Frankenberger Vhs bietet erstmals Kurs für Gebärdensprache an

Ramona Pahl (links), die die Gebärde für Gebärdensprache zeigt, lehrt auch das ABC: Ragnar Wagner zeigt das A, Nancy Redder (sitzend) das B und Svenja Schreiber das C. Foto: Ziermann

Frankenberg. Es ist eine Premiere in Waldeck-Frankenberg: Ramona Pahl aus Laisa bietet an der Frankenberger Volkshochschule einen Anfängerkurs für deutsche Gebärdensprache an.

„Nach der ersten Übungsstunde habe ich zu meinem Mann gesagt: Urlaub fällt dieses Jahr aus, ich muss für die Sprachschule sparen“, erzählt Nancy Redder. Die Sozialpädagogin nimmt am Vhs-Anfängerkurs für deutsche Gebärdensprache teil, der in Frankenberg zum ersten Mal stattfindet. Nun ist die 39-jährige Frankenbergerin so begeistert, dass sie darüber nachdenkt, sich zur Gebärdensprachdolmetscherin ausbilden zu lassen.

Kursleiterin Ramona Pahl ist der lebende Beweis dafür, dass das ein realistischer Plan ist: Die 34-Jährige, die als angestellte Gebärdensprachdolmetscherin bei Glatzl Gebärdensprachdolmetscher in Frankenberg arbeitet, hat ihren Weg zur Gebärdensprachdolmetscherin selbst erst vor fünf Jahren mit einem Vhs-Kurs begonnen. „Deswegen ist es mir natürlich ein Anliegen, andere Leute für Gebärdensprache zu begeistern. Und ich möchte das Thema mehr in die Öffentlichkeit bringen“, erklärt sie ihre Motivation, nun ebenfalls einen Anfängerkurs anzubieten. „Auf Ausbildungsmessen sind Gebärdensprachdolmetscher zum Beispiel viel zu wenig vertreten.“

An Sprachen interessiert

Einige der Kursteilnehmer haben hingegen schon lange darauf gewartet, dass es im Landkreis mal ein Angebot für Gebärdensprache gibt. Gehörlose im Bekannten- oder Familienkreis hat kaum einer von ihnen - einfach generell an Sprachen interessiert seien sie, sagen viele. „Ich habe in der 8. Klasse mal ein Betriebspraktikum bei einem Bäcker gemacht, wo ein Gehörloser gearbeitet hat. Seitdem hatte ich das immer auf dem Schirm“, sagt der 18-jährige Ragnar Wagner aus Laisa. Svenja Schreiber ist Einzelhandelskauffrau und ebenfalls hin und wieder im Arbeitsalltag mit dem Thema konfrontiert. „Wenn ein Gehörloser in den Laden kommt, möchte ich einfach mit ihm kommunizieren können“, sagt die 26-jährige Gemündenerin.

Guten Tag.

Damit das bald möglich wird, lernen die Schüler, sich in kurzen Sätzen auszutauschen: Wer bist du, wie geht’s dir, was hast du für Hobbys, was arbeitest du? Am ersten der zehn anderthalbstündigen Übungsabende (Kosten: 82 Euro) stand erst mal das Fingeralphabet auf dem Programm.

Wie geht es dir?

Das Interesse an der Gebärdensprache ist in Waldeck-Frankenberg so groß, dass Pahl zwei Anfängerkurse parallel hätte anbieten können. Manche der Teilnehmer kommen extra aus Korbach nach Frankenberg. Deswegen soll es im Herbst neben dem Folgekurs zwei weitere Anfängerkurse geben - einen in Frankenberg und einen in Korbach.

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