Zoff um Päckchen

60-Jährige soll Paketboten die Treppe hinunter geschubst haben

+
Ein Paketbote von DHL liefert Päckchen aus. Solch ein Fahrer ist in Frankenberg die Treppe hinunter gefallen (Symbolbild).

Im Streit um ein Päckchen, soll eine 60-jährige Frau einen Paketboten die Treppe hinunter geschubst haben, doch die widerspricht. Jetzt ist der Fall vor Gericht. 

Weil sie einen Paketzusteller absichtlich die Treppe hinunter geschubst haben soll und sich dieser bei dem Sturz schwer verletzte, muss sich eine 60-jährige Frau vor dem Frankenberger Amtsgericht verantworten. Laut Anklage soll sie am 31. Januar 2019 mit dem Paketzusteller zunächst in einen verbalen Streit geraten sein, ehe sie ihn aus Verärgerung die Treppe am Hauseingang heruntergestoßen habe.

Paketbote kam mit Hubschrauber ins Krankenhaus

Diesen Tathergang bestreitet die Angeklagte. Zwar räumt sie eine Rangelei um ein Päckchen ein, allerdings sei der Paketbote dann ohne ihr Einwirken gestolpert und deshalb die Treppe hinab gestürzt. Der 47-jährige Mann landete auf dem Bauch und erlitt schwere Verletzungen am Oberkörper, am Rücken sowie am Kopf. Nach der Erstversorgung wurde er mit einem Rettungshubschrauber in das Universitätsklinikum nach Marburg geflogen.

Die Angeklagte behauptet, der DHL-Bote habe zunächst an ihrer Tür geklingelt und zwei Pakete zustellen wollen. Eines dieser Päckchen soll eine Sendung gewesen sein, die die Frau bereits im Dezember nach Italien schickte. Dafür habe sie Portokosten in Höhe von fast 26 Euro bezahlt. Weitere zehn Euro sollte sie nun für die Rücksendung an ihre Adresse zahlen, was die Frau jedoch ablehnte. Daraufhin sei es zu einem lauten Streit mit dem Paketzusteller gekommen, der das Päckchen wieder mitnahm und dabei „sehr aggressiv und aufgebracht“ gewesen sein soll, so die Schilderung der Angeklagten. Beim Verlassen des Hauses soll er ins Straucheln geraten und die Treppe hinunter gestürzt sein. Danach habe die Frau den Notruf verständigt.

Paketbote schildert anderen Tathergang

Der Geschädigte widerspricht diesen Ausführungen. Stattdessen behauptet er: Als die Kundin die zehn Euro nicht zahlen wollte, habe er das Päckchen wieder „ganz normal“ mitnehmen wollen. „Ich habe mich umgedreht und dann hat sie mich gestoßen und ich bin sieben, acht Stufen nach unten gefallen“, erzählt der Paketbote. Als der Mann bereits auf dem Boden lag, habe die Frau noch einmal zugetreten und kurze Zeit später sei er bewusstlos geworden.

Weil in dem Fall weitere Zeugen angehört werden müssen, vertagte Richterin Petra Kaschel die Verhandlung auf den 25. Februar.

Ähnlich dem Vorfall mit dem Paketboten hat in Frankenberg hat ein Rentner Polizisten bedroht und beschimpft. Jetzt muss er eine hohe Geldstrafe zahlen. 

Von Pascal Spindler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.