Beschluss der Stadtverordneten

Frankenberg will gegen Schottergärten vorgehen: „Steinwüsten sind wirklich das Allerfurchtbarste“

Werden in Frankenberg zum Problem: Schottergärten.
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Werden in Frankenberg zum Problem: Schottergärten.

In Frankenberg wird derzeit über private Schottergärten diskutiert. In Zeiten der Klimakrise seien mehr Grünflächen notwendig.

Frankenberg – Private Gärten im Frankenberger Stadtgebiet sollen grüner werden. Darauf zielt ein Antrag der SPD ab, den die Stadtverordneten am Donnerstagabend (04.11.2021) bei einer Gegenstimme der Freien Wähler angenommen haben.

Es geht darum, Steingärten zu vermeiden und „ein Mindestmaß an Begrünung und Grünflächen“ in Wohnsiedlungen einzuhalten. Der Magistrat soll den Handlungsbedarf für solche Regelungen prüfen und eine Formulierung für bestehende und neue Bebauungspläne vorschlagen.

SPD fordert mehr Grünflächen in Frankenberg

Hendrik Klinge (SPD) erläuterte den Antrag seiner Fraktion: Schottergärten und Steinwüsten seien lebensfeindlich für Tiere und heizten sich in der Sonne sehr stark auf. „Unsere Kommunen brauchen gerade jetzt viel mehr Grünflächen“, sagte Klinge mit Verweis auf die Klimakrise.

Als Gärtner und politischer Grüner sei er „sehr dankbar für den Antrag der SPD“, sagte Helmut Naumann. „Für das Erreichen der Klimaziele läuft uns allmählich die Zeit davon. Wir müssen alle nur denkbaren Maßnahmen ergreifen, damit die Natur ihren Weg gehen kann. Wir brauchen jeden einzelnen Grashalm“, sagte Naumann. „Die Landesbauordnung gibt uns alle rechtlichen Möglichkeiten, solche Schottergärten über das nötige Maß hinaus zu verbieten.“

Um das Verfahren zu beschleunigen, solle die Ausarbeitung des Magistrats direkt in den Bau- und Umweltausschuss gehen, schlug Naumann vor; dies wurde mitbeschlossen.

„Steinwüsten“ in Frankenberg: Politik ist sich uneinig

Einwände brachte Sven Garthe von den Freien Wählern vor: „Wir sehen einerseits die Notwendigkeit von schönen, blühenden Gärten, aber auf der anderen Seite auch die Zwänge, die den Privatleuten auferlegt werden“, sagte er. Die Freien Wähler wollten deshalb die Gestaltungsfreiheit erhalten und lehnten es auch ab, bei dem Thema an bestehende Bebauungspläne ranzugehen.

„Das kann man so sehen. Eigentum ist eine wichtige Sache. Aber Steinwüsten sind wirklich das Allerfurchtbarste“, antwortete Hendrik Klinge darauf.

Sabine Debus (FDP) brachte eine weitere Frage in die Diskussion ein: „Wie soll das kontrolliert werden?“ Diese Frage müsse ganz genau besprochen werden. „Ich warne davor, einen zahnlosen Tiger zu produzieren.“ - „Kontrolle muss sein“, pflichtete Uwe Patzer (Grüne) ihr bei. „Die Möglichkeit dazu gäbe es schon jetzt.“ (Jörg Paulus)

Im Schwalm-Eder-Kreis verbieten immer mehr Städte das Anlegen von Kies- und Schottergärten.

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