1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Frankenberg (Eder)

„Enkel“ weinte am Telefon: Oma zahlte Betrügern fünfstellige Summe

Erstellt:

Von: Jörg Paulus

Kommentare

Ältere Frau telefoniert
Symbolbild © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Betrüger haben eine Seniorin aus Marburg-Biedenkopf um einen fünfstelligen Geldbetrag gebracht. Sie gaben vor, der Enkel sei in einen tödlichen Unfall verwickelt gewesen und brauche nun Geld.

Marburg-Biedenkopf - Wie das Polizeipräsidium Mittelhessen am Montag, 18. Juli, berichtete, ereignete sich die Tat am Freitag, 15. Juli. Die Betrüger riefen bei einer über 80 Jahre alten Frau aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf an. Das Telefonat dauerte mehr als zwei Stunden. Am Telefon waren wechselnde Gesprächspartner, die sich als Polizeibeamte, Staatsanwalt und Richter ausgaben, um der Geschichte Nachdruck und Glaubwürdigkeit zu verleihen, dass der Enkel in einen tödlichen Unfall verwickelt sei.

Die Betrüger erzählten der Frau, dass der Enkel eine Kaution in fünfstelliger Höhe zahlen müsse, um eine bevorstehende Haft zu vermeiden. Die im Hintergrund zu hörende weinerliche Stimme des angeblichen Enkels, der flehte „Oma hilf mir“, trug ein Übriges dazu bei, heißt es im Polizeibericht. Letztendlich kam es gegen 15 Uhr in Lohra-Kirchvers zu der Geldübergabe.

Als Geldbotin erschien mit blauer OP-Maske und komplett schwarz gekleidet, eine ca. 26 Jahre alte, schlanke Frau mit schwarzen, zum Pferdeschwanz gebundenen Haaren. „Es gibt derzeit keine Hinweise zur Nationalität, einer etwaigen Begleitung und zur Mobilität der Geldbotin“, so die Polizei. Die Beamten fragen deshalb: Wem ist diese Frau aufgefallen? Wer hat die Frau gesehen und kann Angaben zu etwaigen Begleitern oder einem benutzten Fahrzeug machen? Hinweise an die Kripo Marburg, Tel. 06421/4060.

Polizei warnt vor Betrügern

„Die Polizei wird nicht müde, immer wieder und möglichst frühzeitig bei der Meldung von ersten Anrufen, und dann über wirklich alle zur Verfügung stehenden Kanäle vor den Betrügern am Telefon zu warnen“, sagt Polizeisprecher Martin Ahlich vom Polizeipräsidium Mittelhessen. „Der leider trotzdem erfolgreiche Betrug ist ein Beleg dafür, dass diese zeitnahen Meldungen und deren Verbreitung nicht nur durch die Polizei, sondern auch durch Angehörige, Freunde, Nachbarn usw. richtig und wichtig sind. Nur gemeinsam schaffen wir es, die Bürger davor zu bewahren, Opfer dieser Betrüger zu werden.“

„Der beste Schutz ist es, generell sofort das Gespräch zu beenden, wenn es bei einem unerwarteten Telefonanruf um Geld geht“, rät die Polizei. „Legen Sie auf und informieren sie sich anschließend selbst darüber, ob an der gehörten Geschichte, egal wie schlimm sie sich zunächst angehört hat, überhaupt etwas dran ist.“

Hinweise und Tipps gegen Betrugsmaschen

Weitere Hinweise und Tipps zu den vielen verschiedenen Vorgehensweisen und zum Schutz vor Betrügern am Telefon wie z.B. zu den Betrugsphänomenen Anrufe falscher Polizeibeamter, Enkeltrick oder Schockanrufe finden Sie im Internet unter polizei-beratung.de oder auf der Präventionsseite unter polizei.hessen.de/Prävention

Auch interessant

Kommentare