Ehemaliges EAM-Gebäude am Kegelberg

Erste Flüchtlinge in neue Unterkunft in Frankenberg eingezogen

Am Kegelberg in Frankenberg: Das ehemalige EAM-Gebäude ist jetzt ein Flüchtlingsheim.

Frankenberg. In das neue Flüchtlingsheim am Kegelberg in Frankenberg sind die ersten 16 Bewohner eingezogen. Die SPD-Fraktion hat sie besucht und ihnen Hilfe angeboten.

„Guten Tag, ich komme aus Syrien“, sagt einer der Flüchtlinge in gebrochenem Deutsch. Er war mit seiner Familie, Kind, Frau und Mutter, nach Deutschland geflohen - ohne Geld, Sprachkenntnisse und eine Ahnung, was sie erwarten würde. Nun hat die Familie, wie 16 weitere Flüchtlinge, in Frankenberg eine Herberge gefunden.

Die SPD-Fraktion hat mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Dr. Hendrik Sommer die in Frankenberg angekommenen Flüchtlinge besucht und willkommen geheißen. Durch kleine Geschenke wie Mandarinen und Schokolade wurde „das Eis gebrochen“ und eine erste Kommunikation ermöglicht. Auf Deutsch und Englisch kamen die Besucher mit den Flüchtlingen in Kontakt. Auch Sprachprogramme des Handys kamen zum Einsatz, um konkrete Worte oder Mitteilungen übersetzen zu können.

„Flüchtlinge sind fremd in unserem Land. Ihre Lebensumstände in Gemeinschaftsunterkünften ohne Sprachkurs und ohne Arbeit machen es ihnen schwer, sich in unserer Gesellschaft zu integrieren und hier richtig anzukommen. Wir wollten uns einen Überblick über ihre Situation verschaffen und Hilfe anbieten,“ sagte Dr. Sommer.

Die Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Neuschäfer ergänzte: „Wir wollen den Menschen vermitteln, dass sie hier in Deutschland und bei uns willkommen sind. Dies kann vor allem dadurch entstehen, dass man den ersten Schritt auf den anderen zu geht, sich kennenlernt und Ängste abbaut.“

Als sehr positiv bewertet es die SPD-Fraktion, dass sich bereits ein Netzwerk gebildet habe, das sich um wichtige Themen wie die Sprache kümmert und Aktivitäten wie Sport anbietet.

Neben Aktivitäten wie Schwimmen oder Muskeltraining ist es den Flüchtlingen vor allem ein Anliegen, Deutsch zu lernen. Der frühe Erwerb der deutschen Sprache, weiß auch der ehemalige Schulleiter und stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Erhard Wagner, ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Integration in die Gesellschaft.

Die Besuchergruppe hörte dem Ehepaar Ahlborn, den Betreibern der Gemeinschaftsunterkunft, gespannt zu, was bereits umgesetzt wurde und welche Maßnahmen noch folgen sollen. Ein besonderer Dank wurde der zuständigen Fachbehörde im Kreishaus sowie der Stadt Frankenberg ausgesprochen. Landrat Dr. Reinhard Kubat und Bürgermeister Rüdiger Heß hätten sich persönlich für die Realisierung des Wohnheimes eingesetzt, das insgesamt Platz für 66 Flüchtlinge bieten soll.

Die SPD-Fraktion sicherte ihre Unterstützung bei weiteren Maßnahmen zu, forderte aber auch die Landesregierung auf, finanziell für eine bedarfsgerechte Ausstattung der Flüchtlings-Unterkünfte zu sorgen. (nh/off)

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