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Frankenberg: Kran verlegt neue Brücke über die Eder

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Von: Jörg Paulus, Gerhard Meiser

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In Frankenberg sind die ersten Teile der neuen Brücke über die Wehrweide verlegt worden.
In Frankenberg sind die ersten Teile der neuen Brücke über die Wehrweide verlegt worden. © Meiser, Gerhard

Ein 50 Meter hoher Kran auf der Wehrweide hat am Dienstagmorgen für Aufsehen in Frankenberg gesorgt. Was war da los? 

Frankenberg – Mit dem 400 Tonnen schweren und 50 Meter hohen Kran sind am Dienstag (15.02.0222) die ersten beiden Teile für die neue Radfahrer- und Fußgängerbrücke über die Eder zwischen Kleiner Wehrweide und Großer Wehrweide in Frankenberg installiert worden. Jedes Teil ist 30 Tonnen schwer und 38 Meter lang. Wenn die Witterung es zulässt, sollen am Mittwoch die beiden weiteren Teile eingesetzt werden.

„Die massive Holzbrücke wird insgesamt 60 Meter lang und hat zwischen den Geländern eine Breite von vier Metern“, erklärte Bauamtsleiter Karsten Dittmar. Er geht davon aus, dass das Bauwerk in etwa fünf Wochen gänzlich fertiggestellt sein wird. Bis dahin sollen auch die Betonfertigplatten für die Fahrbahn verlegt sein; in den Edelstahl-Handlauf wird noch Beleuchtung eingebaut.

In sicherer Entfernung erlebten am Dienstagmorgen auch etliche Schaulustige das Spektakel: „So etwas hat Frankenberg noch nicht gesehen“, lautete ein Kommentar. Für die Arbeiten war der Parkplatz Wehrweide schon seit Montag großräumig abgesperrt worden.

Brückenteile kamen mit Schwertransportern nach Frankenberg

„Für die Brückenkonstruktion wurden insgesamt 160 Kubikmeter Fichtenholz verbaut. Der Vorteil der Fichte ist vor allem das geringe Eigengewicht“, berichtete Jörg Schaffitzel, Chef des Holzbauunternehmens aus Schwäbisch-Hall. Schon seit gut einem halben Jahr sei die 750.000 Euro teure Brücke im Werk vorgefertigt worden.

Unser Drohnenfoto von Dienstagmorgen zeigt den Aufbau der neuen Brücke zwischen kleiner (vorne) und großer Wehrweide (hinten). Rechts neben dem Kran sieht man die alte Brücke, die abgerissen werden soll.
Unser Drohnenfoto von Dienstagmorgen zeigt den Aufbau der neuen Brücke zwischen kleiner (vorne) und großer Wehrweide (hinten). Rechts neben dem Kran sieht man die alte Brücke, die abgerissen werden soll. © Jörg Paulus

„In dem Holzbauwerk wurde mehr Kohlenstoffdioxid eingespeichert als bei der gesamten Baumaßnahme ausgestoßen wurde“, berichtete Lukas Osterloff vom Ingenieurbüro aus Lohmar. Das Büro war von der Stadt Frankenberg mit den Planungen beauftragt worden.

Mit zwei Schwertransportern waren die beiden ersten Brückenteile am Dienstagmorgen schon ab 4 Uhr auf der Wehrweide angeliefert worden. „Die Fahrt verlief reibungslos“, berichtete Fahrer Thomas König. Auch die Länge des Transports sei kein Problem gewesen.

„Die Brücke wird die Insellage der Kleinen Wehrweide wesentlich verbessern“, sagte Bürgermeister Rüdiger Heß. Dadurch könnten Veranstaltungen auf der Wehrweide wie der Pfingstmarkt von den Gästen noch besser besucht werden. Die alte Ederbrücke ein paar Meter weiter wird später abgerissen. Sie stammt aus dem Jahr 1990 und ist laut der Stadt Frankenberg in einem so schlechten Zustand, dass sie nicht mehr sanierungsfähig ist. 

Die neue Brücke soll bald schon Fußgänger und Radfahrer über die Eder zwischen kleiner und großer Wehrweide bringen. 3
Die neue Brücke soll bald schon Fußgänger und Radfahrer über die Eder zwischen kleiner und großer Wehrweide bringen. © Gerhard Meiser

Wie berichtet, wird im Bereich der beiden Wehrweiden 2022/23 ein Ederauenpark angelegt. Ein HNA-Leser hatte gefragt, ob das Auswirkungen auf den Pfingstmarkt mit der Tierschau habe. Nein, sagt Bürgermeister Heß dazu. Veränderungen im Bereich der Wehrweiden würden sich bereits durch die neuen Radwege ergeben, zu denen auch die neue Brücke gehört.

Die Brücke beginnt auf der kleinen Wehrweide etwa dort, wo bisher beim Pfingstmarkt der Biergarten des Festzeltes war. „Dadurch verändert sich das Bild, es wird aber positiver“, sagt Heß. Die Planungen seien mit Familie Wagner als Organisator des Pfingstmarktes und mit Züchtern der Tierschau abgestimmt worden. „Dabei wurden auch Änderungswünsche eingearbeitet.“ Die Tierschau am Pfingstsamstag könne wie gewohnt stattfinden. Es gebe sogar Verbesserungen – etwa bei der Stromversorgung für das Schafescheren.

Weitere Brücken in Frankenberg geplant

Im Spätsommer/Frühherbst sollen im Frankenberger Stadtbereich noch zwei weitere Fußgänger- und Radwegebrücken über die Eder entstehen. Dadurch soll die Nahmobilität verbessert werden, hatte das Stadtparlament beschlossen. Eine Brücke soll auf der Höhe des Wildparks entstehen, die andere im Bereich von Ruhrstraße und Goßbergstraße – sie soll das Ederdorf direkter an die Innenstadt anbinden.

Für diese beiden Brücken wurde jetzt schon mit vorbereitenden Arbeiten wie dem Gehölzschnitt begonnen, um die Brut- und Setzzeit der Tiere von März bis September zu berücksichtigen.  

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