HNA-Serie „Faszination Oldtimer“

Holger Behlen aus Frankenberg und sein tadellos erhaltener Opel Senator A2

Top-Zustand: Der Opel Senator A2 mit Zulassung 7. Januar 1987 von Holger Behlen (Frankenberg) glänzt nicht nur mit einer Karneolrot-Metalliclackierung. Er ist in einem rundherum ungewöhnlich guten Zustand.
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Top-Zustand: Der Opel Senator A2 mit Zulassung 7. Januar 1987 von Holger Behlen (Frankenberg) glänzt nicht nur mit einer Karneolrot-Metalliclackierung. Er ist in einem rundherum ungewöhnlich guten Zustand.

Das Thema Mobilität begeistert viele Menschen. Aber dazu zählen nicht nur moderne Fahrzeuge. Eine große Faszination üben Oldtimer aus. In unserer Serie „Faszination Oldtimer“ stellen wir Besitzer mit ihren Fahrzeugen vor.

Frankenberg – Dass alte Autos Holger Behlen interessieren, liegt auf der Hand: Immerhin ist der 56-Jährige Chef des gleichnamigen Frankenberger Autohauses. Er hat somit eine natürliche Beziehung zu Oldtimern – auch wenn er logischerweise in erster Linie moderne Fahrzeuge verkauft. Dennoch: „Bei alten Autos handelt es sich um wirtschaftliches Kulturgut, das es zu bewahren gilt.“ So war Behlen lange Jahre Besitzer mehrerer Oldtimer – bis 2002. Seinerzeit verkaufte er alle. „Für mich standen damals wichtigere Dinge im Mittelpunkt, auch geschäftlich“, erinnert sich Behlen.

Diese Abstinenz hielt acht Jahre, bis ihm aus seinem Kundenstamm zunehmend ältere Fahrzeuge angeboten wurden. Nicht selten aus Hinterlassenschaften, wenn zum Beispiel der Großvater gestorben war und der Enkel kein Interesse an seinem Erbe hatte. Nach dem Motto „Alte Liebe rostet nicht“ kamen bei Behlen dann langsam wieder die alten Gefühle für Oldtimer auf, bis die Leidenschaft für Kfz-Veteranen erneut voll entfacht war. „Diese alten Autos haben mich gefunden; ich habe mich aber auch nicht gewehrt“, beschreibt er augenzwinkernd. Heute besitzt er insgesamt sechs Oldies.

Schnörkellos: Das Armaturenbrett vermittelt dem Betrachter auch heute noch richtiges 1980er-Jahre-Gefühl. Der Opel Senator A2 verfügte damals schon über Servolenkung und über einen geregelten Katalysator.

Damals war ihm aber auch gleich klar: „Größere Sanierungsobjekte kamen ab 2010 für mich nicht mehr in Frage. Oldtimer hatte ich in meiner Jugend ausreichend restauriert. Dieses Kapitel war abgeschlossen. Es durften dann nur noch alte Autos in einem guten Zustand sein.“

Diese Philosophie setzte er um – und stieß damit auf einen Wagen, dessen tadelloser, beinahe neuwertiger Zustand ihn regelrecht verblüffte: einen Opel Senator A2 mit Zulassung 7. Januar 1987.

Diese Baureihe war zwischen Ende 1982 und Juni 1986 gebaut worden. Bei besagtem Senator handelt es sich um einen früheren Dienstwagen der Adam Opel AG. Den größten Teil seines bisherigen Lebens verbrachte der Karneolrot-metallicfarbene Wagen aber in Korbach-Rhena, wohin er verkauft worden war. Er diente seit Herbst 1987 dem damaligen Besitzer als Sommerfahrzeug. War auch nur der Hauch einer Regenwolke zu sehen, blieb der Senator in der Garage.

Holger Behlen erinnert sich noch sehr gut, wie er von dem top-gepflegten Oldie erfuhr – und ihn dann im März 2015 kaufte: „Ein damaliger Mitarbeiter erzählte mir von diesem Senator mit Schaltgetriebe.“ Der Autohändler rümpfte zunächst die Nase: „Ich will keinen Wagen mit Gangschaltung“ – hatte aber gleich das Gefühl, sich dieses Fahrzeug dann doch einmal näher anschauen zu müssen. Also fuhr Behlen nach Rhena.

Wie neu wirkt auch die Innenverkleidung: Hier die linke hintere Tür mit (oben von links im Uhrzeigersinn) Türöffner, Türverriegelung, Fensterkurbel und Haltegriff mit eingebautem Ascher.

Dort verschlug es ihm fast die Sprache. Knappe 30 Jahre alt, 70 823 Kilometer auf dem Tacho, der Lack original ohne Bläschen, keine „Pickel“ im Chrom: „Der Wagen befand sich rundherum in einem ungewöhnlich guten Zustand. Die üblichen Schwachstellen dieser Fahrzeugreihe hatte jener 156 PS starke Senator nicht. Alles war in einem Top-Zustand. Nur das Armaturenbrett hatte kleinere Risse, die aber nicht weiter ins Gewicht fielen. Unterm Strich war bei ihm mit keinerlei Instandsetzungen zu rechnen.“

Behlen war Feuer und Flamme für diesen Oldtimer-Opel, der seinerzeit neben einer Servolenkung bereits über einen geregelten Katalysator verfügte. Pflicht wurde ein Katalysator für alle Neuwagen übrigens am 1. Januar 1989. Aufgrund des sehr guten Zustands des Wagens löste sich auch seine Abneigung gegen ein Auto mit Gangschaltung in Luft auf.

Schließlich bemerkte er, dass er den damaligen Besitzer bereits kannte: „Der ältere Herr war fast immer mit seinem Zweitwagen in unserer Firma, da das Wetter praktisch nie gut genug für den Senator war. Das erklärt vereinfacht den sehr guten Zustand dieses Autos.“

Seit bald sieben Jahren erfreut sich Holger Behlen an einem Oldtimer, der aufgrund der weiterhin guten Pflege mit gutem Gewissen als fast fabrikneu bezeichnet werden kann. Runde 9000 Kilometer Asphalt hat er mit ihm inzwischen unter die Räder genommen: zu Oldtimer-Treffen, bei Oldtimer-Fahrten und – wie könnte es bei diesem Senator anders sein – bei Schönwetter-Touren. Auch den Hessentag in seiner Geburtsstadt Rüsselsheim hat der Opel-Veteran im Zuge einer Sternfahrt angesteuert.

Behlen weiß um die Besonderheit seines markant-roten A2. Er will ihn deshalb auch weiterhin schonend durch die Landschaft lenken und ihm möglichst viele Ruhepausen gönnen. Damit er weiterhin als quasi „fabrikneuer“ Oldtimer glänzen kann. Verkaufen will er ihn nicht. Deshalb ist es auch kein Wunder, wenn der 56-Jährige betont: „Der Senator wird mich überleben.“

AC-Geburtstag und Wohnmobile-Platzeinweihung beim Oldtimer-Treffen

72 Jahre alt wird der Automobilclub Frankenberg im nächsten Jahr. Laut AC-Vorsitzendem Holger Behlen soll dies mit einem Oldtimer-Treffen am Sonntag, 1. Mai, auf dem Festplatz Wehrweide gefeiert werden. An jenem Tag soll dort auch ein neuer Stellplatz für Wohnmobile eingeweiht werden. 

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