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Frankenberg: Daniel Renkl ist neuer Kommandeur der Burgwaldkaserne

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Von: Gerhard Meiser

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Führungswechsel an der Burgwaldkaserne: Bei einem feierlichen Appell hat Brigadegeneral Dag Baehr (Mitte) gestern das Kommando über das in Frankenberg stationierte EloKa-Bataillon 932 von Oberstleutnant Kai-Alexander Hoberg (rechts) auf seinen Nachfolger Oberstleutnant Daniel Renkl übertragen.
Führungswechsel an der Burgwaldkaserne: Brigadegeneral Dag Baehr (Mitte) hat das Kommando von Oberstleutnant Kai-Alexander Hoberg (rechts) auf seinen Nachfolger Oberstleutnant Daniel Renkl übertragen. © Meiser, Gerhard

Führungswechsel an der Burgwaldkaserne: Bei einem feierlichen Appell hat Brigadegeneral Dag Baehr das Kommando über das in Frankenberg stationierte EloKa-Bataillon 932 von Oberstleutnant Kai-Alexander Hoberg auf seinen Nachfolger Oberstleutnant Daniel Renkl übertragen

Frankenberg – Am Kasernentor prangte das Europa-Banner, die Ehrenformation marschierte ein, das Heeresmusikkorps Kassel spielte die Nationalhymne, 340 Soldaten nahmen Paradeaufstellung: Mit einem feierlichen Appell am Donnerstagnachmittag in der Burgwaldkaserne übergab Oberstleutnant Kai-Alexander Hoberg das Kommando über das in Frankenberg stationierte Bataillon Elektronische Kampfführung 932 an Oberstleutnant Daniel Renkl.

Fast auf den Tag genau drei Jahre stand Hoberg an der Spitze des Bataillons. Er verlässt Frankenberg in Richtung einer „heimatnahen Verwendung“ zur Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo seine Familie lebt.

Im 60. Jahr des Bestehens des Standorts Frankenberg ist Daniel Renkl seit 1962 der 25. Kommandeur der Burgwaldkaserne. Die Besonderheit an Renkl: Er musste den Soldaten nicht großartig vorgestellt werden – er war bisher schon der stellvertretende Kommandeur des Bataillons und ist mit den Aufgaben vertraut.

Die Bataillonsübergabe mit der Übergabe der Truppenfahne vollzog der Kommandeur der EloKa-Truppe, Brigadegeneral Dag Baehr. „Nicht der Wandel der Welt wird heute betrachtet, sondern der Wechsel an der Spitze eines EloKa-Bataillons“, sagte Baehr. „Wir sind in einer anderen Welt aufgewacht“, zitierte der Brigadegeneral trotzdem Außenministerin Annalena Baerbock zur aktuellen Weltlage.

Mit der Übergabe der Truppenfahne übergab Brigadegeneral Dag Baehr (rechts) die Verantwortung für das Bataillon an Daniel Renkl.
Mit der Übergabe der Truppenfahne übergab Brigadegeneral Dag Baehr (rechts) die Verantwortung für das Bataillon an Daniel Renkl. © Meiser, Gerhard

Ob Deutschland seine Sicherheit in die USA, seinen Energiebedarf nach Russland und seinen Wirtschaftsexport nach China ausgelagert habe, müsse wohl diskutiert werden, meinte Baehr. „Wir stehen vor einem Umdenken und einer Zeitenwende.“ Gespannt sei er schon auf die „finanzielle Entwicklungshilfe“ für seine EloKa-Truppe. Auf den aktuellen Einsatz Frankenberger Soldaten im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine ging der General nicht näher ein.

Seinen Soldaten in seiner Truppe zollte Dag Baehr höchstes Lob: „flexibel, anpassungsfähig, mit unheimlicher Improvisationsgabe und nie versiegendem Einfallsreichtum. „Darauf bin ich sehr stolz.“ In die Lobeshymne auf seine Soldaten schloss er speziell auch den scheidenden Frankenberger Kommandeur Kai-Alexander Hoberg ein. „Sie haben dem Bataillon gutgetan“, sagte Baehr.

Militärischer Abschied: Mit einem Bundeswehrfahrzeug wurde Kai-Alexander Hoberg aus der Kaserne gefahren
Militärischer Abschied: Mit einem Bundeswehrfahrzeug wurde Kai-Alexander Hoberg aus der Kaserne gefahren. © Meiser, Gerhard

In den drei Jahren seiner Frankenberger Dienstzeit habe Hoberg dazu beigetragen, viele Krisen zu bewältigen – unter anderem den „Stresstest“ Corona-Pandemie, die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal („Ein Einsatz wie im Krieg“) und die Umsetzung der Organisation bei der Bundeswehr.

„In dieser Zeit hat Oberstleutnant Hoberg eine beeindruckende Führungsleistung hingelegt“, sagte Baehr. Ihm sei quasi die „Quadratur des Kreises“ gelungen – die „Balance zwischen Grundbetrieb, herausfordernden Aufträgen und einsatzhelfenden Händen – und alles bei gleichzeitigem Infektionsschutz“. Sein hoher Intellekt habe Hoberg als Vordenker für substanzielle Ideen und Leitlinien qualifiziert, betonte der General. Hoberg habe immer sein unbedingtes Vertrauen gehabt. „Und dieses Vertrauen hat er immer bestätigt.“

„Wertes Bataillon“, begann Oberstleutnant Hoberg seinen Dank an die insgesamt rund 700 Frankenberger Soldaten für das gegenseitige Vertrauen. „Hier gibt es 15 Fremdsprachen, 15 Prozent sind Soldatinnen, der Altersdurchschnitt liegt bei 33 Jahren“, führte Hoberg eine kleine Statistik auf.

Das Heeresmusikkorps Kassel sorgte unter der Leitung von Tobias Terhardt für die musikalische Umrahmung des feierlichen Übergabeappells am Donnerstagnachmittag in der Burgwaldkaserne.
Das Heeresmusikkorps Kassel sorgte unter der Leitung von Tobias Terhardt für die musikalische Umrahmung des feierlichen Übergabeappells am Donnerstagnachmittag in der Burgwaldkaserne. © Meiser, Gerhard

Sein Nachfolger Daniel Renkl ist 44 Jahre alt. Nach Offiziersausbildung und Studium bei der Bundeswehr kam er 2006 zum ersten Mal an die Burgwaldkaserne, war unter anderem Zugführer und Kompaniechef. Danach war er an verschiedenen Orten für die Bundeswehr tätig und auch in Auslandseinsätzen, ehe er 2018 als stellvertretender Kommandeur nach Frankenberg zurückkehrte.

Zeugen des Führungswechsels waren Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Militär, auch Abordnungen aus amerikanischen, französischen und niederländischen Patenverbänden. Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß bedankte sich für die ständig gepflegte gute Zusammenarbeit mit den Soldaten und der Bundeswehr.  

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