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Frankenberger Gregor Mühlhans erhielt Bundesverdienstkreuz

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Von: Martina Biedenbach

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Bundesverdienstkreuz: (von rechts) Landrat Jürgen van der Horst überreichte in Frankenberg die Ehrung an Gregor Mühlhans, mit dabei Ehefrau Renate und Tochter Michaela Mühlhans sowie Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß.
Bundesverdienstkreuz: (von rechts) Landrat Jürgen van der Horst überreichte in Frankenberg die Ehrung an Gregor Mühlhans, mit dabei Ehefrau Renate und Tochter Michaela Mühlhans sowie Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß. © Martina Biedenbach

Der Frankenberger Gregor Mühlhans hat das Bundesverdienstkreuz erhalten. Er engagierte sich jahrzehntelange für Opfer von Kriminaltaten.

Frankenberg – Sein ehrenamtliches Engagement begann in den 1980er-Jahren nach einem Handtaschen-Diebstahl und mündete jetzt in eine hohe Ehrung: Der Frankenberger Gregor Mühlhans, der sich drei Jahrzehnte für den Weißen Ring engagierte, ist am Montag von Landrat Jürgen van der Horst mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

1985 hatte der heute 82-Jährige als Polizeibeamter mit dem Diebstahl der Handtasche einer älteren Frau zu tun. Dabei merkte er, dass in solchen Fällen der Fokus auf die Ermittlung der Täter gelegt wurde, während die oft traumatisierten Opfer alleingelassen wurden. Er half der Frau nach Dienstschluss und so begann sein Engagement für Kriminalitätsopfer.

Gesetze und Handlungsinstrumentarien zur Hilfe der Opfer wurden damals erst nach und nach entwickelt, würdigte der Landrat das Engagement von Mühlhans. Von 1992 bis 2016, also 24 Jahre lang, leitete der Geehrte die Außenstelle Waldeck-Frankenberg des Weißen Rings. Mit weiteren ehrenamtlichen Mitstreitern hat er 80 bis 100 Fälle pro Jahr bearbeitet: etwa den Fall der alten Frau, die auf sein Bestreben hin vom Weißen Ring unbürokratisch die gestohlene Monatsrente von 230 Euro ersetzt bekam, oder zahlreiche Fälle von körperlicher und sexueller Gewalt, denen der Weiße Ring rechtliche, finanzielle und menschliche Unterstützung gab.

Mühlhans sei mit viel Empathie auf die schwierigen Lebensverhältnisse und Sachverhalte der Opfer eingegangen. Der Landrat sprach von „einem außerordentlich beeindruckenden Spektrum ehrenamtlicher Tätigkeiten“. Auch in der Gewerkschaft der Polizei habe sich Mühlhans engagiert und bei der Tafel Frankenberg habe er ehrenamtlich als Fahrer beim Einsammeln von Lebensmittel geholfen. Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß dankte Mühlhans ebenfalls „für die wertvolle Arbeit für die Menschen in der Region. Ich bin stolz, solche Menschen in der Stadt zu haben.“

Ansporn für sein Engagement, so sagte der Geehrte, sei gewesen zu sehen, wie durch die Hilfe des Weißen Rings Menschen, die unverschuldet in Not geraten waren, wieder auf die Beine kamen. Er dankte seinen langjährigen Mitstreitern Manuela Opfermann (Twiste), Petra Kern (Korbach) und Hans-Ludwig Wagner (Bottendorf), ebenso seiner Ehefrau Renate für ihr Verständnis und tatkräftige Unterstützung zum Beispiel durch Telefondienst.

Auch wenn Kriminalitätsopfer inzwischen nach dem Opferentschädigungsgesetz gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung hätten, sei es schwierig, diesen Anspruch durchzusetzen, kritisierte Mühlhans lange Wartezeiten und einen hohen Prozentsatz von Ablehnungen.

Und zum Abschluss brach er eine Lanze für das Ehrenamt: „Jeder, der dazu in der Lage ist, sollte sich ehrenamtlich engagieren. Wenn nur jeweils ein Mensch einem anderen helfen würde, wäre allen geholfen“, sagte er. (Martina Biedenbach)

waldeck-frankenberg-hessen.weisser-ring.de

Zur Person

Gregor Mühlhans (82) wurde 1940 in Franzensbad im heutigen Tschechien geboren. 1945 kam er mit den Eltern in den Landkreis nach Rhenegge. Zunächst macht er eine Landwirtschaftsausbildung, dann ging er zur Polizei. Ab 1963 war er in der Polizeistation Frankenberg tätig. Von 1965 bis zur Pensionierung im Jahr 2000 war er in der Ermittlungsgruppe für kleinere und mittlere Kriminalfälle zuständig. Seit 1985 engagierte Mühlhans sich beim Weißen Ring, von 1992 bis 2016 als Außenstellenleiter. Er ist verheiratet mit Ehefrau Renate. Sie haben eine Tochter, vier Enkelinnen und drei Urenkel. Ihr Sohn ist 2012 verstorben. mab

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