Nach Corona-Impfungen

Frankenberger Hausarzt bietet Antikörper-Schnelltests an

Das neue Messgerät: Der Frankenberger Hausarzt Stephan Eisfeld zeigt ein Gerät zur Bestimmung von Antikörpern.
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Das neue Messgerät: Der Frankenberger Hausarzt Stephan Eisfeld zeigt ein Gerät zur Bestimmung von Antikörpern.

Wirkt die Corona-Impfung? Das lässt sich mit einem Antikörper-Test überprüfen, die der Frankenberger Hausarzt Stephan Eisfeld anbietet.

Frankenberg - In der Hausarztpraxis von Stephan Eisfeld und Ayse Sarac muss man jetzt nicht mehr zwei oder drei Tage auf das Ergebnis einer solchen Blutuntersuchung warten, sondern nur noch 15 Minuten.

Der Arzt oder eine medizinische Mitarbeiterin entnehmen ein paar Tropfen Blut aus einem Finger – den Rest erledigt das rund 1500 Euro teure Gerät automatisch. Nach 15 Minuten liegt das Ergebnis vor.

Gemessen werden die Antikörper in BAU pro Milliliter. Die Abkürzung BAU steht für „binding antibody units“. Ab einem Schwellenwert von etwa 15 BAU/ml können Ärzte davon ausgehen, dass neutralisierende Antikörper gegen SARS-CoV-2-Viren im Körper des Patienten gebildet worden sind – entweder nach überstandener Infektion oder nach einer erfolgreichen Impfung.

Test kann Entscheidungshilfe sein

„Ein solcher Antikörpertest kann eine Entscheidungshilfe in der Frage sein, ob eine Booster-Impfung sinnvoll ist“, sagt der Frankenberger Internist und Hausarzt Stephan Eisfeld. Bei einem gemessenen Wert unter 800 BAU pro Milliliter sei – nach dem heutigen Stand – eine Booster-Impfung zu empfehlen. Bei einem Wert über 1000 BAU pro Milliliter könne man sich „für eine Zeit sicher fühlen“, sagt Stephan Eisfeld. Garantien könne man aus einem solchen Test jedoch nicht ableiten. „Wir haben das menschliche Immunsystem noch nicht bis ins letzte Detail verstanden“, räumt der Hausarzt ein.

Seit er den schnellen Antikörper-Test in seiner Praxis anbietet – seit dem 1. Dezember – habe es etwa 45 Antikörper-Untersuchungen gegeben, berichtet Eisfeld. Der Test kostet 20 Euro, die die Patienten aus eigener Tasche bezahlen müssen.

800 Corona-Impfungen in sechs Wochen

In der Praxis von Stephan Eisfeld und Ayse Sarac wurden in den vergangenen sechs Wochen etwa 800 Corona-Impfdosen gespritzt. „Fast ausschließlich Booster-Impfungen“, sagt der Hausarzt. Es habe auch zwei Erstimpfungen gegeben.

„Mobile Patienten mit Auto und Führerschein schicken wir normalerweise zur Erstimpfung ins Impfzentrum“, berichtet Eisfeld. In der Praxis würden eher die älteren, nicht so mobilen Patienten gegen Corona geimpft.

„Die Nachfrage nach Booster-Impfungen ist extrem hoch“, berichtet Stephan Eisfeld. Von den rund 800 in den vergangenen Wochen geimpften Patienten seien geschätzte 700 älter als 50 Jahre gewesen.

Frankenberger Ärzte stimmen sich ab

Die Hausarzt-Praxis Eisfeld hat in den vergangenen Wochen mehrere Impftage angeboten – darunter zwei Samstage mit jeweils 240 Geimpften. „An diesen Tagen machen wir nichts anderes“, sagt Stephan Eisfeld. Das sei aber nur möglich, weil die Frankenberger Ärzteschaft sich abgesprochen und sich „gegenseitig frei gestellt“ habe. Sprich: Wenn eine Praxis gerade impft, übernimmt eine andere Praxis die übrigen Krankheitsfälle. „Das klappt gut in Frankenberg“, sagt Stephan Eisfeld.

Bis jetzt seien alle bestellten Impfdosen auch verwendet worden: „Wir mussten nichts wegschmeißen.“

Von Thomas Hoffmeister

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