Frankenberger Pfarrer Holland-Letz arbeitete vier Wochen auf Kreuzfahrtschiff

Brachte viele Fotos und einen Panamahut von seiner Reise mit: Vier Wochen lang war der Pfarrer Christoph Holland-Letz als Bordseelsorger auf dem Kreuzfahrtschiff MS Albatros tätig. Foto: mjx

Frankenberg. 25.000 Kilometer in 29 Tagen: Für vier Wochen war der Frankenberger Pfarrer Christoph Holland-Letz während seines Sabbatjahrs auf dem Kreuzfahrtschiff MS Albatros des deutschen Reiseveranstalters Phoenix unterwegs.

Von Peru in Südamerika über die Bermuda-Inseln im Atlantik, die portugiesischen Azoren-Inseln und die englische Hafenstadt Southampton bis zum Nordseehafen Bremerhaven. Auf dem Kreuzfahrtschiff machte der 54-Jährige allerdings keinen Urlaub: Holland-Letz arbeitet als Bordseelsorger. Unentgeltlich. Nur Kost und Logis waren für ihn frei.

Gestern Abend hat der Pfarrer in einem bebilderten Vortrag im evangelischen Gemeindehaus im Ederdorf von der Reise berichtet, die bereits im Frühjahr 2016 stattfand.

„Ich bin ein neugieriger Mensch und habe die Kreuzfahrt und die damit verbundenen Aufgaben sehr genossen“, zog Holland-Letz das Fazit der Reise. „Ich habe viele faszinierende Eindrücke gewonnen und viele Länder kennengelernt, in denen ich noch nie gewesen bin, und habe viel Neues auf der Welt gesehen.“

An jedem Sonntag auf See hielt er einen ökumenischen Gottesdienst mit Klavierbegleitung und Bordmusik, an jedem Seetag eine Andacht – sogar bei stürmischem Seegang: „Die Andachten fanden auf Deck 9 weit oben statt. Dort hatten wir zwar einen tollen Ausblick, aber dort war die Schaukelbewegung auch besonders heftig. Da musste ich am Altar mit meinem Gleichgewicht kämpfen.“

Zu den Aufgaben eines Bordseelsorgers gehört auch, für die Besatzung Gottesdienste anzubieten, sagt Holland-Letz: „Die treuen Katholiken unter den Philippinos, die zum größten Teil die Bord-Crew stellen, wünschen sich wöchentlich einen Gottesdienst.“ Auch den hielt der Frankenberger Pfarrer – auf Englisch und mit Abendmahl. Zudem hielt er für die Passagiere Vorträge – unter anderem über Wolfgang Amadeus Mozart. „Anschließend gab es oft auch viele gute Gespräche. Die habe ich sehr genossen.“

Auch die Landausflüge begleitete Holland-Letz, mitunter fungierte er für die englischsprachigen Reiseführer als Dolmetscher. „Bei den Ausflügen konnte man intensiv Land und Leute kennenlernen, dabei habe ich sehr viel gesehen“, sagt Holland-Letz. Besonders gerne erinnerte er sich an den Besuch eines Zentrums für die Herstellung von Panama-Hüten in Ecuador. Sehr beeindruckend fand er die Azoren: „Auf der Insel Faial konnten wir sogar in einen Vulkankrater hineinschauen.“

Außerdem gab es für ihn an Bord eine ungewöhnliche Aufgabe: eine Seebestattung. „Die Witwe hatte die Urne mitgebracht“, erzählt Holland-Letz – „nach den Bermudas haben wir mit Familie und Kapitän die feierliche Bestattung auf hoher See vorgenommen.“ Aus zehn Metern Höhe wurde die Urne über die Reling im Meer versenkt, ein Trompeter spielte dazu ein Trauerlied. Pfarrer Holland-Letz: „Eine Seebestattung hatte ich bis dahin noch nicht vorgenommen, das war schon eine gewisse Herausforderung. Aber es war ein bewegender Moment.“ (mjx)

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