Rund 100 Jugendliche auf der Wehrweide

Nach illegalem Treffen in Frankenberg: Polizei kündigt Corona-Kontrollen an

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Der Parkplatz auf der kleinen Wehrweide in Frankenberg war über Pfingsten nachts gesperrt, nachdem sich am Freitagabend dort etwa 100 Menschen getroffen hatten, ohne auf Mindestabstände zu achten.

Das Treffen von rund 100 Menschen am Pfingstfreitag auf der Wehrweide hat Konsequenzen. Die Polizei kündigte weitere Kontrollen an - und auch Sanktionen, sollten die Corona-Regeln nicht eingehalten werden.

Wie berichtet, hatten sich etwa 100 Menschen, vor allem Jugendliche, am Freitagabend auf dem Parkplatz der kleinen Wehrweide getroffen. Laut Polizei hatte eine Person über einen Internetdienst dazu eingeladen. Die Anwesenden hatten dabei aber nicht die wegen Corona vorgeschriebenen Mindestabstände eingehalten, wie ein Video zeigt, das per Whatsapp verschickt wurde.

Danach hatte die Stadt Frankenberg den Parkplatz über das lange Pfingstwochenende nachts für Pkw gesperrt. „Eine grundsätzliche nächtliche Sperrung soll nach Möglichkeit vermieden werden, wird aber dennoch geprüft“, teilte die Stadt am Mittwoch auf Nachfrage mit.

Seit Jahren ein Treffpunkt 

Die Wehrweide ist schon seit Jahren in den Abend- und Nachtstunden ein beliebter Treffpunkt von Jugendlichen – meistens mit Autos, oft mit lauter Musik, heulenden Motoren oder quietschenden Reifen.

Auch am vergangenen Freitag waren einige mit ihren Autos dort. Die nächtliche Sperrung des Parkplatzes für Pkw sei daher auch eine direkte Reaktion auf den Zwischenfall von Freitagabend gewesen und auf Bitte und Veranlassung der Polizei erfolgt, teilte die Stadt mit. Aber schon am späten Abend des Pfingstsonntags hätten mehrere Autofahrer das Durchfahrtsverbot für die Wehrweide missachtet, teilte Kriminalhauptkommissar Dirk Richter von der Polizeidirektion in Korbach mit. „Auf die Autofahrer kommen Verwarnungsgelder zu“, sagte der Polizeisprecher.

Die Zufahrt zum Parkplatz auf der Wehrweide.

Die Menschenansammlung am Freitagabend war von der Polizei gegen Mitternacht aufgelöst worden. Die Polizei war mit mehreren Einsatzwagen vor Ort. „Die zumeist jungen Menschen kamen den Anweisungen umgehend nach, so dass es bei der Auflösung zu keinen Problemen kam“, berichtete Dirk Richter. Mit einigen Personen seien Gespräche geführt worden, die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Derzeit werde noch geprüft, ob Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet werden.

Polizei kündigt Strafen an

Die Polizei weist darauf hin, dass es im Falle einer erneuten Zusammenkunft von zahlreichen Menschen in der Öffentlichkeit unter Missachtung des Mindestabstandsgebotes, das derzeit wegen der Corona-Pandemie gilt, zu Sanktionen kommen werde. Die Polizei werde daher im Landkreis weiterhin an bekannten Plätzen kontrollieren, solche Veranstaltungen konsequent auflösen und Bußgelder verhängen, kündigte Dirk Richter an.

Schon am vergangenen Pfingstwochenende habe die Polizei im Landkreis an zahlreichen Orten kontrolliert. „Insgesamt halten sich die Menschen mit ganz großer Mehrheit an die Beschränkungen im Alltag“, berichtete der Polizeisprecher: „Die wenigen Verstöße gegen die Infektionsschutzgesetze konnten überwiegen kommunikativ gelöst werden. Die Betroffenen reagierten fast alle nach der Ansprache durch die Polizei verständnisvoll und lösten Zusammenkünfte auf oder hielten sich danach an den wichtigen Abstand von 1,5 Metern.“

Nicht an Regeln gehalten

An dem Wochenende habe es in Frankenberg aber auch mehrere junge Menschen gegeben, die sich nicht an die Regeln gehalten hätten. Sie seien durch die Polizei auf großen Parkplätzen vor Lebensmittelmärkten und anderen Geschäften in Frankenberg angetroffen und kontrolliert worden. „Da sie aus mehreren Haushalten kamen und die Mindestabstände nicht einhielten, stellten die Polizisten die Personalien von zehn jungen Menschen fest. Auf sie warten nun Bußgelder“, sagte Richter.

Auch die Stadt Frankenberg hofft, dass sich Vorfälle wie am Pfingstfreitag auf der Wehrweide nicht wiederholen, damit der Platz nicht doch wieder gesperrt werden muss. „Die Wehrweide ist als kostenfreier und offener Parkplatz wichtig für die Stadt“, sagte Stadt-Pressesprecher Florian Held.

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