Corona-Pandemie

Läden in Frankenberg wieder offen: So war der erste Tag

Abstand wahren: An der Kasse von „ABC Schuhe“ in Frankenberg sorgt eine Bierbank für die nötige Distanz zwischen Verkäuferin Doris Tepel (von links) und Kundin Daniela Oberlies. Die Angestellten tragen Mund-Nasen-Masken. Am Eingang steht Desinfektionsmittel.
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Abstand wahren: An der Kasse von „ABC Schuhe“ in Frankenberg sorgt eine Bierbank für die nötige Distanz zwischen Verkäuferin Doris Tepel (von links) und Kundin Daniela Oberlies. Die Angestellten tragen Mund-Nasen-Masken. Am Eingang steht Desinfektionsmittel.

Am Montagmorgen durften nach etwa einem Monat wieder zahlreiche Geschäfte öffnen. Wie haben das die Kunden angenommen und wie sorgen die Geschäfte für den Sicherheitsabstand?

  • Schuhe, Kleider, Elektroartikel - Läden in Frankenberg haben wieder geöffnet
  • Auch Eis gibt es wieder - aber nur im Becher
  • Kunden reagieren überwiegend positiv auf die Lockerungen der Corona-Beschränkungen

Lilia Bajden hat auf die Wiederöffnung der Läden gewartet. Die junge Mutter aus Allendorf/Eder betritt gegen 10 Uhr das Frankenberger Tor. „Meine vierjährige Tochter Adelina braucht dringend Sandalen“, sagt sie. Und auch für das einjährige Kind zuhause will sie in dem Einkaufszentrum Schuhe kaufen. Und da ist sie nicht die Einzige.

„Es waren schon etliche Mütter mit Kindern hier“, sagt Katharina Radinger, Filialleiterin von Deichmann. Entsprechend der Ladengröße dürfen 24 Kunden gleichzeitig im Geschäft sein.

Lockerung der Corona-Beschränkungen in Frankenberg: Jeder Kunde bekommt eine Hart-Etikette

Das wird so überprüft: Wer reinkommt, nimmt sich eine Hart-Etikette – ein Plastikteil, das man als Diebstahlsicherung von Kleidung kennt. Es piept, wenn man damit aus dem Laden geht. Das Piepen verhindert auch, dass Kunden vergessen, das Teil beim Rausgehen wieder in den Korb zu legen.

Im Shop von „Mister Lady“ steht ein Verkäufer am Eingang und kontrolliert die Zahl der Kunden. „Es war schon einiges los. Die Kunden fragen insbesondere nach T-Shirts und kurzen Hosen“, sagt Filialleiterin Maria Wilde.

Um 10.30 Uhr ist das große Parkdeck des Frankenberger Tors etwa zur Hälfte gefüllt. Es ist einiges los an diesem Morgen, aber nicht überfüllt. Mund-Nasen-Masken tragen schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der Kunden.

Lockerung der Corona-Beschränkungen in Frankenberg: Mund-Nase-Masken zum Schutz

Nach etwa fünf Wochen, in denen fast alle Läden geschlossen waren, herrschte schon am Montagmorgen auch in der Bahnhofstraße und der Fußgängerzone wieder Leben. Dort sind die Schwestern Anneliese Schirrmacher und Ursula Bode aus Battenberg unterwegs.

Die 84 und 75 Jahre alten Damen sind auf dem Weg zum Optiker. Beide tragen eine Mund-Nase-Maske und wünschen sich, dass das mehr Menschen tun würden. „Zu wenige tragen Masken“, findet Bode.

Auch im Bekleidungsgeschäft „Domino no. 2“ haben sich die ersten Kundinnen eingefunden. Ellen Wagner und ihre Kolleginnen beraten sie beim Kauf von T-Shirts, Pullovern und Kleidern. „Die meisten suchen Sommersachen“, sagt Wagner, die Prozente auf den Einkauf gewährt. Sie ist froh, wieder arbeiten zu können, auch wenn sie bezweifelt, die Verluste der vergangenen Wochen wettmachen zu können.

Lockerung der Corona-Beschränkungen in Frankenberg: Schuhe für die Kinder

Christa Vaupel aus Allendorf ist für einen Umtausch bei Eitzenhöfer nach Frankenberg gekommen. „Irgendwie muss es ja weitergehen. Dass alles zu ist, ist ja keine Lösung“, sagt sie.

Auch bei „ABC Schuhe“ in der Fußgängerzone sind schon am Morgen die ersten Kunden. Unter ihnen Frauen auf der Suche nach Sommerschuhen und Mütter wie Daniela Oberlies aus Frankenberg. Sie hat mit ihrem Sohn Sportschuhe gekauft.

An der Kasse sorgt eine Bierbank dafür, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen ihr und Verkäuferin Doris Tepel eingehalten wird. „Es ist sehr ungewohnt, die Brille beschlägt“, sagt Tepel über ihre Mund-Nasen-Maske. „Aber Schutz muss sein.“ Um ihn noch zu erhöhen, steht am Eingang eine Flasche Desinfektionsmittel für die Kunden bereit. Bis zu 10 Kunden dürfen den Laden gleichzeitig betreten – einer pro 20 Quadratmeter.

Zum Schuhkauf in Frankenberg: Diana Müller aus Rodenbach ist mit Tochter Själla (8) und Sohn Bjarne (4) bei „ABC Schuhe“ in der Fußgängerzone.

Auch Diana Müller ist mit ihrem vierjährigen Sohn Bjarne und ihrer achtjährigen Tochter Själla auf der Suche nach passenden Schuhen für die ständig wachsenden Füße. „Schuhe kann man schlecht bei Amazon bestellen“, sagt die Mutter. Neben der Schuhanprobe freuen sich die Kinder noch auf eine süße Nascherei: „Die Eisdiele hat wieder auf“, sagt Själla.

Lockerung der Corona-Beschränkungen in Frankenberg: Eiscafés öffnen Straßenverkauf

Die Eiscafés dürfen seit Montag im Straßenverkauf Kugeln im Becher verkaufen. Wie viele andere Geschäftsleute in Frankenberg hofft Eisdielen-Betreiber Martini Moreno auf ein weiteres Stückchen Normalität ab Mai. Er kann sich gut vorstellen, einige Sitzplätze im Freien mit Selbstbedienung anzubieten. Die Tische würden dann abgeräumt, nachdem die Kunden gegangen sind. „Unter diesen Umständen sehe ich keine große Gefahr für eine Infektion“, sagt er.

Elektro Jonietz: In das Geschäft dürfen die Kunden nur einzeln eintreten. Bei der Beratung heißt es Abstand halten.

Auch bei Elektro Jonietz haben die ersten Kunden Staubsauger und Uhrenbatterien gekauft. „Sie haben darauf gewartet, dass wir öffnen,“, sagt Verkäuferin Susanne Trost. Das kleine Geschäft darf nur von einem Kunden betreten werden. „Die Lage kann man erst nach einer Woche beurteilen“, sagt Trost über die Lockerungen.

Lockerung der Corona-Beschränkungen in Frankenberg: Ordnungsamt überprüft Einhaltung der Vorschriften

„Alles ist gut, wir sind mit den Kontrollen zufrieden“, sagte Melanie Kaiser von der Stadt Frankenberg, die gestern mit einer Kollegin von Geschäft zu Geschäft ging und prüfte, ob die gesetzlichen Vorgaben der Corona-Beschränkungen eingehalten werden.

Lockerung der Corona-Beschränkungen in Frankenberg: Modehaus Eitzenhöfer geöffnet

Das Modehaus Eitzenhöfer in der Bahnhofstraße ist wieder geöffnet. Doch trotz der Lockerung der Corona-Beschränkungen ist nicht alles wie vorher. Am Eingang steht der Auszubildende Etienne Orwat – selbst ausgestattet mit Mund-Nasen-Maske und Handschuhen.

Bei ihm bekommt jeder Kunde eines von 30 Kärtchen – mehr Kunden dürfen nicht gleichzeitig im Laden sein. Auch die Hände desinfiziert er. Sein Eindruck: „Die meisten freuen sich, dass wir wieder aufhaben.“

Da derzeit nur Läden bis 800 Quadratmeter öffnen dürfen, ist die Verkaufsfläche im Erdgeschoss mit Rot-Weißem Band entsprechend abgeteilt. Das Sortiment wurde durchgemischt.

Sinisa Japundza (Abteilungsleiter Young Fashion/Modern Women) und Auszubildender Etienne Orwat begrüßen und beraten die Kunden bei Eitzenhöfer.

An der Kasse trennt eine Plexiglasscheibe Kunden und Verkäufer. Markierungen auf dem Boden sollen für ausreichend Abstand sorgen. Sinisa Japundza, Abteilungsleiter Young Fashion/ Modern Women, sagt: „Es gibt viele Neugierige, die sehen wollen, was wir machen, oder Lust auf einen Smalltalk haben.“ Andere wiederum würden gezielt Kleidungsstücke suchen, zum Beispiel Hosen.

Lockerung der Corona-Beschränkungen in Frankenberg: Modehaus Heinze noch geschlossen

Das Modehaus Heinze hingegen ist weiterhin geschlossen. „Wir haben einen eigenen Online-Shop, der wird ganz gut angenommen“, sagt Hans-Heinrich Heinze. Rund 60 Prozent des Sortiments seien dort zu finden. „Die Kunden können sich aber auch eine Auswahl abholen oder wir liefern nach Hause.“

Geöffnet hat allerdings das Schuhhaus Heinmüller im 1. Stock auf 730 Quadratmetern (Zugang über das Parkdeck). „Es würde mich freuen, wenn wir als Gesamtkonzept bald wieder aufmachen können“, sagt Heinmüller-Inhaber Marcus Wilke.

Schuhhaus Heinmüller: Nur so viele Kunden wie Tüten da sind, dürfen gleichzeitig in das Geschäft.

Bei Heinmüller müssen sich Kunden vor dem Betreten des Gechäfts eine Tüte nehmen. So wird die Anzahl der Menschen auf der Ladenfläche reguliert. Sind die Tüten aus, heißt es warten, bis ein Kunde das Geschäft verlässt.

Aufatmen bei vielen Einzelhändlern: Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen dürfen sie ihre Läden ab Montag wieder öffnen, sofern die Verkaufsfläche nicht über 800 Quadratmetern liegt.

Lesen Sie alle News zum Coronavirus im Kreis Waldeck-Frankenberg in unsere Ticker.

Ein Mann aus Allendorf (Kreis Waldeck-Frankenberg) hat seine Corona-Erkrankung nur knapp überlebt. Er lag wochenlang im Koma.

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