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Frankenberg: Ausstellungen des „Projektes Philipp Soldan“ noch bis 24. Juli zu sehen

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Von: Karl-Hermann Völker

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Faszinierende Farben, geheimnisvolle Objekte: Die großformatigen Ölmalereien von Jörg Brandt und die Skulpturen von Hadi Knütel bestimmen das Ausstellungsbild im hohen Raum des spätmittelalterlichen Steinhauses am Geismarer Tor, das den Stadtbrand von 1476 überlebte. Hier sind noch Bilder des Projektes Philipp Soldan bis zum 24. Juli zu sehen.
Faszinierende Farben, geheimnisvolle Objekte: Die großformatigen Ölmalereien von Jörg Brandt und die Skulpturen von Hadi Knütel bestimmen das Ausstellungsbild im hohen Raum des spätmittelalterlichen Steinhauses am Geismarer Tor, das den Stadtbrand von 1476 überlebte. Hier sind noch Bilder des Projektes Philipp Soldan bis zum 24. Juli zu sehen. © Karl-Hermann Völker

Wenn der Renaissance-Bildhauer Philipp Soldan (1500 - nach 1569), Namensgeber der Philipp-Soldan-Stadt Frankenberg, auf moderne Kunstwerke trifft, entstehen ganz neue Bilderwelten und kreative Assoziationen, auch neues Publikum wird interessiert: Bisher haben rund 500 Besucher die Ausstellung „Philipp Soldan Projekt“ der Hamburger Künstlergruppe „TSE TSE“ mit mehr als 40 Arbeiten besucht.

Frankenberg – Dabei entstand das, was Dr. Birgit Kümmel, Museumsleiterin und Kunsthistorikerin, bei der Eröffnung erhofft hatte: „eine intensive Auseinandersetzung mit dem Ort einer künstlerischen Intervention, ein Austausch zwischen Besuchern, der Kunst und den Künstlern“.

Als zentraler Anziehungspunkt erwies sich dabei das Museum im Kloster Frankenberg, wo in einem Teil der Ausstellung Soldans Originalarbeiten in Holz und Eisen auf die modernen bildnerischen Reflexionen treffen. Auch der öffentliche Raum wurde „bespielt“ in Form großer Kultur-Cubes am Eder-Park.

Aber nicht alle Soldan-Interessierten fanden den Weg auch in den zweiten Ausstellungsteil in das spätmittelalterliche Haus am Geismarer Tor in der Altstadt, wo in dem besonderen Ambiente von Fachwerk und Stein-Kemenate Objekte und Bilder der fünf beteiligten Künstler Petra Spielmann, Bastian Raiss, Hadi Knütel, Jörg Brandt und Sabine Reyer eine besonders kontrastive, verblüffende Wirkung erzielen.

Soldans Balkenköpfe: Ihre Renaissance-Motive griff die Frankenberger Künstlerin Dr. Sabine Reyer im Haus am Geismarer Tor mit ihren Schwarzweiß-Arbeiten auf.
Soldans Balkenköpfe: Ihre Renaissance-Motive griff die Frankenberger Künstlerin Dr. Sabine Reyer im Haus am Geismarer Tor mit ihren Schwarzweiß-Arbeiten auf. © Karl-Hermann Völker

Für diesen Ausstellungsteil in den Räumen des „Kunsttreff“ warb jetzt noch einmal das in Frankenberg lebende Mitglied der Künstlergruppe TSE TSE, Dr. Sabine Reyer, die in den vergangenen Wochen gemeinsam mit Lothar Finger Besuchergruppen betreute und führte, darunter auch Schulklassen.

„Das Interesse war sehr groß. Es gab tatsächlich Besucher, die Philipp Soldan noch gar nicht kannten. Hier halfen die Bildpräsentationen, die Lothar Finger regelmäßig an Sonntagen zur Einführung anbot, kräftig mit.“ Dabei erfuhren die Gäste auch viel über die handwerkliche Arbeit des „Formenschneiders“ Philipp Soldan und seinen künstlerischen Eisenguss in Form von Ofenplatten.

Während im Museum im vor allem die großen Collagen-Teppiche der TSE-TSE-Künstler im Dormitorium ins Auge fallen, sind es im Haus am Geismarer Tor, Geismarer Straße 3, vor allem die Werke im Steinhaus: die originellen Objekte von Hadi Knütel im Raum oder die goldene Puppe als Installation „Love Trust Change“ in der Kaminnische der Kemenate von Petra Spielmann.

Mit faszinierendem, überbordendem Farbrausch erzielen auf den Steinwänden aber die großen Ölbilder von Jörg Brandt, mit denen er sich auf Soldans Paradies-Ofenplatte mit Adam und Eva bezieht, eine ganz besondere Wirkung. Es lohnt sich also, den Räumen im Haus am Geismarer Tor einmal einen Extra-Besuch abzustatten.

Service: Die Ausstellungen sind bis 24. Juli zu Öffnungszeiten des Museums im Kloster Frankenberg, Bahnhofstraße 10, und des „Kunsttreffs“ im Haus am Geismarer Tor, Geismarer Straße 3, samstags/sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Rundgänge mit einführenden Videos an den Sonntagen 10. Juli und 17. Juli jeweils 15 Uhr. Sonderführungen: 0 5691/625734. Eintritt ist frei.

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