„Das ist nicht rentabel“

Frankenberger Diskos bleiben trotz Lockerungen geschlossen

Die Diskotheken dürfen in Hessen wieder öffnen: Benjamin Battefeld lässt seinen Bonkers-Club in Frankenberg und die Diskothek Utopia in Geismar trotzdem weiterhin geschlossen.
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Die Diskotheken dürfen in Hessen wieder öffnen: Benjamin Battefeld lässt seinen Bonkers-Club in Frankenberg und die Diskothek Utopia in Geismar trotzdem weiterhin geschlossen.

Die Diskotheken in Hessen dürfen nach monatelanger Corona-Pause nun wieder ihren Innenbereich für Gäste öffnen. Die Frankenberger Diskos bleiben trotzdem geschlossen.

Frankenberg – „Wir freuen uns gar nicht“, sagt Benjamin Battefeld, Geschäftsführer des Bonkers-Clubs in Frankenberg und der Diskothek Utopia in Geismar. Die neuen Corona-Beschlüsse seien für ihn sinnlos. Die Politik sei viel zu weit weg von der Disko-Branche und könne daher schlecht nachvollziehen, welche Regeln die Diskobetreiber voranbringen würden. Battefeld wird daher seine Diskotheken geschlossen lassen.

Eine der neuen Regeln ist, dass fünf Quadratmeter pro Person zur Verfügung stehen müssen. „Das bedeutet für uns, wir dürfen ins Bonkers gerade mal 156 Leute abzüglich des Personals hereinlassen, obwohl unser Club normalerweise für 1000 Gäste ausgestattet ist – das sind gerade mal 15 Prozent Auslastung“, sagt Battefeld. In die Diskothek Utopia dürfte er sogar nur 60 Leute rein lassen. Eigentlich empfange er dort um die 550 Gäste.

„Das ist nicht rentabel für uns.“ Das Problem dabei sei zusätzlich noch, dass die Gema die Clubs so abrechnen würde, als wären sie zu 100 Prozent ausgelastet.

Mit der 3G-Regel könne sich Battefeld noch anfreunden, doch „spontan in die Disko gehen, wenn man als Ungeimpfter oder Ungenesener einen PCR-Test braucht, geht auch nicht wirklich.“

Die Maskenpflicht in der Disko sei für den Clubbetreiber auch nicht sinnvoll. „Wenn man tanzt, strengt das auch an und ist mit Maske gar nicht möglich.“ Genauso verhalte es sich, wenn man sich etwas zu trinken bestellt. „Soll man das Getränk durch die Maske inhalieren?“, fragt Battefeld und lacht.

„Es ist trotz allem für uns eine harte Zeit – ich kenne viele Diskotheken und Clubs, die schon pleite gegangen sind.“

Benjamin Battefeld

In diesem Sommer bietet er daher wieder den Sommergarten am Bonkers an. „So haben wir wenigstens ein wenig Einnahmen“, sagt Battefeld. Schon im vergangenen Jahr hatte er draußen vor dem Club Tische aufgebaut und Getränke ausgeschenkt – dazu gab es natürlich Musik. „In diesem Jahr ist nur leider das Wetter unser Feind.“ Erst drei Samstage seien brauchbar gewesen für den Sommergarten.

„Es ist trotz allem für uns eine harte Zeit – ich kenne viele Diskotheken und Clubs, die schon pleite gegangen sind“, sagt Battefeld. Er hoffe nun, dass sich das Wetter wenigstens schon mal für seinen Sommergarten bessert und dann bald neue Lockerungen kommen, damit es sich lohne, die Diskotheken zu öffnen.

Damit Battefeld trotzdem schon mal seiner Leidenschaft in gewisser Weise wieder nachkommt, hat er Anfang des Jahres den Utopia-Eventservice gegründet. Damit vermiete er Musik, Licht und einen professionellen DJ zum Beispiel für Hochzeitsfeiern oder Firmenfeiern. „Es ist zwar nicht das Gleiche wie einen Club zu betreiben, aber wenigstens etwas“, sagt Battefeld.

Doch er denkt, dass es irgendwann besser wird: „Ich blicke dezent positiv in die Zukunft.“

Das gilt für Clubs und Diskotheken

In Hessen dürfen die Diskotheken und Clubs seit Donnerstag, 19. August, wieder ihren Innenbereich öffnen. Das sind die neuen Beschlüsse der Hessischen Landesregierung:

Einlass ist nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Die 3G-Regel gilt dort besonders strikt: Getestete benötigen einen PCR-Test (nicht älter als 48 Stunden). Ein Schnelltest reicht nicht aus.

Es gilt eine Maskenpflicht in der gesamten Diskothek.

Tanzen ist erlaubt, aber nur mit Maske.

Pro Person müssen fünf Quadratmeter zur Verfügung stehen.

(Lea Beckmann)

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