Mehr als ein Hobby: Wohnen auf vier Rädern

Ein Stammtisch für Wohnmobilisten

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Noch im Winterdomizil: Für das Foto hat Heinz-Willi Köster seinen zwei Jahre alten 4,5-Tonner aus dem Winterschlaf in der eigens dafür gemieteten Scheune gerissen.

Frankenberg. Die Welt sehen und dabei doch immer die eigene Wohnung dabei haben. Diese Kombination macht den Urlaub im Wohnmobil für Viele besonders interessant. Auch Heinz-Willi Köster aus Frankenberg ist begeisterter Wohnmobilist. Im November 2017 hatte er dann die Idee, mit Gleichgesinnten einen Stammtisch zu gründen.

Heinz-Willi Köster hat eine große Leidenschaft: das Reisen. Ungefähr 90 Tage im Jahr ist er mit seiner Frau auf Achse. Und zwar immer im Wohnmobil. Halb Europa haben sie so bereist. In zehn Jahren Urlaub im Wohnmobil waren sie unter anderem in Frankreich, Kroatien, den Niederlanden, Dänemark und Italien.

Irgendwann hatte der 67-Jährige dann die Idee, seine Begeisterung für Wohnmobile mit Gleichgesinnten zu teilen. Kurzerhand gründete er vorigen November einen Wohnmobilstammtisch in Frankenberg. Zum ersten Treffen kamen gleich 22 Interessierte. Seitdem sei die Beteiligung zwar zurückgegangen, doch hoffe er, dass sich die Teilnehmerzahl zwischen 15 und 25 einpendelt, sagt Köster.

Bei den Treffen kann über alles rund ums Thema Wohnmobil gefachsimpelt werden: Die Fahrzeuge, die Technik, Reiseziele, Camping- oder Stellplätze beispielsweise. „Bisher ist alles sehr zwanglos. Wir sind eine ganz gemischte Gesellschaft. Wichtig ist nur, dass sich alle für Wohnmobile interessieren“, meint Köster. Die Gruppe könne aber auch ein hilfreicher Ansprechpartner sein, wenn man gerade selbst auf Tour sei und beispielsweise technische Probleme habe. So tauschten die Stammtischteilnehmer bereits ihre E-Mail-Adressen und Handynummern aus.

Bei einem weiteren Treffen ging es um das richtige Verhalten, wenn Einbrecher versuchen, nachts das Wohnmobil aufzubrechen. Hier konnte Köster sogar aus eigener Erfahrung berichten: Auf einer Tour übernachtete er mit seiner Frau in Düsseldorf, als er plötzlich von Geräuschen geweckt wurde. Jemand versuchte, die Tür seines Wohnmobils zu knacken. Zum Glück gelang es dem Dieb nicht, Köster hatte die Tür vorsichtshalber gegen Einbrüche gesichert. Anschließend habe es der Einbrecher noch bei einem anderen Wohnmobil versucht, löste aber aus Versehen die Hupe des Fahrzeugs aus, woraufhin er flüchtete. Doch nicht nur durch hupen lassen sich Einbrecher abschrecken: Wenn sich mal jemand am Wohnmobil zu schaffen macht, „am besten laut und deutlich zu erkennen geben, dass man da ist, also Licht anmachen und mal anständig brüllen“, rät er.

Bei den Wohnmobilfreunden sind natürlich auch alle Interessierten willkommen, die noch kein eigenes Wohnmobil besitzen. Für die hat Heinz-Willi Köster übrigens auch einen Tipp: Wer darüber nachdenke, sich ein Wohnmobil anzuschaffen, sollte darauf achten, dass das Wohnmobil zur Familiengröße passe. Nur weil ein Fahrzeug genug Schlafmöglichkeiten für vier Personen böte, heiße das noch lange nicht, dass auch ausreichend Platz für vier Personen plus Gepäck da sei.

Info: Der Stammtisch der Wohnmobilfreunde kommt jeden ersten Montag im Monat zusammen. Ab 19 Uhr finden die Treffen im Gasthaus Vöhl in Frankenberg statt.

Service: Von 30 000 bis über 500 000 Euro können Reisemobile kosten. Wohnmobil ist übrigens nicht gleich Wohnmobil, zumindest zufolge der FahrerlaubnisVerordnung. Mit einem Führerschein der Klasse 3 von vor 1999 dürfen Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu 7,5 Tonnen gefahren werden. Mit dem nach 1999 ausgestellten Führerschein der Klasse B darf man allerdings nur Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen fahren. Für Wohnmobile über 3,5 Tonnen gelten im Übrigen die gleichen Verkehrsregeln wie für Lkw.

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