Flüchtlinge: Frankenberg kann nicht mehr

Kurz vor dem Abriss: Im Schwesternwohnheim in Frankenberg sind auch Flüchtlinge untergebracht, die Appartements wurden aber zum 31. März gekündigt, weil Vitos dort eine Klinik bauen will. „Das kommt noch erschwerend zur Unterbringung der Flüchtlinge hinzu“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß. Foto: mjx

Frankenberg. „Die Kapazitätsgrenzen sind erreicht. Bei uns ist Land unter." Mit deutlichen Worten hat sich Bürgermeister Rüdiger Heß gegen die weitere Zuweisung von Flüchtlingen gewehrt.

Heß fordert vom Landkreis ein Ende der Quotierung der zugewiesenen Flüchtlinge nach Einwohnerzahlen der jeweiligen Kommune. Diese Quote entspreche in keiner Weise den Unterbringungsrealitäten in den jeweiligen Städten und Gemeinden.

„Bei uns ist die Not am größten, in Frankenberg ist der Wohnraum absolut am Ende, wir schaffen es nicht mehr, das ist die Situation“, betonte Heß zur Flüchtlingswelle - nach seinen Worten gibt es in Frankenberg aktuell 270 Asylbewerber. Dabei erinnert er daran, dass es in Korbach und Bad Arolsen für die Flüchtlinge Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes gebe, in Bad Wildungen etliche Sanatorien und Pensionen als Gemeinschaftsunterkünfte: „In Frankenberg haben wir lediglich ein Wohnheim, das mit 71 Flüchtlingen voll belegt ist“, machte der Bürgermeister deutlich. Die weiteren Asylbewerber in seiner Kommune seien in privatem Wohnraum untergebracht worden.

In Frankenberg und auch in den Stadtteilen sei der Wohnungsmarkt nun aber erschöpft, sagte Heßn. Das sei auch dem Landkreis gemeldet worden.

Die Kreisverwaltung habe er auch darüber informiert, dass in der Frankenberger Kernstadt drei ehemalige Supermärkte leerstehen: der tegut-Markt, der Kontra-Markt und der ehemalige Herkules-Markt in der Röddenauer Straße. Für die Belegung dieser Immobilien habe er sich bereits vor Wochen eingesetzt, beispielsweise seien die Eigentümer des alten Herkules-Marktes bereit, die Immobilie für die Unterbringung von Flüchtlingen an den Landkreis zu vermieten. (mjx)

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