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In der alten Kirche in Allendorf sind Feuchtigkeitsschäden im Dachgebälk entdeckt worden

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Von: Thomas Hoffmeister

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An der geöffneten Traufe des südlichen Kirchendaches: (von links) Architekt Franziskus Hartmann, Bürgermeister Claus Junghenn sowie Sabrina Lehmensiek und Oliver Koch vom Bauamt der Gemeinde Allendorf.
An der geöffneten Traufe des südlichen Kirchendaches: (von links) Architekt Franziskus Hartmann, Bürgermeister Claus Junghenn sowie Sabrina Lehmensiek und Oliver Koch vom Bauamt der Gemeinde Allendorf. © Thomas Hoffmeister

Bei Sanierungsarbeiten in der alten Kirche in Allendorf wurde ein fauler Balken in der Traufe entdeckt.

Allendorf/Eder – Wenn man ein altes Gebäude saniert, erlebt man oft teure Überraschungen. So ist es auch bei der „alten Kirche“ in Allendorf/Eder, die aus dem Jahr 1496 stammt. Das wohl älteste Gebäude in Allendorf erhält seit Mai ein neues Dach. Die Kosten wurden zuletzt mit 640 000 Euro veranschlagt (HNA berichtete).

„An der Nordseite war alles picobello“, sagt Franziskus Hartmann aus Gladenbach-Weidenhausen, der sich als Architekt auf die Sanierung historischer Kirchengebäude spezialisiert hat, nachdem die Schiefereindeckung von Dach und Turm entfernt worden war. „An der Südseite ist es dagegen nicht so erfreulich“, so Hartmann.

Mitarbeiter der Firma Holzbau Pfeiffer aus Kirchhain haben die „Traufe“ am unteren Ende des Kirchendaches geöffnet und dort – wie Hartmann sagt – „ganz viel Dreck“ gefunden. Das sei aber nicht das Problem, sondern „ein klassischer Feuchteschaden“. Unter der Verschalung fanden die Zimmerleute eine „Delle“ in einem Eichenbalken. Wenn sie mit einem Hammer auf diesen Balken schlagen, zerbröselt dieser in kleine Stücke. Der Balken reicht bis in den Innenraum der Kirche – geht aber nicht quer über die gesamte Kirchendecke.

„Wir werden erst den Sparren sichern und dann den Deckenbalken rausnehmen“, kündigt Franziskus Hartmann an. Das Alter des Eichenbalkens – vermutlich über 500 Jahre – sei dabei nicht das Problem. Vermutlich sei ein Schieferstein des Daches kaputt gewesen, vermutet der Architekt. Dies habe zu Nässeschäden und Pilzbefall geführt. So sei der Balken verfault. Bei einer Kirchensanierung „Ende der 1970er Jahre“ hätten die Handwerker diesen Schaden sehr wohl bemerkt, aber die Stelle mit Bauschaum „aufgeschäumt und zugeschmiert“.

Weil die Schadstelle in einem unzugänglichen Bereich liege, sei sie nicht bemerkt worden. „Wenn wir den Schaden jetzt beheben, schaut da in den nächsten 50 Jahren keiner mehr rein“, sagt Hartmann.

Es werde Mehrkosten geben. „Aber das ist nicht wirklich dramatisch“, erklärt der Architekt. Beziffern könne er die Mehrkosten noch nicht. Der Schaden sei „überschaubar“. Allerdings müsse sich eine Restauratorin vom Amt für Denkmalpflege die Stelle noch einmal anschauen.

„An unserem Zeitplan wollen wir festhalten“, kündigt Hartmann an. „Bis Weihnachten“ sollen die Arbeiten an dem Gotteshaus beendet sein. „Wenn das Wetter hält, ist das kein Thema.“

Rückendeckung sicherte Bürgermeister Claus Junghenn den Restauratoren bei einem Ortstermin zu: „Das klappt alles sehr gut. Man sieht, dass Sie mit sehr viel Sorgfalt ihre Arbeit tun“, erklärte Junghenn und fügte hinzu: „Die alte Kirche ist uns ans Herz gewachsen.“

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