Entertainerin Moresco: Von den Geissens kriegt sie Stress-Herpes

Powerfrau: Die Kabarettistin und Entertainerin Patrizia Moresco in der Ederberglandhalle. Foto: Moniac

Frankenberg. Power pur verkörpert die Entertainerin Patrizia Moresco, die auf Einladung des Kulturrings in der Ederberglandhalle Frankenberg gastierte und mit Wortwitz und urkomischen Szenarien die rund 100 Besucher begeisterte.

Nach einem kleinen Seitenhieb auf die Provinz („Davon haben Sie noch nichts mitbekommen? Doch - die zwei da hinten haben den Witz kapiert.“) ratterte sie los, und das sozusagen ohne Punkt und Komma. Eine ihrer Stärken ist dabei das Nachmachen von Dialekten, wobei ihr ihre vielseitigen Wurzeln zugute kommen („Schwäbisch: Das kriegste nicht mehr von der Zunge“).

Inhaltlich ging es um die Themen unserer Zeit, angefangen beim Älterwerden, das auch Moresco beschäftigt („Ich bin so alt, dass ich mich für meinen eigenen Geschmack nicht mehr schämen muss“), wobei sie mit ihrer durchtrainierten, gertenschlanken Erscheinung keine größeren Probleme in dieser Hinsicht haben dürfte.

Alles und alle bekamen ihr Fett weg: die Deutsche Bahn, die Reiselust der Deutschen, der frühere italienische Ministerpräsident Berlusconi („Seine nächste Geliebte schwimmt vermutlich gerade im Geburtskanal“), die Elbphilharmonie („Bis die fertig ist, ist Beethoven wieder auferstanden“) und natürlich das Privatfernsehen für „Grenzdebile“. Daniela Katzenberger etwa habe den IQ eines Luftbefeuchters, und Carmen von den Geissens denke bei „Zwerchfell“ an Wichtel. Moresco: „Da krieg ich Stress-Herpes.“

Beim „Bachelor“ hätten sich 50 Jahre Frauenemanzipation „mal eben in Rauch aufgelöst“, und zu Heidi Klums superdünnen Top“trottels“ meinte sie: „Deren kulinarischer Höchstgenuss ist es, mit einem Cornflake die Schüssel auszureiben.“ Moresco sang über den Kaufrausch, und zu Physikern fiel ihr ein: „Die können einem alles erklären, aber nichts davon reparieren.“

Umweltschutz („Ich recycle, was der Müll hergibt“), Ökostrom („Meine Rechnung hat mir direkt die Angst vor der Dunkelheit genommen“) und verbohrte Vegetarier („Ich verstehe nicht, warum die aus Tofu immer Bratwürstchen und Hackbällchen formen müssen“) waren weitere Themen, bevor sich Langschläferin Moresco („Der frühe Vogel kann mich mal“) in die Pause verabschiedete.

Teil zwei war hauptsächlich den Problemen zwischen Mann und Frau vorbehalten. „Frauen wollen einen Partner für alle ihre Bedürfnisse, Männer ganz viele für nur eines“, behauptete die Entertainerin und ließ sich tanzend und singend über die Höhen und Tiefen von Paarbeziehungen aus.

Das Publikum amüsierte sich prächtig und erklatschte mehrere Zugaben. Einziger Wermutstropfen: die schlechte Hallenakustik, durch die mancher verbale Knaller unverstanden verhallte.

Von Marise Moniac

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