Jahrbuch

Frankenberger Heimatkalender bietet viel Lesestoff

Frankenberger Rotkreuzkolonne an der Wehrweide: Sie verfügte 1918/19 neben Transportmitteln bereits über einen „Sauerstoffapparat“, wie ein Kalenderbeitrag über die damals grassierende „Spanische Grippe“ berichtet. Die meisten Erkrankten starben aber damals in ihren Häusern.
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Frankenberger Rotkreuzkolonne an der Wehrweide: Sie verfügte 1918/19 neben Transportmitteln bereits über einen „Sauerstoffapparat“, wie ein Kalenderbeitrag über die damals grassierende „Spanische Grippe“ berichtet. Die meisten Erkrankten starben aber damals in ihren Häusern.

Eine reich bebilderte Chronik für das vergangene Jahr, ein praktisches Kalendarium mit Gemeindedaten und Behördenadressen, dazu spannender heimatgeschichtlicher Lesestoff – dies alles bietet der „Frankenberger Heimatkalender 2021“, der im HNA-Verlag Dierichs & Co. KG Kassel erschienen ist.

Frankenberg - Für die Redaktion des heimatgeschichtlichen Teils des 160-seitigen Jahrbuchs zeichnete wieder der Frankenberger Stadtarchivar Dr. Horst Hecker verantwortlich. Er selbst steuerte ein interessantes Stück Sozialgeschichte bei, in dem er die „kriminelle Karriere“ des 1788 in Battenhausen geborenen Andreas Störmer beschreibt. Aus einer kinderreichen Tagelöhnerfamilie stammend, geht er schon jung zum Militär, desertiert, schlägt sich mit Diebstählen durch, landet schließlich im Stockhaus in Ziegenhain, entkommt einmal, verletzt sich bei einem erneuten Fluchtversuch. Die letzten Jahre seines Lebens wohnt er im Armenhaus seines Heimatortes.

Anders dagegen die Karriere eines Frankenbergers, der 1835 als Rentmeister-Sohn auf dem Burgberg geboren wurde: Wilhelm Roese holte sich als Kartograf in Amerika seine Anregungen, mit denen er später als Abteilungsleiter in der Berliner Reichsdruckerei die berühmte Germania-Briefmarkenserie gestaltete. Karl-Heinz Hartmann (Schreufa) hat diesen prominent gewordenen Professor, Druckgrafiker und Freund des Kaisers, dem das Frankfurter Museum für Kommunikation eine eigene Ausstellung widmete, wiederentdeckt und gewürdigt.

Bericht über „Onkel Hugos Hamstertour“

Weitere Kalenderbeiträge beschäftigen sich mit der Geschichte eines denkmalgeschützten Hauses und seiner Bewohner in Dodenhausen, beschrieben als „Caspars Haus“ von Dr. Arnd Friedrich. Am Beispiel des Gerichts Viermünden schildert Armin Sieburg (Marburg), welchen Belastungen und Frondiensten die Bürger bis zur Ablösung der Grundlasten im 19. Jahrhundert unterworfen waren. In das Nachkriegsjahr 1946 führt eine lebendig erzählte Geschichte des Zeitzeugen Fritz Neuschäfer (Frankenberg) über „Onkel Hugos Hamstertour“ jenseits der Bromskirchener Grenze.

Das ereignisreiche Jahr 2019/20 mit vielen freudigen Ereignissen und der Europeade als einem der Höhepunkte, aber auch Abschieden von vertrauten Frankenbergern, zeichnete Gerhard Meiser (Frankenberg) sorgsam in seinem reich illustrierten Rückblick nach. Einen festen Platz haben auch wieder die Farbfotos und Beobachtungen des Frankenberger Naturfotografen Gerhard Kalden, diesmal über die „schwarzweiße Verwandtschaft der Höckerschwäne im Kreis“.

Service

Der Frankenberger Heimatkalender 2021 des Verlags Dierichs mit 160 Seiten und vielen Abbildungen ist erhältlich im Buchhandel und in der HNA-Geschäftsstelle Frankenberg, Bahnhofstraße 21, Preis: 7,90 Euro.

Freund des Kaisers: Der Frankenberger Professor Wilhelm Roese (1835-1918) gestaltete in Berlin die berühmte Briefmarkenserie „Germania“.

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