steht auf dem Hinweisschild beim DRK-Kreisverbandes Frankenberg. Im Kursraum halten sechs Frauen zwischen 52 und 77 Jahren unter Anleitung von Gedächtnistrainerin Julitta Wittke-Begere ihre grauen Zellen auf Trab. Es ist die letzte von sechs Kursstunden.

Die Frauen denken nicht etwa mit angestrengtem Gesichtsausdruck nach, sondern tragen fröhlich die Ergebnisse der Hausaufgaben vor. Aus komplizierten Umschreibungen galt es, das passende Sprichwort zu finden. Beispiel: „Nachtruhe ist der beste Garant für die Einhaltung der zehn Gebote = Wer schläft, sündigt nicht!“ Zusammen mit ihren Ehepartnern haben die Frauen zuhause gerätselt und Spaß dabei gehabt, erzählen sie.

Angst haben, sich zu blamieren, braucht niemand. „Eine falsche Antwort gibt es nicht, höchstens eine kreative“, sagt Kursleiterin Wittke-Begere. „Entspannt sein ist das A und O“, beschreibt die 65-Jährige das Kurskonzept, für das sie eine Ausbildung beim Bundesverband Gedächtnistraining absolviert hat. Das Vorgehen ist ganzheitlich, es spricht Körper, Seele und Geist an. „Wer locker ist, dem fallen leichter Dinge wieder ein, die er mal gewusst hat“, sagt Wittke-Begere.

Mit unterschiedlichsten Übungen, die auf den jeweiligen Stand der Kursteilnehmer abgestimmt sind, wird das Gehirn trainiert. Bei vielen Aufgaben, wie auch bei der Sprichwortsuche, geht es darum, um die Ecke zu denken, sich auf neue Denkweisen einzulassen. „Das fördert die Denkflexibilität, Phantasie, Kreativität, Wortfindung und das assoziative Denken“, erläutert die Trainerin.

Natürlich wird auch an der Merkfähigkeit gearbeitet. „Da gibt es einfache Tricks“, sagt Julitta Wittke-Begere. Zum Beispiel das Geschichtenerzählen: Zehn Dinge auf einem Einkaufszettel werden zu einer kleinen Geschichte verbunden: Ich stehe auf und will Kaffee trinken mit Milch, lieber noch mitSahne. Zum Mittagessen gibt es Nudeln mit Tomaten. Das macht Durst, ich brauche Mineralwasser. Die Tomaten hinterlassen Flecken, ich kaufe Waschpulver. Gut, dass kein Senfauf meiner Bluse ist. Keine Bratwurstohne Senf und Brötchen.

„Je absurder und witziger die Geschichte ist, desto besser merken wir sie uns“, erläutert die Kursleiterin. „Es funktioniert tatsächlich“, sagt eine 77-jährige Kursteilnehmerin begeistert. Sie hat schon mehrfach so eingekauft und erst an der Kasse den Einkaufszettel aus der Tasche geholt, um zu überprüfen, ob sie alles hat.

Ein weiterer Trick ist, die Wörter der Einkaufsliste an Körperteilen zu verankern und mit Bewegungen zu verbinden. Auch Bewegungsübungen gehören zum Konzept. Ebenso Denkaufgaben, wie Zahlen in eine Reihenfolge zu bringen. „Das schult Konzentration und logisches Denken. Wichtig ist auch das Wahrnehmen, etwas mit allen Sinnen aufzunehmen“, sagt Wittke-Begere. Den Teilnehmerinnen hat der Kurs, bei dem viel gelacht wird, gefallen. Einige wollen an einem Folgekurs teilnehmen. Die Trainerin, die auch Senioren-Gymnastik in Frankenau anbietet, ruft dazu auf, die Übungen fortzusetzen: „So wie wir den Körper fit halten müssen, ist es auch wichtig, das Gehirn zu trainieren.“

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