Corona-Pandemie

Die Frankenberger Feuerwehr hält Abstand, so weit es geht

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Feuerwehr in Corona-Zeiten: Der Frankenberger Stadtbrandinspektor Martin Trost (rechts) und Ordnungsamtsleiter Carsten Buch vor einem Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 am Frankenberger Katastrophenschutzzentrum. 

Frankenberg – Auch die Feuerwehr muss in Corona-Zeiten Abstand halten. „Bei Einsatzfahrten, die normalerweise mit einer Staffel (sechs Personen) pro Auto erfolgen, lassen wir Sitzplätze frei, um die Abstandsregeln einzuhalten“, erklärt Frankenbergs Stadtbrandinspektor Martin Trost.

„In sensiblen Bereichen, beispielsweise beim Alarm einer Brandmeldeanlage in einem Seniorenheim, lassen wir den Angriffstrupp zunächst auf den Fahrzeugen.“

Zunächst betrete ein verantwortlicher Gruppenführer „mit Handschuhen und Mundschutz“ das Gebäude und veranlasse dann weitere Schritte, erklärt Martin Trost. Aber: „Ab einem gewissen Einsatzstichwort ist das alles nicht mehr praktikabel.“ Wenn eine große Lagerhalle in Flammen stehe oder – wie am 1. Mai bei dem schweren Verkehrsunfall bei Röddenau, wenn es um die Rettung lebensgefährlich verletzter Personen gehe – „dann musst du einfach zusammenarbeiten“, betont der Frankenberger Stadtbrandinspektor.

Seit dem 16. März herrsche „Stillstand“ für den Übungs- und Schulungsbetrieb der Kernstadt- und Ortsteilfeuerwehren der Stadt Frankenberg, sagt Ordnungsamtsleiter Carsten Buch. Dazu habe es eine Dienstanweisung der Stadt gegeben, die mit den örtlichen Wehrführern abgestimmt worden sei. „Bei einem Einsatz springen jetzt nicht alle ins Auto. Wir müssen die Verhältnismäßigkeit wahren. Zur Beseitigung einer Ölspur brauche ich keine 25 Mann“, sagt Buch, der selbst seit Jahrzehnten aktiver Feuerwehrmann und 1. Vorsitzender des Feuerwehrvereins in seiner Heimatgemeinde Haina/Kloster ist.

„Wir müssen demnächst wieder in den Übungsbetrieb eintreten“, sagt Carsten Buch. Wie das genau funktionieren soll, dazu erarbeite der Frankenberger Wehrführer David Tschirner gerade eine Dienstanweisung. Klar sei schon, dass alle rund 300 aktiven Einsatzkräfte der Kernstadt- und der Ortsteilfeuerwehren mit Mundschutzmasken aus Baumwolle ausgerüstet werden sollen, die „zumindest für den Übungsbetrieb“ gedacht sind, so der Ordnungsamtsleiter. Der Mund/Nase-Schutz solle im Jugendhaus genäht werden – übrigens auch für die Frankenberger Kindertagesstätten.

Aber: Laut Innenministerium sollen zunächst nur die Berufsfeuerwehren wieder üben dürfen. Für die Stadt- und Ortsteilwehren ist noch keine Lockerung in Sicht.

„Wir haben bereits Schutzhandschuhe und Masken, auch Masken nach dem FFP-2-Standard, auf den Fahrzeugen“, stellte Stadtbrandinspektor Martin Trost fest. „Auch in den Stadtteilen.“

Auch „leichte Schutzanzüge“ seien bei der Feuerwehr vorhanden. Doch wenn es um „Tragehilfe“ für infizierte Personen gehe, dann überlasse man das nach Möglichkeit dem Rettungsdienst, der über Vollschutz-Anzüge verfüge. „Die Gesundheit geht vor“, betont der Stadtbrandinspektor. „Wir halten uns grundsätzlich an das, was das Ministerium vorgibt.“

Weiter gedulden müssen sich laut Carsten Buch auch die Angehörigen der Jugendfeuerwehren in Waldeck-Frankenberg. Die Jugendarbeit des Feuerwehr-Nachwuchses liegt seit zwei Monaten brach. Bisher sei nicht klar, ob die Prüfung für die Leistungsspange im September überhaupt stattfinden könne. Das setze voraus, dass man mindestens etwa sechs Wochen vorher für die Leistungsspange üben könne, sagte der Frankenberger Ordnungsamtsleiter.

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