Interview mit dem neuen Heimleiter Markus Tewes

Frankenberger Altenzentrum Auf der Burg wird für 3,2 Mio. Euro saniert 

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Start in der Baustelle: Markus Tewes hat im Altenzentrum der Stiftung Hospital St. Elisabeth während der laufenden Umbaumaßnahmen seinen Dienst als neuer Einrichtungsleiter angetreten. Das Haus wird derzeit für rund 3,2 Millionen Euro modernisiert. 

Frankenberg Markus Tewes, neuer Leiter im Altenzentrum Auf der Burg,  erläutert im Interview die Modernisierung des Hauses und das neue Wohnkonzept. 

Die Startbedingungen für seine neue Leitungsfunktion waren nicht gerade leicht: Nach dem plötzlichen Tod des 52-jährigen Geschäftsführers Volker Czerwinski, der 14 Jahre das Altenzentrum der Stiftung Hospital St. Elisabeth in Frankenberg Auf der Burg geleitet und geprägt hatte, übernahm im vergangenen Jahr der Diplom-Betriebswirt (FH) Markus Tewes aus Warburg diese Aufgabe als neuer Einrichtungsleiter. 

Er trat seinen Dienst an mitten in einer großen Modernisierungsphase des Altenzentrums zwischen Baugerüsten und Ausbauarbeiten im Dachgeschoss. Im HNA-Interview schildert Tewes Details zum Projekt und seine Plänen für die Zukunft.

Herr Tewes, welche Vorerfahrungen bringen Sie für die Leitung des Altenzentrums Auf der Burg in Frankenberg mit?

Markus Tewes:Seit über 25 Jahren bin ich im Gesundheits- und Sozialwesen tätig. Ich konnte Erfahrungen sammeln in verschiedenen Akut- und Rehakliniken, zuletzt bei der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen, wo ich den Standort Hofgeismar geleitet habe.

Was hat Sie an der neuen Aufgabe gereizt?

Tewes:In Frankenberg fand ich zwar eine schwierige Situation vor, aber die laufenden umfangreichen Umbaumaßnahmen waren für mich auch Ansporn, an dem damit eingeleiteten Aufbruch des Altenzentrums Auf der Burg in die Zukunft aktiv gestaltend mitzuwirken.

Das Haus ist mittlerweile mehr als 40 Jahre alt, eine Modernisierung baulich wie auch in der Pflegekonzeption wurde dringend erforderlich. Wo sehen Sie den wichtigsten Gewinn der laufenden Baumaßnahmen?

Tewes:Durch den begonnenen Ausbau der Dachböden ist es uns künftig möglich, allen Bewohnern Einzelzimmer anzubieten, insgesamt 81. Aus drei Wohnbereichen werden fünf „Hausgemeinschaften“, dreimal 15 Plätze, einmal 16 Plätze und einmal 20 Plätze. Zudem werden die Aufenthaltsbereiche zu großzügigen Wohnküchen umgebaut, wo künftig das Leben der Bewohner stattfindet. Aus dem klassischen Speisesaal soll eine Cafeteria mit ständigem Angebot werden. Alle Bäder werden künftig barrierefrei, außerdem gibt es noch drei „Wellness-Bäder“. Der erste Bauabschnitt ist bereits fertig, leider verzögern sich einige Gewerke im Zeitplan.

Was bedeutet das Schaffen von „Hausgemeinschaften“?

Tewes:Wir versprechen uns von dem Umbau des Altenzentrums Auf der Burg neue Sozialformen in Wohngruppen, Möglichkeiten zur Begegnung und zur aktiven Teilhabe alter Menschen am täglichen Zusammenleben. Das verlangt natürlich eine Anpassung des Pflege- und Betreuungskonzeptes an die Bewohnerversorgung.

Haben Sie dazu genügend Personal?

Tewes:Das ist wirklich derzeit unser größtes Problem: Ja, unsere Einrichtung wird von 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen, darunter fünf Auszubildende, aber wir suchen dringend Personal in der Altenpflege. Der Markt ist auch in unserer Region wie leergefegt, ein bundesweites Phänomen. Wir haben neu eingestellt und werden weiter ausbilden. Für uns beginnt Personalgewinnung nicht erst auf dem Stellenmarkt, sondern bereits in Schulen und Bildungseinrichtungen. Damit haben wir durch das Rotary-Schüler- und ein Mutter-Kind-Projekt seit Jahren in Frankenberg gute Erfahrungen gemacht.

Der Mangel an gut ausgebildeten Kräften in der Altenpflege hat in Deutschland in jüngster Zeit immer wieder Anlass zur Kritik an der Pflegequalität gegeben.

Tewes:Überwiegend wird in Deutschland gute Pflege gemacht. Wir hatten in unserem Haus kürzlich die Regelprüfung durch die Pflegekassen und haben mit der Note 1,2 abgeschlossen. Das gute Ergebnis der Vorjahre konnte bestätigt werden. Die Politik sollte aufhören, die Pflege schlecht zu reden. Die Mitarbeiter leisten gute und anstrengende Arbeit.

Gibt es Möglichkeit der Weiterentwicklung des Altenzentrums, etwa durch Kooperationen?

Tewes:Eine Einrichtung, die allein dasteht, wird es schwer haben. Wir möchten uns zukunftssicher aufstellen und arbeiten seit Mitte letzten Jahres mit dem Waldeckischen Diakonissenhaus Sophienheim zusammen. Bei der Personalgewinnung und -entwicklung erwarten wir Vorteile. Aber ein Ziel soll unter anderem sein, bei gleichbleibender oder besserer Qualität durch gemeinsamen Einkauf bessere Preise zu erzielen.

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