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Frankenberger Heimatkalender 2023 bei der HNA erschienen

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Von: Karl-Hermann Völker

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Frankenberger Heimatkalender: Stadtarchivar Horst Hecker und HNA-Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Petra Kraft
Lesestoff auf 152 Seiten: Der neue Frankenberger Heimatkalender aus dem Verlag der HNA Dierichs GmbH & Co. KG Kassel ist erschienen. Frankenbergs Stadtarchivar Dr. Horst Hecker, der den heimatgeschichtlichen Teil redaktionell betreute, nahm in der Bahnhofstraße 21 von HNA-Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Petra Kraft die ersten druckfrischen Exemplare entgegen. © Völker, Karl-Hermann

Der Frankenberger Heimatkalender 2023 ist bei der HNA erschienen. Er bietet, reich bebildert, interessanten Lesestoff zur Heimatgeschichte auf 152 Seiten.

Frankenberg – Der Blick vom Hexenturm über die Altstadt und Rückseite des Steinhauses zur Liebfrauenkirche ziert das Titelblatt des neuen „Frankenberger Heimatkalenders“ für das Jahr 2023, der soeben im Verlag der HNA Dierichs GmbH & Co. KG Kassel erschienen ist. Das 150-seitige Werk ist ein Multitalent: Es bietet dem, der nur kurz nachschlagen will, sämtliche Behördenadressen der Region, aktuelle und historische Kalendarien bis hin zum landwirtschaftlichen „Immerwährenden Trächtigkeitskalender“. Für Freunde der Heimatgeschichte gibt es gleichzeitig einen reich bebilderten Chronikteil über das vergangene Jahr und mehrere aktuelle Beiträge von Regionalforschern - ein Kalender als Begleiter für ein ganzes Jahr.

Seit über vier Jahrzehnten hat der Frankenberger Heimatkalender einen festen Leserkreis, der Wert legt auf diese gewohnte Form mit Kalendarium und einem Behördenverzeichnis für den Gesamtkreis Waldeck-Frankenberg, in dem man praktische Informationen findet. Der 62-seitige bebilderte Chronikteil „Von Jahr zu Jahr“, den Gerhard Meiser (Frankenberg) zusammengestellt hat, ist wieder ein wertvolles Stück archivierte Heimatgeschichte mit wichtigen Personen und Ereignissen, könnte aber zugunsten des letzten Buchteils mit Beiträgen zur heimatgeschlichenen Forschung kürzer gehalten werden. Gedacht ist der Kalender seit Gründung ja eigentlich als Publikationsforum für Autoren der Region zur Heimatgeschichte.

Goethe interessierte sich für Frankenberg

„Goethe interessierte sich für das steinreiche Frankenberg“, hat der Literatur- und Geschichtsfreund Karl-Heinz Hartmann (Schreufa) herausgefunden und in seinem Beitrag beschrieben. Danach kannte der Dichterfürst als Präsident der Mineralogischen Gesellschaft auch die Beschreibungen des Marburger Professors Johann Christoph Ullmann von den Fossilien aus Frankenberg/Geismar („Frankenberger Kornähre“). Stadtarchivar Dr. Horst Hecker, der auch wieder die Zusammenstellung der Kalender-Aufsätze betreut hat, liefert ein fein gezeichnetes Bild der jüdischen Gastwirtschaft Marx in Grüsen mit angegliedertem Kibbuz „Hachscharach“ für zionistische Auswanderer, von den Nazis in der Pogromnacht vom 9. auf 10. November 1938 brutal zerschlagen.

Über das Tagebuch von Erika Schellhas

Zum Jubiläum 100 Jahre Edertalschule im vergangenen Jahr erscheint noch ein Artikel, der sich auf das Tagebuch der Frankenberger Bürgertochter Erika Schellhas (1919-2014) und die Schulzeit in den 1930er-Jahren bis hin zum Abitur „mit Auszeichnung“ bezieht. Wie ein altes Kollektenbuch der evangelischen Kirchengemeinde Haina ihn auf eine Spur zu den berühmten Malerfamilien Tischbein und Strack geführt hat, beschreibt Dr. Arnd Friedrich (Greetsiel). Daran, dass die an Hitlers Überfällen auf Polen und die Sowjetunion beteiligte 45. Infanteriedivision der Wehrmacht 1939 bis 1940 im Raum Treysa-Gemünden stationiert war, erinnert Hans-Joachim Adler (Frankenau). Von einer aufregenden Revision der Gemeindekasse Frankenau mit den örtlichen Verhältnissen durch Landrat Renner 1843 erzählt Armin Sieburg (Marburg). Der Naturfotograf Gerhard Kalden (Frankenberg) steuerte dem Kalender viele Informationen und schöne Bilder von Silberreihern „im Edertal ganz in Weiß“ bei.

Info: Der neue Frankenberger Heimatkalender 2023, verbunden mit dem Verzeichnis der Behörden und Organisationen sowie der Städte und Gemeinden des Kreises Waldeck-Frankenberg, ist erhältlich in der HNA-Geschäftsstelle Frankenberg, Bahnhofstr. 21, sowie in den Buchhandlungen zum Preis von 10,90 Euro.

Abiturienten und Lehrer: Dieses
Abiturienten und Lehrer: Dieses Foto aus dem Tagebuch der Erika Schellhas (2. Reihe, 4. von rechts) zeigt sie mit ihrer Abiturklasse der Edertalschule von 1938. Sie berichtet im Kalender über ihre Jugend bis hin zu den Abiturthemen während der NS-Zeit. © Karl-Hermann Völker

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