Den Wildtieren ganz nah

Förderverein unterstützt den Wildpark Frankenberg seit 25 Jahren 

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Damwild: Erich Reitz füttert als ehrenamtlicher Helfer ein Rudel Damwild im Wildpark Frankenberg. Früher leitete der nun pensionierte Förster den Wildpark. Und seit Gründung des Fördervereins Wildpark ist er auch dort im Vorstand aktiv. Er berichtet im HNA-Interview von der Vereinsarbeit. 

Frankenberg. Mit dem Wildparkfest am kommenden Sonntag ab 10 Uhr begeht der Förderverein Wildpark Frankenberg sein 25-jähriges Bestehen. Was der Verein für den Wildpark geleistet hat und welche Projekte er noch vorhat, darüber haben wir mit Erich Reitz gesprochen.

Erich Reitz ist langjähriges Vorstandsmitglied, war als Stadtförster von 1991 bis zur Pensionierung 2014 Leiter des Wildparks und ist derzeit als Futterhelfer aktiv.

Herr Reitz, was war der Anlass für die Gründung des Fördervereins?

Erich Reitz: Das Ziel einer Fördervereinsgründung war eine zunächst rein finanzielle Situation. Es wurden der Stadt Frankenberg für den Wildpark Frankenberg Spenden angeboten, die nur in dieser Einrichtung Verwendung finden sollten. Deshalb wurde ein gemeinnütziger Verein gebildet, der Spenden einnehmen, steuerrechtlich bestätigen und dann für den Wildpark in vollem Umfang verwendet werden kann. In der Satzung sind diese Aufgaben genauestens formuliert und es gilt der Leitsatz, die öffentliche Aufmerksamkeit wirksam zu steigern.

Welche Projekte im Wildpark sind mit Hilfe des Fördervereins umgesetzt worden?

Reitz:Es wurden Info-Flyer erstellt, Infotafeln zur Wildartenbeschreibung aufgestellt, der Spechtturm zusammen mit dem Lions-Club Frankenberg gebaut, ein Kinderspielplatz angelegt und erweitert, Ruhebänke aufgestellt, ein neues Beobachtungshaus mit Ställen und Vorratsräumen im Untergeschoss, Rundgang und Gerätelager in der Mitte und Stroh- und Heuboden unter dem Dach gebaut. Mitwirkende waren damals neben den städtischen Forstwirten die Jugendlichen eines internationalen Jugendtreffs in Frankenberg und der Werkstätten des Berufsförderungswerk Industrie und Handwerk. Als Höhepunkt entstand das Wildparkhaus mit Schlacht-, Kühl- und Lagerräumen sowie Toiletten im Untergeschoss und dem Ausstellungs- und Versammlungsraum im Obergeschoss.

Welche Fördersumme kam insgesamt zusammen?

Reitz: Der Förderverein hat die von der Stadt Frankenberg und mit Fördergeldern des europäischen Strukturprogramms Leader verwirklichten Projekte mit über 25 000 Euro unterstützt. Dabei handelt es sich um erwirtschaftete Gelder und gesammelte Spenden.

Wie haben Sie es geschafft, das Geld dafür zusammenzubekommen?

Reitz: Was klein angefangen hat, ist mittlerweile schon zur Tradition geworden. Die aktiven Mitglieder des Fördervereines organisieren drei Veranstaltungen jährlich: das Osterfeuer am Ostersamstag, das Wildparkfest im Spätsommer und der Verkauf von Weihnachtsbäumen und Weihnachtsbraten im Advent.

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Reitz: Geplant sind eine Schutzhütte im Eingangsbereich und eine Grillhütte, Holzschnitzereien mit Darstellungen aus den Grimms Märchen, Verbesserungen auf dem Kinderspielplatz, Optimierung der Beschilderung, weitere Möblierung und eventuell die Einrichtung einer Pflegestation für Wildkatzen.

Was bringt der Wildpark für die Menschen in der Region Frankenberg?

Reitz:Der Wildpark Frankenbergs ist eine attraktive Naherholungseinrichtung und ein touristisches Ziel gleichzeitig. Die Besonderheit ist die direkte Kontakt- und Beobachtungsmöglichkeit von wilden Tieren aus unserer Heimat. Die Aufklärung über Biologie und Verhalten der Tierarten hautnah, weil bis auf Ausnahmen das Wild sich auf einer großen offenen Fläche ohne störende Zäune beobachten lässt. Weiterhin tritt der Förderverein für einen kostenfreien Zutritt ein, damit sich auch finanziell nicht so gut gestellte Familien einen Tierparkbesuch leisten können.

Was fasziniert Sie persönlich an dem Wildpark so, dass sie sich bis heute engagieren?

Reitz: Es sind die vielen Erlebnisse, die ich in den vielen Jahren meiner Betreuungstätigkeit gehabt habe. Die Beobachtungen und die greifbaren Kontakte zu den sonst so scheuen Waldbewohnern macht mich immer wieder glücklich und zufrieden. Gerne möchte ich noch einige Jahre meine Tätigkeit in dieser Art fortsetzen. Das gleiche Gefühl haben sicher auch meine Mitstreiter im Förderverein, mit denen ich mich bei Erzählungen und dem Austausch von Fotos erfreuen kann.

Sind neue Mitglieder willkommen?

Reitz: Natürlich. Besonders interessant ist eine Mitgliedschaft für Familien mit kleinen Kindern, denen die Aktionen im Wildpark viel Spaß machen. Beliebt sind unsere Frühstückstreffen an vier Sonntagen im Jahr.

Wildparkfest am Sonntag

Das beliebte Fest im Frankenberger Wildpark, am Ortsausgang Richtung Schreufa gelegen, findet am Sonntag 2. September, von 10 bis 17 Uhr statt. Es gibt ein Unterhaltungsprogramm mit Strohburg, Nistkastenbau, Kutschfahren, dem Clown Joe und um 13 Uhr tritt die Landjugend Haubern auf. Es werden Holzdekorationen und ein Flohmarkt angeboten. Und zur Stärkung gibt es Bewährtes von Wild, Rind und Schwein, Forellen, Kaffee und Kuchen. Das Fest findet im oberen Teil des Parkes beim Spechtturm und Kinderspielplatz statt. Der Festplatz ist von allen Eingängen aus zu erreichen.

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