Freude über Unterstützung, aber auch Kritik am Bund

Finanzspritze: Je 400.000 Euro für Krankenhäuser in Korbach und Frankenberg

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Bekommt finanzielle Hilfe: Das Stadtkrankenhaus Korbach.

Korbach/Frankenberg – Die Krankenhäuser Korbach und Frankenberg bekommen Hilfe: Nächstes Jahr gibt es für beide Häuser je 400 000 Euro als Finanzspritze. Das teilte Gesundheitsminister Jens Spahn mit.

„400 000 Euro sind besser als nichts“, sagt Sassan Pur, Geschäftsführer des Korbacher Krankenhauses. „Daher nehmen wir das Geld auch dankbar an. Strukturelle Probleme oder den Fachkräftemangel kann die Summe jedoch nicht auflösen.“

Die genauen Formulierungen des Gesetzes müsse man nun noch abwarten. Doch Sassan Pur geht davon aus, dass der Betrag „zumindest für die nächsten Jahre“ fließen soll. Vorgesehen ist, das Geld in Korbach für Personal in Medizin und Pflege zu investieren, aber auch in medizintechnische Geräte und bauliche Sanierungen.

Besser: "Ehrliches Abrechnungssystem"

Ob die Unterstützung ausreiche, um Klinikstandorte zu erhalten, komme auf den Einzelfall an, so der Korbacher Krankenhaus-Chef. „Perspektivisch werden nur die Krankenhäuser überleben, die attraktiv genug sind, um Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen und die, die gute Qualität erbringen. Das wird auch unser Weg sein.“ Mehr gelegen wäre Pur an einem „vereinfachten und ehrlichen Abrechnungssystem“.

„Wir bewerten das sehr positiv“, sagt Gerhard Hallenberger, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses in Frankenberg, über die Finanzspritze. Nach „vielen Jahren ist der Bundespolitik klar geworden, dass viele Krankenhäuser in ländlichen Regionen Unterstützung brauchen“. Hallenberger sieht dies als „klares Zeichen des Bundes“. Die reine Summe könne Klinikstandorte zwar nicht sichern. Es sei aber ein Zeichen, „dass manche Kliniken unabdingbar sind“.

In die Bereiche Innere und Chirurgie soll das Geld im kommenden Jahr fließen. Hallenberger hofft, dass die Unterstützung nicht einmalig bleibt. Man werde sich jedes Jahr darum bemühen und belegen, dass man das Geld brauche. „Wir wollen nicht auf Geld verzichten, das uns zusteht.“

Der Chef der Kreisklinik betont, dass in Krankenhäusern zahlreiche Dinge an 365 Tagen im Jahr vorgehalten werden müssten, „und das kostet viel Geld“. Zugespitzt habe sich die Situation im Landkreis dadurch, dass viele Hausärzte fehlen. Die Menschen würden dann oftmals gleich ins Krankenhaus kommen.

Hilfe für 120 ausgewählte Kliniken

Eine bessere gesundheitliche Versorgung in ländlichen Gebieten soll mit der neuen finanziellen Unterstützung gefördert werden. 400 000 Euro gibt es für jedes der 120 ausgewählten Krankenhäuser in Deutschland.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der GKV-Spitzenverband und der Verband der Privaten Krankenversicherung stellen das Geld ab 2020 jedes Jahr zur Verfügung. Die Liste der profitierenden Häuser wird jährlich aktualisiert.

Das Geld bekommen nur Kliniken, in denen es Fachabteilung für Innere Medizin, Chirurgie oder Geburtshilfe gibt und die in Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte stehen. Ein Defizit muss aber demnach nicht nachgewiesen werden

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