Neue Serie 

Ein Tag mit dem Frankenberger Förster Fabian Krämer 

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Brauchen viel Licht zum Wachsen: Die kleinen Fichten, neben denen Fabian Krämer hier kniet. Damit sie das bekommen, muss er entscheiden, welcher andere Baum gefällt werden kann. 

Frankenberg. In unserer Serie "Ein Tag mit" begleiten wir Menschen mit spannenden Berufen und in außergewöhnlichen Lebenssituationen. Heute ist es der Frankenberger Förster Fabian Krämer.

Vorsichtig setzt Fabian Krämer ein Fuß vor den anderen. Sein Blick ist dabei immer auf die Wiese gerichtet, die er gerade vom Waldweg aus betreten hat. Nach wenigen Metern bleibt er stehen, vor ihm ist ein winziger Baum zu erkennen. „Wir haben hier im März Douglasien gepflanzt. Die sind noch so klein, dass sie zwischen dem Gras kaum zu erkennen sind“, erklärt der Stadtförster.

Bis ein Großteil dieser Bäume ihr Produktionsziel erreicht hat und geerntet werden kann, müssen noch etwa 80 Jahre vergehen. Krämers Aufgabe ist es erst mal, ihr Wachstum zu fördern und sie zu pflegen. So hat er eine Firma damit beauftragt, die Douglasien freizuschneiden. Der 28-Jährige erkennt nun auch, wo Nachbesserungen nötig sind. „An manchen Stellen fehlen Bäume. Es kann sein, dass Rehe sie gefressen haben.“ Einige wenige werden deshalb nachgepflanzt. „Die Douglasie kommt mit trockenen Standorten aus, daher spielt sie im Hinblick auf den Klimawandel eine wichtige Rolle“, erklärt Krämer.

Harvester fällt Bäume

Die Wiese im Wald zwischen Schreufa, Viermünden und Oberorke war schon Krämers zweite Station. Bereits gegen acht Uhr morgens ist er in ein Waldstück südlich von Rengershausen gefahren, um Waldarbeiter David Mantel zu besuchen. Als Krämer sein Auto abstellt, sitzt der Mitarbeiter der Firma Wiese gerade im Harvester und erntet Fichten. Die Maschine schafft es, 70 Bäume in der Stunde zu fällen. Zum Vergleich: Ein Waldarbeiter würde in dieser Zeit eineinhalb bis drei Bäume fällen. „Es gibt aber auch Arbeiten, die dem Forstwirt mit der Motorsäge vorbehalten sind“, sagt Krämer in diesem Zusammenhang. Das geerntete Fichtenholz wird zukünftig zum Beispiel zu Europaletten, Brettern, Leisten, Spanplatten oder Holzpellets verarbeitet.

In das besagte Waldgebiet ist Krämer heute Morgen gekommen, um den Arbeitsfortschritt zu beobachten. „Ich muss einschätzen können, wann das Holz etwa fertig ist“, erklärt er.

Borkenkäfer im Holz

Bei solchen Besuchen achtet der 28-Jährige aber auch darauf, dass die Arbeitsgassen – also die Wege, auf denen die Harvester fahren sollen – eingehalten werden oder ob beim Ernten andere Bäume beschädigt wurden. Außerdem erhält der Förster einen Eindruck davon, wie sein Wald aussieht. „Wir kommen nicht regelmäßig in all unsere Waldgebiete, meist zwei Mal im Jahrzehnt.“

Unterwegs im Wald kommt Fabian Krämer an einem Holzstapel vorbei. Schon auf dem ersten Blick erkennt er, dass Borkenkäfer darin genistet haben. Mit einer Sichel entfernt er etwas Rinde, um zu schauen, in welchem Stadium die Larven sind. Damit diese nicht auf andere Bäume übergehen, muss das Holz bald abgefahren werden – stellt er fest. Eine richtige Pause macht Krämer während seiner Arbeit nicht, er isst zwischendurch im Auto ein Brot mit Käse.

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