Motoren standen im Mittelpunkt

Frankenberg: Schüler der Hans-Viessmann-Schule stellten Projekte zu innovativen Antrieben vor

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Experten für effiziente Antriebe: (Von links) Die Berufsschüler Niklas Waßmuth, Henrik Rabe und Moritz Knörr demonstrierten anhand eines Automotors die Funktionsweise der aktiven Zylinderabschaltung.

Frankenberg. Wenn man sich schon selbst das Thema für ein  Schulprojekt aussuchen darf, warum nicht eines wählen bei dem man eine Geländelimousine Probe fahren kann? Dass dachten sich Niklas Waßmuth, Henrik Rabe und Moritz Knörr wahrscheinlich, als sie die aktive Zylinderabschaltung als Thema für ihre Projektarbeit auserkoren.

Gemeinsam mit vier weiteren Schülerteams der Fachoberschule Technik an der Hans-Viessmann-Schule stellten die drei Schüler nun die Ergebnisse ihrer dreimonatigen Arbeit vor.

Bei der Zylinderabschaltung können in Fahrsituationen mit niedrigem Leistungsbedarf einzelne Zylinder im Automotor abgeschaltet werden. So lässt sich beispielsweise der Kraftstoffverbrauch senken. Ein weiterer Motor soll dann für höhere Leistung die deaktivierten Zylinder innerhalb eines Sekundenbruchteils wieder zuschalten.

Um zu überprüfen, wie viel man von diesem Vorgang als Fahrer mitbekommt, nahmen die drei Berufsschüler Kontakt zu einer Volkswagen-Niederlassung in Marburg auf. Dort konnten sie die Zylinderabschaltung anhand eines 1,4 Liter TSI Motors in einem VW Tiguan selbst testen. „Die Abschaltung hat man beim Fahren gar nicht gemerkt“, erzählten die drei. „Beim Beschleunigen gab es kein Leistungsloch, nur am Display konnte man erkennen, wann der Motor die Zylinder wieder zugeschaltet hat.“

Doch für ihr Projekt testeten sie nicht nur einen Verbrennungsmotor auf Herz und Nieren. Die Machinenbauschüler nutzten ihre Erkenntnisse auch, um den effizienten Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor zu vergleichen und festzustellen, was umweltfreundlicher ist: ein VW Golf mit Zylinderabschaltungstechnik oder ein E-Golf. Ihr Fazit: Beide haben bei einer Laufleistung von 150 000 Kilometern einen annähernd gleichen Kohlenstoffdioxidausstoß. Das hänge aber auch mit der aufwendigen Akkuherstellung und dem aktuellen Strommix in Deutschland zusammen, der noch zu großen Teilen aus fossilen Brennstoffen erzeugt werde, so die Berufsschüler.

„Die Projektarbeiten sollen die berufliche Handlungskompetenz der Schüler stärken“, sagte der Abteilungsleiter für Metalltechnik Kurt Naumann, „das soll auch durch individuelles Lernen erreicht werden.“ So stellten die Schüler selbstständig technische Berechnungen an und fertigten Skizzen an. Als Projektpartner konnten sie sich außerdem Betriebe suchen, die ihnen bei der Umsetzung ihrer Ideen halfen.

Der Aufwand hat sich für die drei Berufsschüler auf jeden Fall gelohnt: Für ihre Projektpräsentation und –dokumentation durften sie sich am Ende über die Bestnote freuen.

Dem Thema Auto widmeten sich auch die Projekte Ladedruck von Dustin Eickelmann und Louis Battefeld sowie Allradantrieb von Rafael Reder und Luca Opper:

Eickelmann und Battefeld ermittelten anhand eines Ausschlussverfahrens die Ursache für den fehlenden Ladedruck und den Leistungsverlust eines VW Golfs.

Reder und Opper beschäftigten sich hingegen mit den Vorteilen eines zuschaltbaren Allradantriebs sowie der Zukunft von Hybrid- und Elektromotorentechnik.

Die Arbeit von Paul Herzen und Thomas Hoffmann bestand in der Herstellung selbstgezeichneter Zahnräder mittels eines 3D-Druckverfahrens.

Außerdem setzte sich eine Gruppe zum Ziel, einen verbesserten Antrieb für ein Foucault‘sches Pendel zu entwickeln. Mit einem solchen Pendel lässt sich ein anschaulicher Beweis für die Erdrotation erbringen. Erik Arbeiter und Christoph Völker versuchten nun einen dauerhaften Antrieb für das Pendel zu entwickeln, der das Experiment möglichst wenig stört.

Von Maik Zeisberg

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