Frankenberger Kino steht zum Verkauf

Kino-Frankenberg: Besitzer Ortwein sucht einen Nachfolger, der das Thalia-Kino weiterbetreibt. Foto: Biedenbach

Frankenberg. Eine Immobilienanzeige lässt im Frankenberger Land aufhorchen: Das Frankenberger Thalia-Kino soll verkauft werden.

„Doch keine Sorge, wir werden unser Kino weiterbetreiben“, betont Besitzer Wilhelm Ortwein.

Vielmehr handele es sich bei dem Verkaufsangebot im Internet um eine vorausschauende Maßnahme, sagt der 61-Jährige auf HNA-Anfrage. „Meine beiden Kinder haben sich beruflich anders orientiert und leben nicht mehr in Frankenberg. Es ist jetzt Zeit, eine Nachfolgeregelung in die Wege zu leiten“, erläutert Ortwein weiter.

„Der Kinobetrieb geht davon unberührt weiter. Wir haben uns bereits Filmneustarts für das ganze Jahr 2016 gesichert und auch schon zwei für 2017“, betont er. „Ich hänge mit Herzblut an dem Kino. Ich muss auch nicht verkaufen. Doch ich muss jetzt an die Zeit denken, wenn ich in Ruhestand gehe.“

Die Entscheidung für den „Versuchsballon“, das Kino samt der dazugehörigen Wohnung zum Verkauf anzubieten, sei ihm nicht leicht gefallen. Schließlich betreibt die Familie seit 97 Jahren ihr Kino. 1919 öffnete der Großvater die „Sonnenlichtspiele“ in Frankenberg. Vorrangiges Ziel sei es nun, einen neuen Kinobetreiber zu finden, der den gesamten Gebäude-Komplex übernimmt, erläutert der 61-Jährige. Ortwein sei dabei, sich in der Branche umzuhören und habe auch schon erste Gespräche geführt.

Das kleine Kino hat sich bisher gegen alle widrigen Trends behauptet - der Konkurrenz von Video-Kassetten, DVDs und Großkinos getrotzt. 2013 hat Ortwein in digitale Vorführtechnik investiert. „Ich glaube auch weiterhin an die Zukunft von kleineren Kinos. Sie haben einfach mehr Flair“, sagt der Betreiber.

Zwei Kinos im Kreis dicht

„Wenn ich einen Nachfolger hätte, würden wir auf jeden Fall weitermachen“, betont Ortwein. Neben Frankenberg gibt es nur noch ein weiteres Kino im Landkreis - das in Willingen. Dort sei die Nachfolge geregelt. In Bad Arolsen machte das Kino im Jahr 2011 dicht, in Korbach gingen 2013 die Lichter aus.

In Frankenberg werde der Kinobetrieb, bis eine Nachfolgeregelung gefunden sei, voll weiterlaufen - nicht nur mit Filmpremieren, auch mit Sonderaktion, verspricht Wilhelm Ortwein.

Ein Blick in die fast hundertjährige Geschichte des Frankenberger Kinos in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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